Wie funktioniert der ETF-Handel?

Beim ETF-Handel werden – vergleichbar mit dem Aktienhandel – während der Börsenöffnungszeiten ständig aktuelle Kurse gestellt. Kauf- und Verkaufsaufträge werden umgehend ausgeführt, sofern die Orderkriterien erfüllt sind.
 

Die Besonderheiten des ETF-Handels

Im Gegensatz zu traditionellen Fonds, die üblicherweise nur zum sogenannten „Nettoinventarwert” (kurz NAV) einmal am Tag gekauft und verkauft werden, werden ETFs an der Börse gehandelt.

Dies ist ein großer Unterschied: Bei ETFs, die Sie an der Börse handeln, wissen Sie im Voraus ziemlich genau, welchen Preis Sie bezahlen müssen. Beim NAV-Handel hingegen kennen Sie zum Kauf- beziehungsweise Verkaufszeitpunkt den Preis nicht und handeln damit „auf gut Glück“.

 

Wie kommt ein ETF-Kurs zustande?

Der Kurs eines ETF kann sich teilweise im Sekundentakt ändern. Der ETF-Kurs wird an der Börse zwischen den Marktteilnehmern ausgehandelt. Die Börse funktioniert wie ein Marktplatz, an dem Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen. Der Kurs des ETF ist immer der Preis, zu dem der letzte Handel an der Börse zustande kam.

 

ETF-Kurse schwanken im Laufe des Tages

Damit es ständig aktuelle Kurse gibt, werden Börsenmakler mit der Kursfeststellung beauftragt, sogenannte ”Market Maker”. Diese vergleichen Angebot und Nachfrage eines ETF und legen den Kurs so fest, dass ein möglichst hoher Umsatz erzielt wird.

Die Kursfindung ist heute weitgehend automatisiert. Viele Kurse werden nur noch von Computern ohne menschliche Unterstützung berechnet.
 
ETF-Kurse schwanken im Laufe des Tages
 

Was ist der Spread?

Der Kaufpreis eines ETF unterscheidet sich immer vom Verkaufspreis. Diese Differenz aus Ankaufskurs (Briefkurs) und Verkaufskurs (Geldkurs) bezeichnet man als „Geld-/Brief-Spanne” oder „Spread”.

Taxierung

Der Geldkurs liegt zum selben Zeitpunkt immer unter dem Briefkurs. Das heißt, wenn Sie zum selben Zeitpunkt eine identische Stückzahl eines ETF kaufen und verkaufen, würde dies immer die Geld-/Brief-Spanne kosten.

Da Sie die Anteile eines ETF kaufen und irgendwann wieder verkaufen, ist der Spread wie eine Gebühr zu sehen, die Sie bezahlen.

Die Höhe des Spreads hängt vor allem von der Liquidität der zugrundeliegenden Wertpapiere eines ETF ab. Gibt es viele Marktteilnehmer, die diese kaufen und verkaufen, dann ist der Spread sehr niedrig. Sind dagegen nur wenige Marktteilnehmer vorhanden, kann der Spread sehr groß und damit teuer sein.

Beispielsweise werden DAX-ETFs mit kleinen Spreads gehandelt, weil die DAX-Titel sehr liquide sind. Unabhängig davon kann sich der Spread vergrößern, wenn es an den Finanzmärkten zu Turbulenzen kommt.
 

Börsenhandel: An welchen Börsen kann ich ETFs handeln?

In Deutschland können Sie ETFs auf folgenden Handelsplätzen handeln: elektronische Handelsplattform XETRA, Börse Stuttgart und weitere Regionalbörsen.

Auf XETRA können Sie von 9:00 bis 17:30 Uhr mit ETFs handeln. Die Börse Stuttgart bietet den ETF-Handel sogar von 8:00 bis 22:00 Uhr an. An den anderen Regionalbörsen endet die Handelszeit um 20:00 Uhr.

Des Weiteren können Sie ETFs, die in Deutschland nicht an einer Börse gehandelt werden, an ausländischen Börsen, wie zum Beispiel der London Stock Exchange (Londoner Börse), Euronext (Pariser Börse) und der SIX Swiss Exchange (Schweizer Börse), kaufen und verkaufen. Dabei fallen jedoch höhere Ordergebühren an als beim ETF-Handel in Deutschland.

 

Handelszeiten der Börsen

Börsenöffnungszeiten

 

Außerbörslicher Handel: Was muss ich beachten?

Viele ETFs können neben den Börsen auch außerbörslich gehandelt werden. Im sogenannten „Direkthandel” können Sie Anteile von ETFs auf den Handelsplattformen TradeGate, Lang & Schwarz, der Commerzbank oder der Baader Bank kaufen und verkaufen.

Vorteile des außerbörslichen Handels im Vergleich zum Börsenhandel ergeben sich aus den niedrigeren Ordergebühren. Zudem ist der außerbörsliche Handel auch außerhalb der Börsenöffnungszeiten möglich.

Dieser ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Während die Börsen geöffnet sind, werden im außerbörslichen Handel in der Regel vergleichbare Spreads gestellt wie im Börsenhandel. Sind die Börsen jedoch geschlossen, gibt es weniger Marktteilnehmer und die Liquidität sinkt. Dies hat zur Folge, dass die Kaufs- und Verkaufspreise weiter auseinanderliegen und der Handel damit teurer wird.

 

Handelsplätze im Überblick

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