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Renditeberechnung unter der Lupe: Nur die zeitgewichtete Rendite gewährleistet Vergleichbarkeit

justETF.com

Die Vergleichbarkeit von Renditen ist die Basis für jede Anlageentscheidung. Nur wenn die Renditen verschiedener Anlagen und Portfolios objektiv miteinander vergleichbar sind, können Sie eine gute Entscheidung treffen. Aus diesem Grund berechnet justETF immer die zeitgewichtete Rendite und gewährleistet somit die Vergleichbarkeit bei der Performance-Messung.

Renditeberechnung unter der Lupe: Nur die zeitgewichtete Rendite gewährleistet Vergleichbarkeit justETF berechnet auf allen Portfolioseiten und für ETFs in der Suche die zeitgewichtete Rendite. Dies ist wichtig, wenn Sie verschiedene Portfolios und auch einzelne ETFs miteinander vergleichen möchten. Gerade für Sparer, die regelmäßig Einzahlungen in ihr Depot tätigen, sollte dies die bevorzugte Renditeberechnungsmethodik darstellen.

Es gibt aber auch andere Arten, die Performance einer Anlage zu messen. Dazu zählen die einfache Rendite und die wertgewichtete Rendite (diese ist auch als „kapitalgewichtete” oder „geldgewichtete Rendite” bekannt). Im Folgenden werden wir die Vor- und Nachteile dieser drei Methoden näher beleuchten. Mithilfe von ein paar Rechenbeispielen erläutern wir Ihnen die Unterschiede der drei Berechnungsmethoden näher.

 

Zeitgewichtete Rendite

Die zeitgewichtete Rendite ist unabhängig von Einzahlungen und Auszahlungen. So erhalten Sie für jedes Portfolio über einen beliebigen Zeitraum eine objektive Rendite. Weder die Höhe noch der Zeitpunkt einer Zahlung haben einen Einfluss auf diese Renditeberechnung. Damit eignet sie sich sehr gut, um alle Arten von Anlageprodukten und Anlagestrategien direkt miteinander zu vergleichen. So können Sie die zeitgewichtete Rendite eines einzelnen ETF mit der zeitgewichteten Rendite eines gesamten Portfolios direkt vergleichen. Die zeitgewichtete Rendite gilt als Standardmethode von Investmentgesellschaften und professionellen Investoren.

Bei der zeitgewichteten Rendite werden die täglichen Renditefaktoren basierend auf einfachen Renditen mathematisch multiplikativ verknüpft.

 

Wertgewichtete Rendite

Im Gegensatz zur zeitgewichteten Rendite berücksichtigt die wertgewichtete Rendite den Zeitpunkt und die Höhe aller Zahlungsströme in der Berechnung. Wenn Sie in eine Anlage investieren, in der der Manager die Zahlungsströme in und aus dem Portfolio steuert, so ist die wertgewichtete Rendite die präferierte Methode, um die Performance zu messen. Als Beispiele sind hier Private-Equity-Fonds oder auch geschlossene Immobilienfonds zu nennen. Diese Methode würden Sie auch wählen, wenn Sie selbst versuchen, den Markt zu timen und Ihren Erfolg darin messen wollen.

Wenn Sie oder Ihr Investment-manager kein aktives Markt-Timing verfolgen, dann über- oder unterschätzt die wertgewichtete Rendite das Ergebnis und liefert keinen sinnvollen Wert, um den Erfolg mit anderen Anlagen zu vergleichen.
 
 

Einfache Rendite

Die einfachste Methode, die Rendite eines Investments zu berechnen, ist es, den Gewinn oder Verlust einer Anlage im Verhältnis zum investierten Kapital zu setzen. Diese Berechnung ist simpel und funktioniert perfekt für Anlagen, wenn keine Zu- oder Abflüsse im Depot stattfinden. In anderen Fällen jedoch liefert dieser einfache Prozentsatz keine gute Kennzahl für das Wachstum Ihres Portfolios.

 

Renditeberechnungsmethoden im Vergleich

Lassen Sie uns nun ein paar Fallbeispiele durchgehen.

Wenn Sie heute 5.000 Euro in ein ETF-Portfolio investieren und in einem Jahr daraus 5.500 Euro geworden sind, dann haben Sie eine Rendite von 10 Prozent erwirtschaftet. Wenn Sie noch ein weiteres Jahr investiert sind und im zweiten Jahr ebenfalls ein Wertzuwachs von +10 Prozent erwirtschaftet wird, dann hat Ihr Portfolio eine Rendite von 21 Prozent geliefert. Da es keine Ein- oder Auszahlungen innerhalb dieses Zeitraums gab, liefern alle drei Berechnungsarten das gleiche Ergebnis.

 

Renditeberechnungsmethoden für eine Anlage von 5.000 EUR im Vergleich

Renditeberechnungsmethoden für eine Anlage von 5.000 EUR im Vergleich
Fallbeispiel 1: Anfangswert 5.000 €/Endwert nach 2 Jahren 6.050 €/Wertentwicklung von +10% im 1. und 2. Jahr
Quelle: justETF Research
 
Rechenweg

Was bedeutet es aber nun, wenn Sie nach einem Jahr noch weitere 5.000 Euro in dieses ETF-Portfolio investieren und im zweiten Jahr ebenfalls +10 Prozent Wertzuwachs erwirtschaftet wird? Nach der einfachen Renditeberechnung liegt die Performance jetzt bei 15,5 Prozent. Das würde heißen, Ihr Investment hätte sich lediglich deswegen schlechter entwickelt, weil Sie nach einem Jahr zusätzliches Geld investiert haben. Das stimmt so natürlich nicht. Die einfache Renditeberechnung erweist sich in diesem Fall als ungeeignet.
 
