Was ist Portfolio-Rebalancing?

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Portfolio-Rebalancing hilft dir, langfristig Risiken in deinem Portfolio zu kontrollieren und bietet die Chance auf eine Zusatzrendite durch antizyklisches Handeln.

Was ist Portfolio-Rebalancing?
 
Was dich in diesem Artikel erwartet
 

Was ist Portfolio-Rebalancing?

Portfolio-Rebalancing bedeutet auf deutsch „Ausbalancieren des Portfolios”. Es ist eine Taktik, die von vielen Fachleuten empfohlen wird und die eng mit dem Buy and Hold-Ansatz verbunden ist.
 
Der Grundgedanke einer Buy-and-Hold-Strategie ist es, häufige Umschichtungen zu vermeiden. Stattdessen legst du eine strategische Asset Allocation fest und verfolgst diese über Jahre hinweg. Damit steht diese Anlagestrategie in starkem Kontrast zum sogenannten „Stock-Picking” oder Markt-Timing.
 
Aber machen wir uns nichts vor: Die gleiche Strategie über Jahre im Portfolio beizubehalten, ist auch eine Herausforderung. Denn selbst ohne dass du aktiv ins Depot eingreifst, verändert sich deine Anlagestruktur durch Wertschwankungen der einzelnen Positionen. Das bedeutet, dass die Portfolioaufteilung im Zeitverlauf stark von der ursprünglichen Gewichtung abweichen kann.
 
Dann ist es Zeit für ein Portfolio-Rebalancing! Hierbei werden die Positionen, die stark an Wert gewonnen haben, anteilig verkauft und Positionen, die an Wert verloren haben, zugekauft. So stellst du die ursprüngliche Verteilung deines Portfolios und damit auch das gewünschte Risiko-Rendite-Profil wieder her.
 
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Ein Beispiel: Veränderung der Portfoliostruktur bei einem 50:50 Aktien-Renten-Portfolio

Veränderung der Portfoliostruktur am Beispiel eines 50:50 Aktien-Renten-Portfolios
  Aktien      Anleihen   
Quelle: justETF Research
 
Zur Verdeutlichung haben wir ein einfaches Beispiel-Portfolio mit einer strategischen Anlagestruktur von 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen erstellt. Im Beispiel-Portfolio hat der Aktienanteil seit Portfolioauflage um 52 Prozent an Wert gewonnen. Der Rentenanteil ist im Vergleich nur um 9 Prozent gewachsen. Dies hat dazu geführt, dass sich die Aktien-Renten-Verteilung von 50:50 auf 58:42 verschoben hat.
 
Wie auch der Chartverlauf zeigt, weist der Aktienanteil eine deutlich höhere Kursschwankung (sog. „Volatilität”) als der Rentenanteil auf. Somit bedeutet ein höherer Aktienanteil auch ein höheres Risiko im Portfolio.
 
Mit einem Portfolio-Rebalancing stellen wir die 50:50-Verteilung von Aktien und Anleihen im Portfolio wieder her. Im Falle unseres Beispiel-Portfolios bedeutet das, dass 66 Stücke des Aktien-ETF verkauft und 74 Stücke des Anleihen-ETF nachgekauft werden müssen.
 
justETF Tipp: Beim Portfolio-Rebalancing profitierst du von einem Phänomen, das unter dem Namen Mean Reversion, also Rückkehr zum Mittelwert, bekannt ist.

Portfolio-Rebalancing am Beispiel eines 50:50 Aktien-Renten-Portfolios mit justETF

Portfolio-Rebalancing am Beispiel eines 50:50 Aktien-Renten-Portfolios mit justETF
Quelle: justETF Research
 
 

Warum macht Rebalancing Sinn?

Es gibt drei gute Gründe, warum es dir langfristig einen Mehrwert bietet:
 
1. Risikokontrolle
Die Börse ist ein Auf und Ab. Es kommt immer wieder zu Übertreibungen an den Märkten. Somit gibt es Phasen, in denen sich der Anteil risikoreicher Anlagen deutlich erhöht und das Gesamtportfolio nicht mehr deiner Risikobereitschaft entspricht.
 
Bei unserem obigen Beispiel-Portfolio war die Aktien-Renten-Verteilung Anfang 2020 bereits deutlich in Richtung der Aktien gekippt. Der Kurseinbruch bei Aktien zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 hätte sich deshalb viel stärker auf das Portfolio ausgewirkt als bei der ursprünglich festgelegten 50:50-Verteilung. Mit einem Portfolio-Rebalancing steuerst du dein Risikoniveau auf einfache Weise – kostengünstig und zeitsparend.
 
2. Antizyklisches Handeln
Ein Portfolio-Rebalancing liefert tendenziell antizyklische Handelssignale. Das bedeutet, dass Anteile an risikoreicheren Positionen (z. B. Aktien) in Hochphasen tendenziell abgebaut und in Tiefphasen wieder aufgebaut werden. Das verbessert langfristig die Renditechancen.
 
Auch hier hilft zur Verdeutlichung der Blick auf unser Beispiel-Portfolio: Die Verluste bei der Aktienkomponente im März 2020 wären durch ein vorheriges Rebalancing (z. B. im Januar 2020 im Zuge eines routinemäßigen, jährlichen Checks) stark vermindert worden.
 
3. Anlagedisziplin
Portfolio-Anpassungen auf Basis einer Rebalancing-Strategie, wie beispielsweise anhand von Anlagegrenzen, eliminieren den Bedarf für Markt-Timing. Damit ist es ein idealer Ansatz, den psychologischen Fallstricken der Geldanlage entgegenzuwirken.
 
 

Was kostet Rebalancing?

Gleich vorweg: Es ist nicht kostenfrei. Grundsätzlich fallen beim Handeln Transaktionsgebühren und möglicherweise Steuern auf Veräußerungsgewinne beim Verkauf von Positionen an. Diese Kosten solltest du immer in Betracht ziehen.
 
Kosten und Nutzen eines Rebalancings müssen im Verhältnis bleiben. Bei zu hohen Kosten solltest du auf ein Portfolio-Rebalancing einzelner Positionen oder sogar gänzlich verzichten.
 

Cash-Flow-Rebalancing durch Einzahlung

Neben einem klassischen Portfolio-Rebalancing, bei dem einzelne Positionen verkauft und andere gekauft werden, kannst du auch ein Cash-Flow-Rebalancing durchführen. Dabei stellst du die strategische Anlagestruktur des Portfolios mit einer Einzahlung wieder her. Dies hat den Vorteil, dass nur Käufe getätigt werden. Steuerpflichtige Veräußerungsgewinne fallen damit nicht an.
 

Klassisches Portfolio- vs. Cash-Flow-Rebalancing durch Einzahlung

Klassisches Portfolio-Rebalancing vs. Cash-Flow-Rebalancing durch Einzahlung
  Verkauf      Kauf      Einzahlung   
Quelle: justETF Research
 
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