In Eigenregie in ETFs investieren

justETF Logo

Do it yourself: Mit ETFs und einem kostenlosen Wertpapierdepot kannst du ganz einfach selbst investieren oder einen Sparplan anlegen. So geht's

In Eigenregie in ETFs investieren
 
Was dich in diesem Artikel erwartet
Mit Slogans wie „Einfach. Selber. Machen” oder „Mach es zu Deinem Projekt” werben große Baumarktketten um Kunden mit Tatendrang. Denn Selbstmachen spart Geld.
 
Bei der Geldanlage ist es wie beim Heimwerken: Für den Hausbau oder die Renovierung suchst du Wandfarbe, Fußboden und Fliesen aus, entscheidest dich für die geeigneten Materialien, erlernst neue Fertigkeiten. Beim Investment geht es auch um die richtigen Kenntnisse, eine sorgfältige Planung und das passende Werkzeug. Dazu gehören gute und vor allem günstige Produkte wie ETFs für deine Anlagestrategie. Damit du ans Ziel kommst und Vermögen aufbauen kannst, gilt es, einige Entscheidungen zu treffen.
 
 

Die wichtigsten Fakten zum ETF-Investment

Das Wichtigste zuerst: Um in ETFs zu investieren oder einen ETF Sparplan einzurichten, brauchst du ein Wertpapierdepot – am besten bei einem Online Broker. Das Eröffnen eines solchen Depots geht einfach und schnell und ist deine Eintrittskarte in den Kapitalmarkt:
 
 
Verfügst du über ein größeres Vermögen, das du anlegen möchtest, lohnt sich der Kauf von ETFs über die Börse als Einmalinvestment. Möchtest du regelmäßig aus deinem laufenden Einkommen heraus sparen, eignet sich ein ETF Sparplan. Bei ETF Sparplänen musst du dich nicht mit dem Börsenhandel beschäftigen, der Erwerb der Wertpapiere erfolgt automatisch durch den Online Broker – ideal für Einsteiger:
 
 
Wann du einsteigst, spielt dabei langfristig gesehen kaum eine Rolle. Lass dich also nicht von Schwankungen an den weltweiten Aktienmärkten verunsichern. Für viele Anleger stellt die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt (sog. „Markt-Timing”) eine psychologische Hürde dar – nie scheint der richtige Moment gekommen. Ignoriere diese Hürde und leg einfach los, getreu dem oben genannten Motto: „Einfach. Selber. Machen.” Bedenke aber: Je früher du beginnst, desto schneller und länger kann das investierte Geld dank Zinseszinseffekt für dich arbeiten.
 
Unser Tipp: Mit unserem ETF Sparplanrechner kannst du simulieren, wie dein Vermögen mit der Zeit anwachsen kann. Schon getestet?
Mit ETFs verfolgst du am besten eine langfristige Anlagestrategie, auch „Buy & Hold” genannt. Das sorgt für geringe Transaktionskosten und geringen Aufwand – ideal für die Verwaltung in Eigenregie. Die jährlichen Kosten lassen sich damit auf ein Minimum reduzieren, was der Rendite zugute kommt. ETFs schneiden im Vergleich zu Alternativen wie aktiv gemanagten Investmentfonds und Anlagezertifikaten aufgrund ihrer sehr niedrigen Kosten langfristig übrigens eher besser ab. Mit dem justETF Strategie Planer kannst du dir im Baukastenprinzip Schritt für Schritt dein eigenes, breit gestreutes ETF-Portfolio für monatliche Sparraten oder große Einmalanlagen zusammen stellen.
 
 

Schritt für Schritt zum ETF-Investment in Eigenregie

Schritt für Schritt zum ETF-Investment in Eigenregie
Quelle: justETF Research
 

1. Welchen Betrag kann und will ich investieren?

Definiere, welchen konkreten Betrag du in ETFs anlegen möchtest. Planst du, die Gesamtheit eines größeren Vermögens, zum Beispiel aus einer Erbschaft oder einer Bonuszahlung, zu investieren oder nur einen Teil davon? Oder möchtest du regelmäßig einen gewissen Prozentsatz deines laufenden Einkommens anlegen? Wie viel kannst und möchtest du beispielsweise monatlich zum Sparen aufbringen? Diese Fragen solltest du im ersten Schritt für dich klären.
 