Da die Wertentwicklung in beiden Jahren gleich ist, erzielen die wertgewichtete und zeitgewichtete Rendite in diesem Fallbeispiel das gleiche Ergebnis. Das Timing der Einzahlung hat keinen Einfluss.

 

Einfluss einer Einzahlung von 5.000 EUR auf die unterschiedlichen Renditeberechnungsmethoden

Einfluss einer Einzahlung von 5.000 EUR auf die unterschiedlichen Renditeberechnungsmethoden
Fallbeispiel 2: Anfangswert 5.000 €/Einzahlung von 5.000€ nach 1 Jahr/Endwert nach 2 Jahren 11.550 €/Wertentwicklung von +10% im 1. und 2. Jahr
Quelle: justETF Research
 
Rechenweg

Wie sieht die Rechnung nun aus, wenn sich Ihr Portfolio in beiden Jahren unterschiedlich entwickelt hat? Nehmen wir an, im ersten Jahr hat Ihr Portfolio +35 Prozent Wertzuwachs und im zweiten Jahr +20 Prozent generiert. Investieren oder entnehmen Sie während des Betrachtungszeitraums kein Geld, so liefern alle Berechnungsarten wie im ersten Beispiel wieder das gleiche Ergebnis (siehe Fallbeispiel 3).

 

Renditeberechnungsmethoden bei unterschiedlichen Wertentwicklungen im Vergleich

Renditeberechnungsmethoden bei unterschiedlichen Wertentwicklungen im Vergleich
Fallbeispiel 3: Anfangswert 5.000€/Endwert nach 2 Jahren 8.100 €/Wertentwicklung von +35% im 1. Jahr und +20% im 2. Jahr
Quelle: justETF Research
 
Rechenweg

Erfolgt jedoch eine Einzahlung in das Portfolio zur zweiten Periode, verdeutlicht dieses Beispiel auch den Unterschied zwischen der wertgewichteten und der zeitgewichteten Renditeberechnung (siehe Fallbeispiel 4). Hier macht es sehr wohl einen Unterschied, zu welchem Zeitpunkt Sie weiteres Geld in Ihre Strategie investieren. Im Nachhinein betrachtet, wäre es natürlich vorteilhaft gewesen, im ersten Jahr bereits das gesamte Geld in diese Strategie zu investieren, da hier der Wertzuwachs höher ausfiel als im zweiten Jahr. Aus diesem Grund liefert die wertgewichtete Rendite mit 56,8 Prozent über zwei Jahre auch ein niedrigeres Renditeergebnis. Wollen Sie die Entwicklung dieses Portfolios jedoch mit alternativen Portfoliostrategien oder einzelnen ETFs wie dem DAX oder MSCI World vergleichen, so geht dies objektiv nur mit der zeitgewichteten Rendite.

 

Einfluss einer Einzahlung von 5.000 Euro bei unterschiedlichen Wertentwicklungen

Einfluss einer Einzahlung von 5.000 Euro bei unterschiedlichen Wertentwicklungen
Fallbeispiel 4: Anfangswert 5.000 €/Einzahlung von 5.000 € nach 1 Jahr/Endwert nach 2 Jahren 14.100 €/Wertentwicklung von +35% im 1. Jahr und +20% im 2. Jahr
Quelle: justETF Research
 
Rechenweg

Die Berechnungsmethodik kann auch einen Einfluss auf das Vorzeichen der erwirtschafteten Rendite haben. So ist es möglich, dass zum Beispiel die zeitgewichtete Rendite ein positives Ergebnis, während die Rendite nach der wertgewichteten oder einfachen Berechnungsmethode ein negatives Ergebnis liefert. Dies ist natürlich nur möglich, wenn während des Betrachtungszeitraums Einzahlungen oder Auszahlungen stattgefunden haben (Fallbeispiel 5 und 6).
 
Dieser Umstand birgt deutliches Potenzial zur Verwirrung. Wollen Sie den Erfolg Ihres Portfolios wieder mit einer alternativen Strategie oder Benchmark (wie z. B. dem DAX) vergleichen, so ist auch hier die zeitgewichtete Rendite (im Fallbeispiel 6 sind dies 8,0%) der richtige Vergleichsmaßstab. Hätte der DAX im gleichen Zeitraum -5,0 Prozent Verlust eingefahren, wären Sie mit der einfachen und wertgewichteten Rendite nicht in der Lage, den richtigen Schluss zu ziehen. Ihre Strategie hätte sich in diesem Fall mit 8,0 Prozent wesentlich besser entwickelt als -5,0 Prozent.

 

Ergebnis einer negativen Entwicklung im zweiten Jahr auf die Renditeberechnungsmethoden

Ergebnis einer negativen Entwicklung im zweiten Jahr auf die Renditeberechnungsmethoden
Fallbeispiel 5: Anfangswert 5.000 €/Endwert nach 2 Jahren 5.400 €/Wertentwicklung von +35% im 1. Jahr und -20% im 2. Jahr
Quelle: justETF Research
 
Rechenweg


 

Einfluss einer Einzahlung von 5.000 Euro bei einer negativen Entwicklung im zweiten Jahr

Einfluss einer Einzahlung von 5.000 Euro bei einer negativen Entwicklung im zweiten Jahr
Fallbeispiel 6: Anfangswert 5.000 €/Einzahlung von 5.000 € nach 1 Jahr/Endwert nach 2 Jahren 9.400 €/Wertentwicklung von 35% im 1. Jahr und -20% im 2. Jahr
Quelle: justETF Research
 
Rechenweg