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Die MSCI-Index-Klassifikationen und wie sie die Welt einteilen

justETF.com

Viele ETFs bilden MSCI-Indizes nach. Wer aber ist MSCI und wie beeinflusst seine Weltsicht Ihr Portfolio?

Die MSCI-Index-Klassifikationen und wie sie die Welt einteilen MSCI ist einer der weltweit führenden unabhängigen Index-Anbieter. Die Mehrheit der zugänglichen ETFs bildet einen MSCI-Index oder einen der Konkurrenten FTSE, STOXX oder S&P nach.

Wenn Sie in einen ETF investieren, sollten Sie den nachgebildeten Index verstehen. Schließlich ist dessen Entwicklung für die Performance Ihres Investments ausschlaggebend. Was viele nicht wissen: Jeder Index-Anbieter unterteilt die globalen Märkte auf unterschiedliche Weise. Wie also funktionieren MSCI-Indizes?

 

Die Funktionsweise der MSCI-Indizes

MSCI betrachtet die Weltmärkte wie eine Matroschka. So passen die einzelnen Indizes wie eine Steckpuppe zusammen. Ausgangs-„Puppe” ist der MSCI ACWI (All-Country World Index), der den Großteil der globalen Märkte umfasst.

Innerhalb dieses Index befinden sich verschiedene Sub-Indizes, die die Welt in kleine Stücke teilen.

Wenn Sie also einen ETF auf den MSCI ACWI kaufen, verfügen Sie auf einen Schlag über ein breit gestreutes Aktien-Portfolio. Sie können aber auch die kleineren Unter-Indizes als Basis verwenden und Ihre „eigene Sicht” auf die Welt zusammen bauen.

Insgesamt deckt der MSCI ACWI 85 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung ab. Der Index bildet mehr als 2.400 große und mittelständische Unternehmensaktien in 23 Industriestaaten und 24 Schwellenländern nach. Allerdings beträgt der Anteil der Schwellenländer im MSCI ACWI lediglich rund elf Prozent, während sie ungefähr ein Drittel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen.

 

Die Aufteilung der globalen Regionen und Länder gemäß MSCI

Die Aufteilung der globalen Regionen und Länder gemäß MSCI
Quelle: MSCI.com; Stand: 16.03.2018


Viele Investoren nutzen jedoch das BIP als Maßstab für die wirtschaftliche Bedeutung globaler Märkte. Deshalb bevorzugen Sie es vielleicht, ein Portfolio aus einigen Regionen- oder Länder-Indizes von MSCI selbst zusammenzustellen.

Der MSCI World Index deckt Aktien der entwickelten Länder ab. Schwellenländer werden bei diesem Index außen vor gelassen. Zu den entwickelten Ländern zählen die Staaten und Regionen USA, Kanada, Westeuropa (inklusive Großbritannien, aber ohne Griechenland), Australien, Neuseeland, Japan, Hongkong, Singapur und Israel.

 

Gewichtung nach Marktkapitalisierung

Die bekanntesten MSCI-Indizes basieren auf dem „Free-Float-adjustierten” Marktwert der Aktien. Was bedeutet das? „Free Float” bezieht sich auf die Menge der Aktien, die tatsächlich über die Börse verfügbar ist. Das heißt, dass Wertpapiere, die vom Unternehmensmanagement, von Geldgebern oder Regierungsstellen gehalten werden, nicht berücksichtigt werden.

Ein solcher „Market-Cap-Index” gewichtet die Unternehmen zudem je nach ihrem Marktwert multipliziert mit der Zahl der sich im „Free Float” befindlichen Aktien. Ist also ein Unternehmen gemäß seines Marktwerts zehn Prozent des Gesamtindex wert, dann umfasst es zehn Prozent des Index. Verdoppelt sich der Unternehmenswert, so macht es 20 Prozent des Index aus – vorausgesetzt alle anderen Aktien haben sich nicht verändert. Einige Indizes begrenzen den Wert einzelner Aktien, um eine übermäßige Konzentration zu vermeiden.

 

Die USA machen den Großteil in den MSCI Welt-Indizes aus

Wie hoch diese Konzentration auf Länder-Ebene sein kann, können Sie an der Gewichtung der USA in den Welt-Indizes erkennen. Das Land ist mit etwa 53 Prozent im MSCI ACWI und mit rund 60 Prozent im Index für die entwickelten Länder (MSCI World) vertreten. Aufgrund dieser Dominanz wollen viele Investoren ihr Portfolio mit regionalen oder länderspezifischen ETFs „verfeinern”.