2. Möchte ich regelmäßig sparen oder einmalig investieren?

Aus der Beantwortung der ersten Fragen ergibt sich, welche Investmentform die richtige für dich ist. Hast du beispielsweise einen festen Betrag bestimmt, den du regelmäßig sparen willst, eignen sich ETF Sparpläne am besten für die Vermögensbildung. Sie sind sehr flexibel: Du kannst sie jederzeit stoppen, wieder aufnehmen und anpassen. Manche Online Broker bieten Sparpläne bereits ab einer Sparrate von 1 Euro an.
 
Steht ein größerer Betrag für ein Investment zur Verfügung, ist es ratsam, diesen als Ganzes per Einmalkauf in ETFs anzulegen. Wenn du dich unwohl dabei fühlst, eine größere Summe auf einen Schlag zu investieren, kannst du den Gesamtbetrag auch in zwei oder drei Tranchen unterteilen, die du in kurzer zeitlicher Abfolge anlegst.
 
Du kannst die beiden Investmentformen auch kombinieren, indem du einen vorhandenen größeren Betrag sofort anlegst und anschließend im Rahmen eines Sparplans weitere ETF-Anteile hinzukaufst.
 

3. Wie lange kann und will ich anlegen?

Verschaffe dir einen Überblick über deine finanzielle Lage und definiere konkrete Investmentziele. Brauchst du das angelegte Geld zu einem konkreten Zeitpunkt, zum Beispiel für den Kauf eines Autos oder den nächsten Sommerurlaub (kurzfristig: bis 3 Jahre)? Planst du mittelfristig (3-10 Jahre) vielleicht, eine Immobilie zu kaufen oder auf Weltreise zu gehen? Oder denkst du eher langfristig (mehr als 10 Jahre) und möchtest mit ETFs eine Altersvorsorge aufbauen? Wenn letzteres der Fall ist, musst du keinen festen Zeitraum bestimmen und kannst das Investment ruhigen Gewissens laufen lassen.
 
Generell gilt: Dein persönlicher Anlagehorizont hat entscheidenden Einfluss darauf, wie viel Risiko du bei deinem Investment eingehen solltest.
 

4. Wie viel Risiko halte ich aus?

Deine ganz persönliche Risikotoleranz bestimmt, welche Schwankungen du bereit bist auszuhalten. Ein reines Aktienmarkt-Investment kann innerhalb weniger Wochen auch mal 50 Prozent an Wert verlieren. Wie du solche Schwankungen psychisch verkraftest, entscheidet deine Risikotoleranz. Langfristig lohnt sich das Investment in Aktien – allerdings nur, wenn du in unsicheren Marktphasen nicht gleich panisch verkaufst, sondern an deiner Strategie festhältst.
 
Neben der Risikotoleranz gibt es einen weiteren Faktor, den es zu beachten gilt: Wenn du während einer Krise am Aktienmarkt deine Anteile verkaufen musst, um die Miete bezahlen zu können, kann das zu großen Verlusten führen. In diesem Zusammenhang spricht man von Risikotragfähigkeit. Kurz- und mittelfristige Ausgaben begrenzen den Anteil deines Vermögens, den du in risikoreiche Anlageklassen wie Aktien investieren solltest. Anders formuliert: Du bist nur in der Lage, Schwankungen des Aktienmarktes auszusitzen, wenn du in der Zwischenzeit nicht auf das investierte Geld zurückgreifen musst. Berücksichtige bei der Aufteilung deines Vermögens in risikoreiche und risikoarme Anlagen neben deiner Risikotoleranz dementsprechend auch deine Risikotragfähigkeit und deinen Anlagehorizont.
 
Welcher Risikotyp bist du?
In unserem Artikel über Risikotoleranz zeigen wir dir, wie du deine persönliche Risikotoleranz bestimmst und das für dich passende Portfolio zusammenstellen kannst.
Du kannst auf Basis von historischen Daten nachvollziehen, wie hoch die Schwankungen von Aktieninvestments beziehungsweise ETF-Portfolios im Zeitverlauf ausfielen. Daraus lässt sich auch ableiten, welchen Einfluss der Anlagehorizont auf die Risikogewichtung im Portfolio hat. Mehr Informationen und Simulationen findest du in unserem Artikel Aktienrisiko einfach erklärt.
 
Wer sich diesen Schritt nicht zutraut oder sich unwohl dabei fühlt, den Anteil riskanter Anlagen im Portfolio selbst festzulegen, dem empfehlen wir, einen unabhängigen Honorarberater zu Rate zu ziehen.
 

