Was ist ein ETN? – ETNs einfach erklärt

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Exchange Traded Notes (ETNs) sind börsengehandelte Wertpapiere, die wie ETFs gehandelt werden. Ein ETN verbrieft meist Einzelwerte wie Kryptowährungen oder gehebelte Strategien.

Was ist ein ETN? – ETNs einfach erklärt

ETNs – Exchange Traded Notes

Mit ETNs investieren Sie unkompliziert in Kryptowährungen oder gehebelte Strategien. Während der Handel mit ETNs ganz ähnlich organisiert ist wie bei ETFs, gibt es sehr große Unterscheide bei Struktur und Besicherung. 
 

Warum gibt es ETNs?

Mit ETNs haben Sie die Möglichkeit, in interessante Basiswerte und Strategien, die sich nicht als ETF oder ETC umsetzen lassen, zu investieren. Die bekannteste Gruppe der ETNs sind physisch besicherte ETNs auf Kryptowährungen. Bei der Auswahl eines ETN sollten Sie darauf achten, wie der ETN besichert ist. Anders als ETFs bieten ETNs nicht die Sicherheit eines Fonds. ETNs lassen sich aber genauso leicht handeln wie ETFs.
 

Was ist der Unterschied zwischen ETF und ETN?

Da ETFs immer Publikumsfonds sind, können ETFs nur Indizes abbilden, die aus mehreren Wertpapieren bestehen. Die Vorschriften für die Streuung sind bei Fonds, die nach dem europäischen UCITS-Standard aufgelegt werden, streng. Daher ist es nicht möglich, einzelne Basiswerte wie Kryptowährungen in einem ETF abzubilden. Ähnlich verhält es sich mit Produkten, die einzelne Rohstoffe abbilden. Diese firmieren unter dem Begriff Exchange Traded Commodity (ETC).
 
Gehebelte Investments oder inverse Strategien (Abbildung von Leerverkäufen) sind in einem ETF möglich, jedoch nur bis zu einem Hebel von zwei. Strategien, die den Basiswert oder Index mindestens dreimal hebeln und sogar inverse, gehebelte Anlagestrategien ermöglichen, sind besonders in den USA beliebt. Weder dort noch in Europa können solche Strategien jedoch mit einem ETF abgebildet werden. 
 
Um solche Strategien dennoch anbieten zu können, haben einige Emittenten Instrumente gestartet, die nur den Titel Exchange Traded Notes tragen dürfen. Damit ETNs in einem Atemzug mit den viel populäreren ETFs genannt werden können, nutzen viele Emittenten auch gerne den unspezifischen Begriff der sogenannten „ETPs”, Exchange Traded Products. 
 

Sind ETNs sicher?

Grundsätzlich handelt es sich bei ETNs um eine Schuldverschreibung. Wenn Sie einen ETN kaufen, besitzen Sie eine Forderung gegen eine Zweckgesellschaft. Diese Forderung ist jedoch als nachgelagerte Schuldverschreibung ausgeführt, kommt also bei einem möglichen Insolvenzfall als letzte zum Zug. Außerdem hat die Schuldverschreibung eine unbegrenzte Laufzeit, ist unbegrenzt verfügbar und wirft keine Zinsen ab. 
 
Diese Strukturen werden ebenfalls bei den verbreiteten Investmentzertifikaten genutzt, die gerne von Banken verkauft werden. Im angelsächsischen Sprachraum heißen diese Instrumente „Structured Products”. In den meisten anderen Ländern außer der Schweiz und Österreich ist der Verkauf solcher Structured Products an Privatanlegende jedoch verboten. In Deutschland soll es über 5 Millionen solcher strukturierten Produkte für Privatanlegerinnen und -anleger geben, mit denen alle möglichen Strategien abgedeckt werden.
  
Was ETNs oft von den intransparenten Zertifikaten unterscheidet, sind Emittent und Besicherung. Die Schuldverschreibung wird bei einem ETN von einer Zweckgesellschaft ausgegeben, die eigens zur Verwaltung der erworbenen Vermögenswerte gegründet wurde. Die Struktur der Zweckgesellschaft unterscheidet sich gar nicht so sehr von einem Fonds, werden doch die Vermögenswerte ganz ähnlich verwaltet und mittels Berichten und Prospekt transparent gemacht. Zertifikate enthalten dagegen immer das Emittentenrisiko einer Investmentbank. Ein transparentes Reporting findet nicht statt. 
 
Die Zweckgesellschaft kann die Anlagestrategie nun entweder mithilfe eines Tauschgeschäfts (engl. „Swap”) besichern. Das funktioniert genauso wie bei synthetischen ETFs. Diese Art der Besicherung kommt bei vielen gehebelten und inversen Strategien zum Einsatz. 
 
Oder der abgebildete Basiswert selbst dient zur Besicherung, indem die Zweckgesellschaft die entsprechenden Werte physisch erwirbt und verwaltet. Diese Methode ist vor allem bei ETNs auf Kryptowährungen populär und der Besicherung physisch hinterlegter Edelmetall-ETCs sehr ähnlich.
 
justETF Tipp: Wie genau ein ETN auf Kryptowährungen strukturiert ist, erfahren Sie in unserem Artikel Bitcoin- und Ethereum-ETNs: In Kryptowährungen investieren wie in ETFs.

Was ist der Unterschied zwischen ETC und ETN?

Was ist der Unterschied zwischen ETC und ETN?
Quelle: justETF Research; Stand: 31.08.2021
 

Wie werden ETNs gehandelt?

Der ETN-Handel unterscheidet sich kaum vom ETF-Handel. Beide Instrumente werden mit einem Wertpapierprospekt an der Börse gelistet und dort in einem von der Börse überwachten Handelssegment notiert. Sie können die entsprechenden ETNs dann über Ihren Online Broker handeln, wobei das Angebot an verfügbaren ETNs je nach Online Broker unterschiedlich ausfallen kann.
 
Die Preise eines ETN werden von sogenannten „Market Makern” gestellt, die fortlaufend für eine Quotierung des ETN in der Nähe der Entwicklung des abgebildeten Basiswertes oder der Strategie sorgen. Market Maker kennen die im ETN enthaltenen Vermögenswerte sehr genau und können daher präzise Preise stellen. Aufgrund der Transparenz des ETN gibt es oftmals mehrere konkurrierende Handelsteilnehmer, die Preise im Orderbuch stellen – genau wie bei ETFs. Einige Krypto-ETNs gehören dadurch zu den liquidesten Produkten auf Xetra. Dennoch ist eine genaue Prüfung der Geld-Brief-Spanne (sog. „Spread”) vor Ordererteilung wie bei ETFs empfehlenswert. 
 
justETF Tipp: Bei justETF finden Sie lediglich physisch hinterlegte ETNs, beispielsweise auf Kryptowährungen. Das Gleiche gilt für ETCs, die wir ebenfalls nur in der physisch besicherten Variante listen. Gehebelte oder inverse Strategien finden Sie bei uns nur als ETF.
 
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