Aktienrisiko einfach erklärt

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Viele Deutsche scheuen immer noch das Aktienrisiko und setzen lieber auf konservative Sparbücher. Aber sind Aktien langfristig wirklich so riskant?

Aktienrisiko einfach erklärt
 
Das Risiko wird bei Aktien anhand der Wertschwankungen über die Zeit gemessen. Je mehr der Wert einer Aktie schwankt, desto risikoreicher ist sie. In dieser Messform bedeutet Risiko für dich also auch immer Chance.
 
Was dich in diesem Artikel erwartet
 

Wie risikoreich sind Aktien wirklich?

Der Aktienmarkt kann im Zeitverlauf erheblich schwanken. So gibt es Phasen besonders großen Wachstums bis hin zu Krisen wie 2001, 2008, 2011 oder 2020. In Zahlen ausgedrückt: Der globale Aktienmarkt (MSCI World Index) hat auch schon innerhalb weniger Wochen bis zu 50 Prozent seines vorherigen Werts eingebüßt. Daher schrecken viele grundsätzlich vor einer Investition an der Börse zurück und ignorieren unbewusst langfristige Wachstumschancen für ihr Kapital.
 
Wer glaubt, dabei kurzfristig richtig reagieren zu können oder zu müssen, verschätzt sich oftmals und realisiert hohe Verluste. Viele Anlageexperten und auch wir von justETF empfehlen daher, Aktien oder Aktien-ETFs langfristig zu halten und wenig zu handeln. Mehr über diesen Investmentansatz erfährst du in unserem Academy-Artikel Buy and Hold – Die Anlagestrategie einfach erklärt.
 
Aber kann das wirklich funktionieren? Wie lange solltest du investieren, um vor deutlichen Schwankungen geschützt zu sein? Lässt sich dann überhaupt noch Geld verdienen?
 
 

Analyse von Anlagezeiträumen zwischen 1 und 25 Jahren

Dazu reicht es nicht aus, einfach nur die Indexrenditen zu betrachten. Deswegen haben wir diese viel praxisnähere Analyse vorgenommen: Betrachtet werden nämlich Anlagezeiträume zwischen einem Jahr und 25 Jahren zu verschiedenen Zeitpunkten innerhalb der letzten 50 Jahre. Dadurch lässt sich ablesen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt innerhalb dieser 50 Jahre passiert wäre, wenn du nur ein Jahr, über 5 Jahre oder gar 25 Jahre investiert gewesen wärst.
 
Als Basis verwenden wir Monats-Endwerte des MSCI World. Dadurch simulieren wir ein Investment in einen breit diversifizierten, globalen Aktienindex. Investiert wurde in der Währung deines Heimatmarktes, also in Euro. Ausschüttungen wurden dabei reinvestiert, korrigiert um Quellensteuern.
 
Drei Fragestellungen haben wir analysiert und in der folgenden Grafik zusammengefasst. Auf der horizontalen Achse sind die verschiedenen Anlagezeiträume aufgetragen, auf der vertikalen Achse prozentuale Veränderungen.
 
 

Chart: Investment in den MSCI World für unterschiedliche Halteperioden (seit 1971)

Investment in den MSCI World in EUR für unterschiedliche Halteperioden (seit 1971)
Quelle: justETF Research, Rendite MSCI World Net in EUR, Ausschüttungen reinvestiert, eigene Berechnungen
 
 

Erste Frage: Welche Schwankungen traten auf?

Um die Wertschwankungen des MSCI World bildhafter zu machen, haben wir die Extremwerte dargestellt, die für jeden Anlagezeitraum in den letzten 50 Jahren aufgetreten wären.
 
Wärst du nur ein Jahr investiert gewesen, dann hättest du bestenfalls einen Wertzuwachs von 65,3 Prozent einfahren können. Genauso hättest du aber in der schlechtesten Einjahresperiode 39,0 Prozent verlieren können.
 
Je länger der Anlagezeitraum, desto kleiner die Extremwerte: Bei einem Intervall über 10 Jahre hättest du bestenfalls mit 19 Prozent Wertzuwachs rechnen können. Im schlechtesten Fall hättest du allerdings nur rund 4 Prozent verloren.
 
 

Zweite Frage: Wie oft hätte ich ein positives Ergebnis erzielt?

Niemand nimmt gerne Verluste in Kauf. Tatsächlich zeigt die Analyse, dass selbst bei einem Investment von nur einem Jahr bereits 71 Prozent aller Perioden mindestens eine schwarze Null abgeworfen hätten. Das zeigen dir die grauen Punkte und die entsprechenden Prozentzahlen im oberen Bereich der Grafik an.
 
Bei einem Anlagezeitraum von mindestens 14 Jahren gab es nicht eine Konstellation in den letzten 50 Jahren, die dir ein Ergebnis unter Null eingebracht hätte!
 
 

Dritte Frage: Was lässt sich überhaupt verdienen?

Für alle Anlagezeiträume haben wir die durchschnittliche Rendite ermittelt, die sich pro Jahr verdienen ließ. Dieser Durchschnitt erstreckte sich von 8,8 bis 9,9 Prozent.
 
Im Durchschnitt aller Zeiträume innerhalb der Betrachtungsperiode von 50 Jahren ergab sich eine jährliche Rendite von 9 Prozent.
 
Von diesen 9 Prozent müssen noch die Kosten für das Investmentprodukt abgezogen werden. Einen ETF auf den MSCI World erhälst du derzeit ab 0,12 Prozent Kosten pro Jahr. Außerdem haben wir die anfallenden Steuern auf Kapitaleinkommen nicht berücksichtigt, die individuell unterschiedlich sein können. Auch die Inflation findet keine Beachtung. Dennoch bleibt in der Simulation ein ordentlicher Ertrag übrig, den dein Kapital bei einem langfristigen Investment hätte abwerfen können. Bitte beachte aber: Renditen aus der Vergangenheit erlauben keine zuverlässige Aussage zur künftigen Wertentwicklung.
 
 

Fazit: Langfristiges Investieren senkt das Risiko

Das zentrale Ergebnis der Analyse: Je länger du investiert bist, desto eher erhälst du die durchschnittliche Rendite des Aktienmarktes am Ende deines Anlagezeitraums. Langfristiges Investieren senkt das Anlagerisiko also erheblich, insbesondere für Aktien und Aktien-ETFs.
 

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Quelle: justETF Research; Stand: 12/2022
 
 
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