Passiv Investieren ist langweilig

justETF.com

Passiv investieren wird meist in einem Atemzug mit langweilig genannt. Aber langweilig bedeutet nicht gleich schlecht.

Passiv Investieren ist langweilig Ein Streitgespräch in der Zeit zwischen dem Mannheimer Professor Martin Weber und dem langjährigen aktiven Fondsmanager Jens Erhardt bringt altbekannte Argumente für und gegen passives Investieren zu Tage. Die zentralen Argumente möchte ich hier gerne aufgreifen.
 
 

Ein Indexfonds hat nichts mit Fonds-Management zu tun.

Einziges Ziel eines Indexfonds ist den unterliegenden Marktindex so genau wie möglich abzubilden. Anders als bei aktivem Management muss bei Indexfonds keine Gebühr für Research und Fondsauswahl gezahlt werden, da dies durch den Index bereits festgelegt ist. Dafür sind die laufenden Gebühren bei einem passiven Indexfonds auch bis zu 90% günstiger als bei einem aktiv gemanagten Fonds.

Ein aktiver Fondsmanager hingegen verfolgt das Ziel den Marktindex zu schlagen. Damit ihm dies gelingt wählt er geschickt vielversprechende Titel aus. Für diese Leistung, also die Suche und Auswahl von Einzeltiteln, verlangt dieser auch eine ordentliche Vergütung. Dies ist alles kein Problem so lange der Manager eine gute Performance abliefert.

 

Aktive Manager wollen immer besser sein als der Markt. Aber wie findet man die, die auch wirklich besser sind?

Leider ist das nicht so einfach. Unter der Vielzahl an aktiven Publikumsfonds schlagen nicht alle ihren Vergleichsindex, nach Abzug der Kosten versteht sich. Und genau hier liegt die Schwierigkeit für den Privatanleger: wie findet man die besten Fonds? Auch zeigen wissenschaftliche Studien zu diesem Thema noch eine weitere Problematik auf: Es gibt nur wenige Manager die über einen längeren Zeitraum konstant eine bessere Rendite erwirtschaften. Also ist die Strategie einfach die Sieger der Vorjahre zu kaufen nicht immer ein lohnendes Investment. Aus diesem Grund ist es fraglich, ob sich die aufwendige Suche nach dem „besten” Fonds für den Privatanleger langfristig wirklich auszahlt.

 

Diversifikation ist Trumpf.

Egal ob aktiv oder passiv, wer Risiken reduzieren will muss sein Vermögen streuen. Ganz nach dem Motto „nicht alle Eier in einen Korb legen” kann jeder selbst das Risiko seiner Geldanlage reduzieren. Klar ist auch, dass dies nicht zu Traum-Renditen führen wird, aber es ist immer eine Frage des Verlustes den man auch bereit und in der Lage ist zu tragen.

Aus diesem Grund ist es auch bei einem langweiligen passiven Investment nicht damit getan einfach einen Dax-ETF zu kaufen. Erst eine breite Streuung über Regionen, Branchen und Anlageklassen führt auch zu einer Reduzierung des Gesamtrisikos.

Zum Interview mit Prof. Martin Weber und Jens Erhardt in der Zeit. Erfahren Sie mehr über weitere Argumente wie z.B. Markttiming, Trends und Strategien.