Altersvorsorge mit ETFs: So geht’s

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Wie können Sie mit ETFs fürs Alter vorsorgen und warum ist das so wichtig? Wir verraten es Ihnen in diesem Artikel.

Altersvorsorge mit ETFs: So geht’s
Was Sie in diesem Artikel erwartet
 

Vorsorgesysteme am Limit?

Im Alter ausreichend finanzielle Freiheit genießen und unbeschwert leben – wer möchte das nicht? Selten jedoch waren die Hürden größer als aktuell: Eine immer höhere Lebenserwartung und der geburtenstarke Jahrgang der Baby-Boomer stellen die staatlichen und betrieblichen Rentensysteme vor große Herausforderungen.
 
Höchste Zeit also, die Altersvorsorge selber anzugehen. Doch wie sollte man das am besten tun? Unser Tipp: Nutzen Sie ETFs. Das geht einfach, ist fair und günstig. Sie benötigen keine Bankfiliale und keinen Bankberater. Wir erklären Ihnen, was Sie dabei beachten müssen und welche Risiken es gibt.
 
 

Kann man mit ETFs Geld verdienen?

Mit ETFs, also börsengehandelten Indexfonds, können Sie einfach Vermögen aufbauen: Monatliche Sparbeiträge und gegebenenfalls auch Einmal-Investments werden in ETFs investiert, die einen breiten Börsenindex wie den MSCI World abbilden. Über die Jahre hinweg sorgen das Wachstum der Unternehmen und reinvestierte Unternehmensgewinne für Wertsteigerungen in Ihrem Depot.
 
6 Vorteile auf einen Blick
  1. Diversifikation: Statt auf einzelne Aktien werden Chancen und Risiken auf viele Schultern verteilt, das Risiko aus Einzelwerten sinkt überproportional.
  2. Niedrige Kosten: Mit ETFs Vermögen zu bilden kostet nicht viel. Die Konditionen der Online Broker sind sehr günstig geworden, die Fonds selbst verlangen nicht viel und Vertriebsprovisionen sind keine enthalten.
  3. Buy and Hold: Statt hin und her im Depot ist eine lange Haltedauer entscheidend. Das vermeidet unnötige Handelskosten und senkt das Aktienrisiko enorm.
  4. Der Cost-Average Effekt: Das regelmäßige Investieren in ETFs auch in schlechten Börsenphasen mit einem konstanten Sparbetrag macht sich später in guten Börsenphasen umso positiver bemerkbar – profitieren Sie vom Durchschnittskosteneffekt.
  5. Sachinvestment: Mit dem Investment in Aktien-ETFs investieren Sie in Anteile an globalen Unternehmen, die das Ziel haben, Gewinne zu erwirtschaften.
  6. Sicherheit: Ihre Anteile sind verbriefte Fondsanteile, die vor der Insolvenz von Marktteilnehmern geschützt sind.
Klingt gut, aber Sie sind dennoch skeptisch? Wir haben Ihnen mit einem Sparplan in einen MSCI World ETF – in Euro gerechnet – simuliert, ob das wirklich funktioniert. Eingezahlt wurden über 30 Jahre konstant 300 Euro. Das Ergebnis: Aus 300 Euro monatlicher Sparrate wären nach 30 Jahren über 420.000 Euro in Ihrem Depot geworden!
 
 

Wie viel Geld steht nach 30 Jahren ETF Sparen zur Verfügung?

Sparplansimulation 30 Jahre, MSCI World (in EUR), 300 EUR Sparrate
Sparplansimulation 30 Jahre, MSCI World (in EUR), 300 EUR Sparrate
  Angesparter Betrag in EUR      Wert der Anteile in EUR      MSCI World in EUR   
Quellen: MSCI, Deutsche Bundesbank, justETF Research; Stand: 31.05.2022
 
 

Wie viel Geld kann man aus ETFs entnehmen?

Haben Sie über die Jahre hinweg durch Sparen ein Vermögen aufgebaut, können Sie es zu einem von Ihnen bestimmten Zeitpunkt nutzen. Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, bestimmen Sie selbst. Diese Freiheit haben Sie nur, wenn Sie in Eigenregie investieren. Fast alle anderen Anlagelösungen für die Altersvorsorge legen den Zeitpunkt im vornherein fest!
 
