Geldanlage in Rohstoffe mit ETFs

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Mit ETFs haben Sie die Möglichkeit, kostengünstig in einen breiten Korb an Rohstoffen zu investieren. Wir erklären Ihnen, warum Rohstoff-ETFs eine sinnvolle Portfolio-Ergänzung sein können und was Sie dabei beachten sollten.

Geldanlage in Rohstoffe mit ETFs In einem gut diversifizierten Portfolio stellen Rohstoffe eine interessante Beimischung dar – vor allem als Gegenpol zu den herkömmlichen Assetklassen Aktien, Anleihen, Immobilien und Tagesgeld.

In der Vergangenheit wiesen Rohstoffe meist eine sehr geringe Korrelation zu Aktien und Anleihen auf. Während der Hochinflationsphase der 1970-er Jahre haben Rohstoffe deren Wertentwicklung sogar stark übertroffen. Sie eignen sich gerade deshalb als Baustein für ein „Allwetter-Portfolio”.

Und nicht nur das: Rohstoffe sind auch von enormer industrieller Bedeutung. Sie bilden die Grundstoffe der globalen Produktion. Zu den wichtigsten Rohstoffkategorien gehören:
 
  • landwirtschaftliche Erzeugnisse, u. a. Weizen und Kaffee, aber auch Lebendvieh wie Kühe und Schweine
  • Energie: Öl und Gas
  • Edelmetalle: Gold und Platin als Aushängeschilder
  • Industriemetalle: z. B. Zink und Kupfer
Der Clou: Mit Rohstoff-ETFs können Sie am vielfältigen Handel mit Rohstoffen profitieren. Denn diese bilden die Wertentwicklung der wichtigsten Rohstoffe ab, indem sie einen Rohstoffindex verfolgen. Steigen die Rohstoffpreise, profitieren die Anleger des ETF. Allerdings müssen ETFs immer auch diversifizieren und dürfen daher nicht allein auf einen einzigen Rohstoff setzen. Wollen Sie als Anleger nun allein in Öl, Gold oder einen anderen Rohstoff investieren, dann sollten Sie einen ETC (Exchange Traded Commodity) in Erwägung ziehen.

Die Unterscheidung verdanken wir dem Gesetzgeber, der eine klare Trennlinie zwischen Fonds und Schuldverschreibungen verlangt beziehungsweise vorgibt. Während ein ETF als Investmentfonds gilt, handelt es sich bei einem ETC um eine Inhaberschuldverschreibung. Nach den europäischen Richtlinien für Investmentfonds (kurz OGAW oder UCITS) ist es nicht möglich, einen ETF mit einem einzigen Vermögenswert zu emittieren.

 

Wie funktionieren Rohstoff-ETFs?

Und jetzt die Überraschung: Rohstoff-ETFs zeichnen nicht die Preisentwicklung der Rohstoffe selbst nach, sondern vielmehr den Futures-Preis. Dahinter steckt ein cleverer Grund.

Der aktuelle Preis für einen Rohstoff ist auch als Spotpreis oder Kassapreis bekannt. Wenn Sie in den Nachrichten etwas über den Ölpreis hören, ist normalerweise der Spotpreis gemeint. Das ist der Preis, den Sie sofort zahlen müssten, würden Sie jetzt ein Fass Öl inklusive sofortiger Lieferung kaufen wollen, oder eine Tonne Zucker, eine Wagenladung Kühe, eine Tonne Aluminium, einen Barren Gold oder auch jeden anderen Rohstoff, der Ihnen gerade zusagt.

Aber wir als Anleger wollen natürlich keine Wagenladung Kühe ordern und auch kein Fass Öl. Denn anders als bei Unternehmensbeteiligungen wäre der ETF-Anbieter gezwungen, hohe Lagerkosten für Kühe beziehungsweise Öl zu berechnen, bis wir diese tatsächlich brauchen. Aus diesem Grund handeln Rohstoff-ETFs mit Terminkontrakten (sog. „Futures”) und verfolgen den entsprechenden Future-Preis.

Futures sind Finanztermingeschäfte, die zum Beispiel eine Gegenpartei dazu verpflichten, in drei Monaten 10.000 magere Schweine zu einem festgelegten Preis zu liefern. Wenn der Liefertag näher rückt, verkauft der ETF-Manager den Vertrag an jemanden, der tatsächlich eine Ladung Schweine benötigt.

