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Das „Permanent Portfolio“: Die Strategie zur Vermögenssicherung

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Warum diese gold- und bargeldlastige Zusammensetzung für Anleger funktioniert, die ihr Risiko bei Marktcrashs verringern möchten

Das „Permanent Portfolio“: Die Strategie zur Vermögenssicherung
 
  • Level: Für alle
  • Lesedauer: 8 Minuten
Das sogenannte „Permanent Portfolio“ ist so etwas wie das Schweizer Taschenmesser der Geldanlage. Es handelt sich um eine auf den ersten Blick komplexe Auswahl an Anlageklassen, die alle unterschiedliche Funktionen erfüllen sollen.
Das klassische „Permanent Portfolio“ teilt seine Asset Allocation wie folgt auf:
  • 25 % Aktien
  • 25 % Gold
  • 25 % langfristige Staatsanleihen
  • 25 % Gelmarkt / Cash
Im Vergleich zu traditionellen 60/40-Portfolios ist dies eine unkonventionelle Mischung, doch es gibt einen stichhaltigen Grund dafür: Die verschiedenen Anlageklassen entwickeln sich in der Regel in unterschiedlichen Marktphasen gut und schützen somit das Vermögen langfristig.
Das trägt dazu bei, Kursverluste im Portfolio zu begrenzen, die Volatilität zu verringern und oft die Erholung zu beschleunigen. Wenn es dein Ziel ist, das Verlustrisiko zu begrenzen, das Kapital zu schützen und dennoch Rendite oberhalb der Inflation zu erzielen, ist das „Permanent Portfolio“ für dich einen Blick wert.
Was dich in diesem Artikel erwartet

Ein Allwetter-Portfolio

Das wohl bekannteste Allwetter-Portfolio stammt von Hedgefonds-Legende Ray Dalio – das Permanent Portfolio unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung jedoch deutlich davon. Die folgenden Tabelle veranschaulicht die Rolle der einzelnen Anlageklassen und die Marktphasen, in denen sie am besten abschneiden:
Aktien Geldmarkt / Cash
Wachstum Konjunkturaufschwung Liquidität Steigende Zinsen
Langfristige Anleihen Gold
Schutz vor Rezession und Deflation Sinkende Zinsen Absicherung für unruhige Zeiten Vertrauenskrisen
Allwetter-Strategien neigen dazu, Aktien unterzugewichten und auf Diversifizierung zu setzen. Der Kompromiss ist klar:
  • Du hältst erhebliche Anteile an Anlageklassen, die im Laufe der Zeit wahrscheinlich weniger Rendite bringen als Aktien.
  • Deren kombiniertes Potenzial bietet dir jedoch die Aussicht auf eine ruhigere Entwicklung des Portfolios, wenn die Märkte turbulent werden.
Die folgende Grafik vergleicht die Wertentwicklung des „Permanent Portfolio“ mit der eines traditionellen 60/40-Portfolios (Aktien/Anleihen) sowie einer risikoreichen 100-prozentigen Aktienquote:
Vergleich der Wertentwicklung: Permanent Portfolio, 60/40 Portfolio und 100 % Aktien
Quelle: justETF, 30.07.2026. Nominale monatliche Gesamtrenditen in EUR (Jan. 2007–Juni 2026). ETF-Gebühren sind enthalten. Die Portfolios werden jährlich neu gewichtet. Permanentes Portfolio: 25 % weltweite Aktien (MSCI World), 25 % Gold, 25 % Geldmarkt, 25 % Anleihen mit langer Laufzeit.
60/40-Portfolio: 60 % weltweite Aktien (MSCI World), 40 % Anleihen mit mittlerer Laufzeit.
100 % Aktien: MSCI World.
Der Chart zeigt, dass im langfristigen Vergleich das 100-prozentige Aktienportfolio (blau) letztendlich seine weniger riskanten Konkurrenten deutlich schlagen konnte.
Doch erst im März 2017 konnten sich Aktien nach den Turbulenzen der globalen Finanzkrise wieder an die Spitze setzen. Allerdings muss man fairerweise auch sagen, dass der Startzeitpunkt für Aktien hier sehr nachteilhaft gewählt wurde.
Die ersten Auswirkungen der Finanzkrise breiteten sich 2007 in der Wirtschaft aus. Aktien begannen zu fallen und stürzten dann weit stärker ab als die besser diversifizierten Portfolios.
Weltweite Aktien verloren auf dem Höhepunkt der Krise 49 %. Demgegenüber verzeichnete das 60/40-Portfolio einen Verlust von 26 %, während das „Permanent Portfolio“ mit -2,6 % kaum nachgab.
Auch der restliche Zeitabschnitt zeigt, dass sich das Muster immer wiederholt. Das „Permanent Portfolio“ entwickelt sich ohne größere Rücksetzer kontinuierlich nach oben und kann somit deutlich die Inflation ausgleichen.