5. Welche Anlagestrategie sollte ich wählen?

Bei einer langfristigen Buy & Hold-Strategie nimmt das mit Aktien verbundene Risiko erheblich ab. Das lässt sich durch langjährige Betrachtungen feststellen. Selbst stark schwankende Aktienmarkt-Investments verlieren ihren Schrecken bei einer Haltedauer, die mehrere Wirtschaftszyklen umfasst. Das Renditedreieck des DAX oder unsere Analyse des Risikos beim Investment in den MSCI World geben dazu Aufschluss. Wenn du deine Geldanlage selbst in die Hand nimmst, solltest du dir also nicht nur über Ihre persönliche Risikobereitschaft im Klaren sein, sondern auch über die Tatsache, dass sich das Schwankungsrisiko bei einem langen Anlagehorizont immer mehr relativiert.
 
Als Selbstentscheider kannst du das Risiko deines Investments bei Bedarf zu Lasten der Rendite reduzieren. Du musst deinem Buy & Hold-Portfolio nur eine risikoarme Komponente hinzufügen oder eine bereits vorhandene vergrößern. Als risikoarme Komponente können Anleihen-ETFs oder Tagesgeld fungieren. Halte dich für die Beimischung risikoarmer Komponenten am besten an Schritte wie 30, 50, 70 Prozent, wie in unseren justETF Weltportfolios vorgeschlagen.
 
Praktisch reichen bereits zwei ETFs dafür aus. Ein teurer Mischfonds (mischt Aktien und Anleihen) vom Berater ist nicht erforderlich. Entsprechende ETF-Portfolios sind nicht nur wesentlich günstiger, sondern bringen oftmals auch eine höhere Rendite.
 
Wähle in in jedem Fall eine passive, breit gestreute Aktienstrategie. Optional kannst du dabei den Fokus auf Themen wie Nachhaltigkeit oder Dividenden legen und gegebenenfalls andere Anlageklassen beimischen.
 

6. Welchen ETF sollte ich auswählen?

Hast du die für dich passende Anlagestrategie gefunden, gilt es, den geeigneten ETF für die Umsetzung auszuwählen.
 
Beachte unsere Tipps und Tricks zur richtigen ETF-Auswahl: Finde einen ETF, der vor mindestens drei Jahren aufgelegt wurde, ein Fondsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro hat und geringe laufende Kosten aufweist. Wähle die Ertragsverwendung entsprechend deiner persönlichen Situation. Nutze dafür unsere ETF Suche oder den justETF Strategie Planer.
 
Das sind die Top ETFs auf den MSCI World
Mit unserem Anlageleitfaden die besten ETFs auf den MSCI World-Index entdecken!
Mehr erfahren

7. Welcher Broker passt zu mir?

Mithilfe unseres ETF Sparplan Tests solltest du die Gebührenmodelle für ETF Sparpläne und ETF-Orders (Kauf/Verkauf) vergleichen. Idealerweise suchst du dir einen deutschen Online Broker (wegen der einfacheren Steuerbehandlung) mit niedrigen Kosten. Hierbei kann zwischen zwei Broker-Typen unterschieden werden: Du kannst entweder extrem günstig bei einem Neo-Broker wie Scalable Capital, Smartbroker oder Trade Republic sparen und handeln. Oder du entscheidest dich für eine Online-Vollbank mit Broker-Angebot wie bei comdirect oder Consorsbank. Diese sind zwar teurer, bieten dafür aber zusätzlich ein Girokonto und mehr Serviceleistungen. Unser Online Broker Vergleich liefert dir detaillierte Informationen zu den einzelnen Angeboten.
 

8. Wann und wie passe ich mein Portfolio am besten an?

Nach einer gewissen Zeit kann die Vermögensverteilung im Portfolio von der ursprünglichen Ausrichtung abweichen. Mit nur kleinen Transaktionen, einmaligen Einzahlungen oder Veränderungen der Sparrate kannst du mit dem sogenannten „Rebalancing” darauf reagieren und Anpassungen vornehmen. Lasse dich von unserem Portfolio-Tool mit Rebalancing-Funktion dabei unterstützen.
 
Wenn du die hier aufgeführten acht Punkte für dich bearbeitet hast, bist du startklar für dein ETF-Investment. justETF bietet dir mit umfangreichen Vergleichen, Wissensartikeln und hilfreichen Tools dafür wichtige Entscheidungshilfen. So kannst du deine eigene Vermögensanlage zu deinem Vorteil aufbauen und überwachen.
 
 
justETF Newsletter: Die besten Tipps & Tricks zu ETFs
 
Jetzt kostenlos anmelden