Einer der wichtigsten regionalen Indizes für die Diversifikation in Schwellenländer ist der MSCI Emerging Markets. Dieser enthält die sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) sowie Mexiko, Südafrika, Polen, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Taiwan, Indonesien und andere.

 

Klassifizierung beachten

Südkorea ist mit gut 14 Prozent zweitstärkstes Land im MSCI Emerging Markets. Der Index-Anbieter FTSE hingegen ordnet es der entwickelten Welt zu.

Griechenland wurde von MSCI 2013 zu den Schwellenländern herabgestuft, während Israel nun zu den entwickelten Nationen zählt.

Argentinien ist aus der Gruppe der Emerging Markets herausgefallen und in die sogenannten Frontier Markets herabgestuft worden. Qatar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Pakistan haben den umgekehrten Weg genommen und den Aufstieg geschafft.

Die Frontier Markets bilden die unterste Kategorie der regionalen MSCI-Index-Klassen. Sie umfasst aktuell 22 Länder inklusive Serbien, Ukraine, Nigeria, Simbabwe, Palästina, Vietnam und Kuwait.

 

Der MSCI World nach Marktkapitalisierung unterteilt

Die oben erwähnten Standard-Indizes decken in ihren Märkten große und mittelständische Unternehmen ab.

Große Unternehmen („Large Caps”) machen im MSCI-Universum 65 bis 75 Prozent der gesamten Kapitalisierung eines jeden Markts aus. Mittelständische Unternehmen („Mid Caps”) bilden die nächste Stufe und umfassen rund 5 bis 25 Prozent.

Wenn Sie sich daneben für die 10 bis 20 Prozent Kleinunternehmen („Small Caps”) interessieren, schauen Sie sich einmal die MSCI Investable Market-Indizes (IMI) an. Diese enthalten zusätzlich zu den großen und mittleren auch die kleinen Unternehmen. Die IMI-Indizes bieten Ihnen damit eine Marktabdeckung von etwa 99 Prozent.

 

Die MSCI-Index-Welt nach Marktkapitalisierung

Die MSCI-Index-Welt nach Marktkapitalisierung
Quelle: MSCI.com; Stand: 16.03.2018

Ein gutes Beispiel für einen Investable Market-Index ist der MSCI ACWI IMI. Der Index bildet fast 9.000 Aktien aus 46 Märkten ab und ist einer der am meisten diversifizierten Indizes, den Sie auswählen können.

Exkurs: ETFs bilden sehr große Indizes meist über Sampling nach

Bei einem solch großen Index wie dem MSCI ACWI IMI mit fast 9.000 Aktien ist eine direkte Nachbildung, bei welcher der ETF exakt die gleichen Aktien mit der identischen Gewichtung wie der Basis-Index hält, sehr aufwändig und teuer. Aus diesem Grund greifen die Anbieter in diesen Fällen meist auf die Nachbildungsmethode des Samplings zurück. Hier wird nur eine Auswahl der wichtigsten und liquidesten Titel gekauft, die hauptverantwortlich für die Indexentwicklung sind.

Mit MSCI-Indizes als Vorlage können Sie aber auch in einzelne Länder investieren. Viele Investoren tun dies, wenn sie ein bestimmtes Land in ihrem Portfolio übergewichten wollen. Beispielsweise ist der Anteil Chinas am MSCI-ACWI-ETF geringer als vier Prozent. Um den Anteil Chinas an Ihrem Portfolio zu erhöhen, könnten Sie einen ETF auf den MSCI China hinzukaufen.

MSCI begrenzt oftmals das Gewicht einzelner Unternehmen in einem Index, um das Risiko einer zu hohen Konzentration von Einzelwerten zu reduzieren. Es handelt sich dabei um Länder, in denen wenige Großkonzerne 25 Prozent und mehr des gesamten lokalen Markts ausmachen.
Wie auch immer Sie sich entscheiden, Ihr Portfolio zu diversifizieren: Schauen Sie sich die Factsheets für den Index und den ETF genau an. Nur so verstehen Sie, in was Sie investieren.

ETFs auf MSCI Indizes finden Sie über die justETF-Schnellsuche oder die erweiterten Filter in der ETF-Suche. Wählen Sie eine Region oder ein Land und suchen Sie nach ETFs mit MSCI im Namen. Alternativ können Sie auch in der Index-Auswahlliste direkt den gewünschten Index ansteuern.


Anlageleitfäden für die wichtigsten MSCI-Indizes: