Ausschüttende oder thesaurierende ETFs: Wie investiere ich richtig?

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Anlegende haben die Wahl zwischen ETFs, die regelmässig Erträge aus Aktien oder Anleihen ausschütten und solchen ETFs, die Erträge von selbst wieder anlegen. Wir sagen Ihnen, worauf es bei der Entscheidung ankommt.

Ausschüttende oder thesaurierende ETFs: Wie investiere ich richtig? Ihr Ziel: Sie möchten aus einem vorhandenen Vermögen regelmäßige Erträge erzielen. Dann wählen Sie ausschüttende ETFs. Sie möchten lieber etwas sparen und Geld für die Zukunft zurücklegen? Dann sind diejenigen ETFs Ihre erste Wahl, die Erträge automatisch reinvestieren (thesaurierende ETFs). Inzwischen bieten viele ETF-Gesellschaften sowohl ausschüttende als auch thesaurierende ETFs auf den gleichen Index an. Aber wie finden Sie die Variante, die am besten zu Ihnen und Ihren Anforderungen passt?
 

Regelmäßige Erträge aus ETFs beziehen

Viele Anlegende schätzen Kapitalanlagen, die regelmäßig Erträge ausschütten, zum Beispiel Immobilien. Das geht auch mit ETFs sehr komfortabel. Die Auswahl an ausschüttenden ETFs ist groß: Von den über 1.500 an der deutschen Börse erhältlichen ETFs schütten rund 700 ETFs die Erträge aus.

Ausgeschüttet werden Erträge aus Dividenden von Aktien- und Immobiliengesellschaften oder Zinserträge bei Anleihen. Anlageinstrumente wie Gold oder Rohstoffe liefern keine derartigen Erträge.
 

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Quelle: justETF Research; Stand: 07/2021

Dividendenerträge aus Aktien-ETFs

Dividendenerträge werden generiert, wenn im Index enthaltene Unternehmen Teile ihrer erzielten Gewinne ausschütten. Der ETF sammelt die ausgeschütteten Dividenden und zahlt sie in regelmäßigen Abständen an die ETF-Anlegenden aus, von einmal bis zu zwölfmal pro Jahr.

Mit breiten weltweiten Indizes auf Standardwerte wie dem MSCI World lassen sich Ausschüttungsrenditen von rund 2 Prozent erwirtschaften. Bei spezielleren Märkten liegen die Ausschüttungen teils deutlich darüber. So lassen sich Dividenden-ETFs gezielt als Quelle für passives Einkommen nutzen.
 
Unser Tipp: Mehr über Ausschüttungsrenditen von ETFs erfahren Sie in unserem Artikel Dividendenstarke ETFs als passive Einkommensquelle.

Zinserträge aus Anleihen-ETFs

Fast alle Anleihen schütten regelmäßig einen Zins beziehungsweise eine Kuponzahlung aus, die die Gläubiger:innen bis zur Rückzahlung am Ende der Laufzeit entschädigt. Je höher Anlegende das Ausfallrisiko einschätzen, desto mehr muss der Emittent an Verzinsung für seine Anleihe bieten.

Da die meisten Staaten aufgrund der expansiven Geldpolitik inzwischen Zuzahlungen verlangen, damit ihnen Geld geliehen wird, hat sich diese Einkommensquelle hin zu älteren Anleihen und zu risikoreichen Anlagen verschoben.
 

Thesaurierende ETFs für Zinseszinseffekt nutzen

Wenn Sie nun aber regelmäßig ansparen oder einen großen Betrag für spätere Verwendung anlegen, sind thesaurierende ETFs die richtige Wahl. Hier werden anfallende Erträge entsprechend der Indexzusammensetzung automatisch im ETF in neue Wertpapiere reinvestiert. Sie müssen sich also nicht um die Wiederanlage der Erträge kümmern und nutzen so den Zinseszinseffekt für sich aus – ohne weitere Brokergebühren beim Kauf von neuen ETF-Anteilen.
 
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Ausschüttende oder thesaurierende ETFs: wichtiger Unterschied in der Besteuerung

Egal ob ausschüttend oder thesaurierend: Die auf Erträge anfallende Steuer ist – auf die gesamte Haltedauer betrachtet – die gleiche. Wichtiger Unterschied: Die Besteuerung bei ausschüttenden ETFs erfolgt bei der Ausschüttung sofort durch die Depotbank. Bei thesaurierenden ETFs wird zu Jahresbeginn eine Vorabpauschale erhoben. Im aktuellen Niedrigzins-Umfeld fällt diese allerdings sehr gering aus. Im kommenden Jahr 2022 entfällt die Vorabpauschale sogar ganz. Dadurch genießen thesaurierende ETFs derzeit einen Steuerstundungseffekt: Der Großteil der zu zahlenden Steuer wird erst bei Verkauf fällig, was abermals den Zinseszinseffekt verstärkt. Nähere Informationen zur Vorabpauschale erhalten Sie in unserem Artikel zum Investmentsteuergesetz. Beachten Sie aber: In Abhängigkeit von Ihrer steuerlichen Situation kann es auch vorteilhaft sein, einen ausschüttenden ETF zu wählen, um heute schon Erträge zu realisieren. Nur mit steuerlich relevanten Erträgen können Sie den Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro ausnutzen. Einen Überblick über die Besteuerung von ETFs geben wir Ihnen in unserem Artikel zu ETFs und Steuern.
 
Wichtig zu wissen: Wenn Sie in dividendenstarke Werte im US-Markt investieren, werden bei physisch replizierenden ETFs sofort 30 Prozent US-Quellensteuer belastet. Ausnahme: Physische ETFs, die in Irland aufgelegt wurden, haben hier einen Vorteil und müssen nur den halben Prozentsatz abführen. Das wirkt sich auf die Wertentwicklung Ihres ETF aus. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel US-Quellensteuer sparen mit den richtigen ETFs.

Die richtige Ausschüttungsart finden

Mit der justETF Suche können Sie ganz einfach nach ausschüttenden oder thesaurierenden ETFs filtern. Den Filter hierfür finden Sie am linken Rand unter „Ausschüttung”. Zudem informieren wir Sie auf jedem ETF-Profil in der Rubrik „Ertrag/Steuern” über die Ausschüttungsart und das Ausschüttungsintervall.

Wenn Sie in den US-Aktienmarkt investieren möchten, lässt sich die Suche zusätzlich auf das Fondsdomizil eingrenzen.

Nach ausschüttenden ETFs filtern
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