Das funktioniert bei ETFs aber nur gut, wenn Sie das angesparte und vermehrte Vermögen nicht mit einem Schlag auflösen.
 
4 Nachteile, wenn Sie Geld aus ETFs auf einmal entnehmen
  1. Der Zeitpunkt der Auflösung könnte in einer ungünstigen Kapitalmarktphase erfolgen und Sie leicht die Hälfte Ihres angesparten Depotwertes kosten.
  2. Alle erzielten Erträge wären beim Verkauf der ETF-Anteile sofort steuerpflichtig. Denn ein großer Teil der Erträge mit ETFs wird oberhalb des Sparerpauschbetrages pauschal mit der Abgeltungsteuer plus Soli besteuert.
  3. Die Anlage des Vermögens statt in ETFs dann auf dem Cash- oder Tagesgeldkonto ist ab 100.000 Euro nur unzureichend gegen eine Bankenpleite geschützt. Dies gilt nicht für ETFs.
  4. Das Vermögen müsste nach einem Verkauf also wieder investiert werden, um genutzt werden zu können. Wenn Sie das Vermögen aber in andere Anlageklassen investieren wie zum Beispiel eine Immobilie, sind hohe Gestehungs- und Transaktionskosten damit verbunden – zusätzlich zu den Steuern auf die ETF-Erträge. Investieren Sie das Vermögen in eine Rentenversicherung, so müssen Sie mit hohen Vertriebskosten rechnen und ungünstigen demographischen Berechnungsgrundlagen.
justETF Tipp: Lassen Sie auf den ETF-Sparplan unbedingt einen Entnahmeplan folgen. So bleibt Ihr Geld in Ihrem Depot investiert und Sie bestimmen die Auszahlrate selbst!
Die Einrichtung eines Entnahmeplans funktioniert ganz einfach: Entweder Sie sind bei einem Broker, der einen Auszahlplan anbietet. Oder Sie wechseln zu einem Broker mit besonders niedrigen Ausführungsgebühren. So müssen Sie, unabhängig von der Auszahlrate, im Monat nicht mit mehr als einem Euro Ausführungsgebühren rechnen.
 
In unserem Artikel “ETF-Entnahmepläne ermöglichen regelmäßige Auszahlungen” stellen wir Möglichkeiten zur Entnahme mit Entnahmeplan oder regelmäßigem Verkauf von ETF-Anteilen vor.
 

So funktioniert die Altersvorsorge mit ETFs

Altersvorsorge mit ETFs: So funktioniert Vermögensaufbau und die Entnahme richtig
Quellen: justETF Research; Stand: 30.05.2022
 
 

Wie zahlt man am besten ETFs aus? 

Die Umsetzung eines Entnahmeplanes bei einem Broker ist ganz einfach. Aber was sollten Sie bei der Höhe der Auszahlrate berücksichtigen? Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie Ihr angespartes Kapital real erhalten können. Denn dann müssten Sie mindestens eine Rendite in Höhe der Inflationsrate erzielen und trotzdem genügend Ausschüttungen erhalten, um Ihre private Zusatzrente auszuzahlen. Das ist erst ab sehr großen Vermögen realistisch.
 
Weitaus realistischer ist es, einen konstanten Betrag zu entnehmen, während Ihr Vermögen noch viele Jahre für Sie arbeiten kann – sozusagen der umgekehrte ETF-Sparplan.
  • Der Nachteil dieser Strategie: Das angesparte Geld ist irgendwann erschöpft. Wann lässt sich nur schwer berechnen, weil der Depotwert ja mit dem Kapitalmarkt schwankt.
  • Der Vorteil dieser Strategie: Übrige Anteile können vererbt werden. Zu vorsichtige Auszahlungen kommen also dem Ehepartner oder den Nachkommen zugute, was bei einer Rentenversicherung nur begrenzt oder gar nicht funktioniert. So hat alles zwei Seiten.
Wir haben eine regelmäßige Entnahme einmal historisch für Sie simuliert. Unser Fazit: Wie die Zukunft aussieht, wissen wir nicht. Aber sowohl über 20 Jahre als auch über 30 Jahre in der Vergangenheit hätten Sie sich bedeutend mehr auszahlen können, als Sie eingezahlt haben – mit einer komfortablen Reserve am Ende. Das ist ein guter Anhaltspunkt.
 