Somit bieten Futures dem ETF die Möglichkeit, an der Preisentwicklung eines Rohstoffs zu partizipieren, ohne sich mit den lästigen Problemen einer tatsächlichen Warenlieferung herumschlagen zu müssen. Ein Rohstoff-ETF ist daher ständig damit beschäftigt, langfristige Futures zu kaufen und kurz vor dem Lieferdatum wieder zu verkaufen, um sich keine Gedanken machen zu müssen, wo er Ölfässer, Container voller Gold oder Lkw voller Schweine unterbringen könnte. Durch diesen Mechanismus stellt der ETF-Anbieter sicher, dass die Wertentwicklung des Rohstoff-Index, der auch auf Rohstoff-Futures basiert, dargestellt wird.

 

Rollrendite ist entscheidend

Damit wissen Sie auch schon, warum Rohstoff-ETFs (mit Ausnahme von in der Schweiz zugelassenen Edelmetall-ETFs) nicht den Spotpreis verfolgen. Die Rendite eines Rohstoff-ETF setzt sich vielmehr aus Kursschwankungen des Spotpreises zusammen, den Zinserträgen auf Sicherheiten, die vom Fonds gehalten werden, und der Rollrendite.

Als Rollrendite werden der Gewinn oder Verlust durch das „Rollen” der Futures bezeichnet. „Rollen” bedeutet in diesem Zusammenhang, dass kurzfristige Futures-Kontrakte wieder durch langfristige Kontrakte ersetzt werden.

Ein ETF erwirtschaftet einen Rollgewinn, wenn der Futures-Preis für einen Rohstoff unter dessen Spotpreis liegt. In diesem Fall kann der ETF den kurzfristigen Vertrag zu einem höheren Preis als den des langfristigen Vertrags verkaufen. Diesen Marktzustand nennt man auch Backwardation.

Im Gegensatz dazu fällt ein Rollverlust an, wenn der Futures-Preis über dem Spotpreis liegt. Dieser Marktzustand ist auch als Contango bekannt.

 

Rollgewinn vs. Rollverlust

Rollgewinn vs. Rollverlust
Quelle: justETF Research

Stellen Sie sich die Backwardation als Rückenwind und den Contango als Gegenwind vor, der Ihrem Rohstoff-ETF das Gehen erleichtert beziehungsweise erschwert. Diese Kräfte können dazu führen, dass die Performance eines Rohstoff-ETF deutlich von der Entwicklung des Spotpreises abweicht. Das kann ein guter Grund dafür sein, einen ETF auf einen breiten Rohstoffindex statt eines ETC auf einen einzelnen Rohstoff zu wählen.

Bedenken Sie stets: Die einzelnen Rohstoffmärkte sind sehr volatil und werden häufig zwischen Phasen der Backwardation und des Contangos wechseln.

Aber wie immer können Sie sich mit Hilfe der Diversifikation vor einer langfristigen Underperformance eines Rohstoffs schützen, indem Sie in einen breiten Rohstoffkorb investieren. Mit diesem können Sie sogar einen Rebalancing-Bonus herausholen, da einige Rohstoffe niedrige Korrelationen zueinander aufweisen.

 

Rohstoffindizes

Bevor Sie einen Rohstoff-ETF auswählen, stellen Sie bitte sicher, dass Sie den zugrunde liegenden Index verstehen. Denn Rohstoffindizes sind noch weitaus vielfältiger als Aktienindizes. Es gibt keinen standardisierten Gewichtungsmechanismus wie die Marktkapitalisierung. In dieser Hinsicht ist jeder Index höchst individuell.

Einige Indizes gewichten ihre Komponenten nach der jeweiligen Weltproduktion, wie zum Beispiel der S&P Goldman Sachs Commodity Index (GSCI). Andere Indizes gewichten die Rohstoffe nach deren wirtschaftlicher Bedeutung, Liquidität und Diversifizierungspotenzial, wie der Bloomberg Commodity Index.

Die meisten Indizes legen eine Mindest- und Höchstgewichtung für die einzelnen Rohstoffkategorien fest. Sonst wären die Indizes zu stark von Energierohstoffen dominiert. Darüber hinaus stehen sogar Indizes zur Verfügung, die bestimmte Rohstoffkategorien wie Landwirtschaft oder Energie komplett ausschließen.

Einige Indizes versuchen, durch die Bevorzugung von kurzfristigen Futures näher an den Spotpreisen zu sein, während andere Indizes auf die Optimierung der Rollrenditen durch die Bevorzugung von Rohstoffen mit Backwardation abzielen.

Nehmen Sie sich Zeit, um die verschiedenen Indexmethoden zu verstehen und vergessen Sie nicht, dass selbst starke Rohstoff-Befürworter in der Regel zu einem Anteil von maximal 5 bis 10 Prozent am Portfolio raten.

In unserer ETF Suche finden Sie die gesamte Produktpalette an Rohstoff-ETFs.
 
ETF-Anlageleitfaden Rohstoffe

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