ETF-Rating: Was kann es leisten?

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Bei mehreren hundert ETFs, die in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind, verliert man schon mal schnell den Überblick. Viele Anleger wünschen sich daher ein ETF-Rating, um schnell den richtigen ETF zu finden. Doch was vermeintlich schnell zum Ziel führen soll, ist nicht immer was man eigentlich braucht.

ETF-Rating: Was kann es leisten? Was ist das Ziel eines Ratings? Orientierung zu geben, in dem man ETFs nach Ihrer Güte klassifiziert.

Bisher gibt es nur ein ETF Rating am deutschen Markt, dass für Privatanleger kostenfrei zugänglich ist. Dies ist das ETF-Rating der Berliner Scope Group. Die großen Fondsrating Häuser Morningstar, Feri und Lipper bieten kein spezielles ETF-Rating.

 

Wie funktioniert das Scope ETF-Rating?

Das Scope ETF-Rating setzt sich aus drei Kategorien zusammen: Produktqualität 40%, Indexqualität 35% und Informationsqualität und Transparenz 25%. Dabei werden sowohl qualitative als auch quantitative Merkmale herangezogen. Der gesamte Kriterienkatalog ist nicht öffentlich.

Scope verdichtet in seinem Rating damit Index-, Produkt- und Anbietermerkmale zu einer Kennzahl. Hilft Ihnen als Anleger diese Kennzahl bei der Auswahl weiter?

Möchte man ETFs auf den gleichen Index vergleichen, spielt die Indexqualität selbst keine Rolle mehr. Man hat sich bereits im Vorfeld für einen passenden Index entschieden. Weiter ist die Informationsqualität und Transparenz die durch den ETF-Anbieter bestimmt wird, eher ein Ausschlusskriterium dem bei einer Investitionsentscheidung kein relatives Gewicht beigemessen werden sollte.

Die Produktqualität ist für den Anleger am Ende des Entscheidungsprozesses die wichtigste Komponente. Diese bewertet Scope anhand von drei Merkmalen: Replikationsqualität, Kosten (Total Expense Ratio) und Handelsqualität (Xetra Liquiditätsmaß). Dieses Ergebnis ist leider nicht als alleinstehendes Rating verfügbar. Doch selbst, wenn es diese Kennzahl gäbe: Bevor man eine Auswahl von ETFs anhand von diesen objektiven Kriterien untersucht, sollte man sich selbst weitere Fragen stellen.

 

Wie findet man den richtigen ETF?

Auf Produktebene bestimmen oft persönliche Präferenzen und individuelle Bedürfnisse die Wahl eines ETFs. Bei der Bewertung eines ETFs gibt es viele Faktoren, die nicht pauschal mit gut oder schlecht bewertet werden können.

Beispielhaft sind die folgenden Fragen:
 
  • Soll der ETF auch die Werte aus dem Index in seinem Fondsvermögen halten, also vollreplizierend sein?
  • Soll der ETF ausschüttend, oder thesaurierend sein?
  • Hat der ETF die richtigen steuerlichen Merkmale für meine aktuelle Situation?
  • Welche Informationen bietet der Anbieter über den ETF?

Es sind gerade diese subjektiven Ausschluss-Kriterien, die eine Auswahl vordefinieren, bevor man eine noch engere Auswahl an objektiven Kriterien vergleichen kann.

Eine intelligente ETF-Suche bietet die nötigen Kennzahlen, Auswahl- und Sortierfunktionen sowie graphische Vergleiche, dass man selbst die unterschiedlichen Kriterien für sich bewerten kann und so mit wenigen Handgriffen den richtigen ETF für sich findet.