Im Detail: Ein Entnahmeplan über 30 Jahre
  • Aus einem Vermögen von 200.000 Euro in MSCI World-Anteilen im Jahr 1992 hätten Sie sich 30 Jahre lang 1.200 Euro im Monat auszahlen lassen können, also insgesamt 432.000 Euro.
  • Trotzdem hätten sich im Jahr 2022 noch ETF-Anteile im Wert von über 340.000 Euro in Ihrem Depot befunden!
  • Ein ETF mit einer Verwaltungsgebühr von 0,2 Prozent hätte in dieser Zeit Kosten von rund 15.800 Euro verursacht, bei nur 350 Euro an Brokergebühren.
Ein Entnahmeplan über 20 Jahre
Die gleiche Rechnung, gestartet im Jahr 2002 mit ebenfalls 200.000 Euro, hätte Ihnen bei einer Auszahlrate von 1.200 Euro im Monat immer noch einen Depot-Endbestand von knapp 120.000 Euro beschert – und das, obwohl Sie sich 288.000 Euro ausgezahlt hätten! An ETF-Kosten (0,2% Verwaltungsgebühr) wären in den 20 Jahren rund 6.340 Euro aufgelaufen, an Broker Kosten (0,99 €/Entnahme) nur 236 Euro.
Entnahmeplan Simulation 20 Jahre, MSCI World (in EUR), 1.000 EUR/Monat Entnahme
Entnahmeplan Simulation 20 Jahre, MSCI World (in EUR), 1.000 EUR monatliche Entnahme
  Ausgezahlter Betrag in EUR      Wert des Depots in EUR      MSCI World in EUR   
Quellen: MSCI, Deutsche Bundesbank, justETF Research; Stand: 31.05.2022
 
 

Ist die ETF Altersvorsorge steuerlich absetzbar?

Einzahlungen in die ETF-Altersvorsorge sind steuerlich nicht absetzbar und werden auch nicht staatlich subventioniert. Dafür haben Sie jederzeit die Verfügungsgewalt über Ihre Geldanlage.
 
In der Ansparphase hilft der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr (ab 2023), um Steuern auf Ausschüttungen oder die Vorabbesteuerung zu vermeiden. Während eines großen Teils der Ansparphase müssen so keine Steuern entrichtet werden.
 
Erträge, die Sie bei der Entnahme realisieren, sind steuerpflichtig. Sie werden aktuell mit der Abgeltungsteuer (plus Soli) abgegolten. Auf keinen Fall müssen Sie jedoch Steuern auf die gesamte Entnahme zahlen, denn Sie haben ja auch beim ETF-Sparen eine nominale Einzahlung getätigt. In der Zwischenzeit aufgelaufene Verluste werden außerdem verrechnet. Wenn Sie Anteile von Aktien-ETFs verkaufen, fallen die Steuern nach heutigem Stand der Steuerregelungen aber wegen der so genannten Teilfreistellung auch nur für 70 Prozent der Erträge an.
 
Da Sie im Alter üblicherweise weniger steuerbare Einkünfte haben als in der Phase der Erwerbstätigkeit, könnten Grundfreibetrag und Steuerprogression Ihre Steuerlast sogar unter den Satz der Abgeltungsteuer drücken. In diesem Fall lohnt eine Angabe der Kapitalerträge in der Einkommensteuererklärung.
 
 

Unser Fazit: Vor- und Nachteile von ETFs für die Altersvorsorge

Wir haben Ihnen die Vorteile und Nachteile von ETFs für die Altersvorsorge nochmals zusammengestellt, damit Sie selbst entscheiden können, wie Sie verfahren möchten.
 

Altersvorsorge mit ETFs: Ein Vergleich

Vorteile
  • Renditechancen durch Diversifikation und langfristiges Aktieninvestment
  • Niedrige Kosten (kein Berater, günstige Produkte)
  • Volle Flexibilität ohne Mehrkosten
  • Erwirtschaftet auch in Auszahlphase noch Renditen
  • ETF-Depot kann vererbt werden
  • Steuerlich nicht benachteiligt
Nachteile
  • Keine Kapitalgarantie
  • Erfordert Eigeninitiative
  • Erfordert Disziplin
  • Kapitalstock ist endlich
  • Vermögen im Wertpapier-Depot ist nicht geschützt vor Pfändung
  • Wird aus versteuertem Einkommen bespart

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Quelle: justETF Research; Stand: 07/2022
 
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