Portfoliorisiko und -rendite

Die folgende Tabelle verdeutlicht die Entwicklung des oben abgebildeten Charts anhand wichtiger Kennzahlen zu Portfoliorisiko und -rendite (in Euro):
Portfolio Kumulierte Rendite (%) Jährliche Rendite (%) Volatilität (%) Rendite pro Risiko Maximaler Drawdown (%) Längster Drawdown
„Permanent Portfolio“ 233,5 6,37 6,34 1,01 -10,63 2 Jahre 5 Monate
60/40 278,72 7,07 8,59 0,82 -26,01 3 Jahre 3 Monate
100 % Aktien 434,9 8,98 13,52 0,66 -49,06 5 Jahre 8 Monate
Quelle: justETF Research. Rendite pro Risiko = risikobereinigte Renditen. Ein höherer Wert bedeutet, dass Anleger im Gegenzug für die erlittene Volatilität eine höhere Rendite erzielt haben. Höhere Werte sind somit besser. Der tiefste Drawdown des „Permanent Portfolios” trat im Dezember 2022 auf. Bei den beiden anderen war es im Februar 2009.
Die ersten beiden Kennzahlen messen die Renditen. In dieser Hinsicht haben 100 % Aktien deutlich die Nase vorn.
Allerdings mussten Anleger zahlreiche Rückschläge hinnehmen, um dorthin zu gelangen – wie die anderen vier Kennzahlen zeigen. Diese Kennzahlen berücksichtigen das Risiko, und unter dieser Berücksichtigung führt das „Permanent Portfolio“ die Tabelle an.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Tabelle die Natur des „Permanent Portfolios” auf den Punkt bringt. Wenn du dich dafür entscheidest, wirst du wahrscheinlich Rendite liegen lassen, dafür aber weniger Kursschwankungen hinnehmen müssen.

Krisenmanagement

Das nächste Diagramm veranschaulicht deutlich die Stärke des „Permanent Portfolios” – seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Markteinbrüchen:
Maximum Drawdowns des Permanent Portfolios im Krisen-Vergleich
Das „Permanent Portfolio“ ist durch den orangen Chart abgebildet, wobei die Abwärtsbewegungen bei den 60/40- und 100-Prozent-Aktienportfolio wie zuvor durch den lila und blauen Chart dargestellt sind.
Der Chart zeigt dir jeden Kursrückgang, den die Portfolios gegenüber ihren vorherigen Höchstständen hinnehmen mussten. (Maximum Drawdown)
Wie du sehen kannst, hat das „Permanent Portfolio“ die globale Finanzkrise praktisch unbeschadet überstanden. Das liegt daran, dass langfristige Staatsanleihen und Gold stark in die entgegengesetzte Richtung zogen, als der Aktienmarkt einbrach.
Ganz unabhängig von den Anlageklassen wie Gold und Anleihen lohnt es sich, darüber nachzudenken, welchen Unterschied eine Reduzierung der Aktienquote während eines Marktcrashs ausmacht.
Ein 100-Prozent-Aktienportfolio ist am schlimmsten Punkt der globalen Finanzkrise um 49 % gefallen.
  • Das bedeutet, dass die Aktienverluste für das 60/40-Portfolio 49 % × 60 % = 29 % betrugen,
  • während die Aktienverluste des „Permanent Portfolios“ bei 49 % × 25 % = 12 % lagen.
Da der Cashanteil unverändert blieb und die verbleibenden 50 % des Portfolios an Wert gewannen, als sich die Lage verschärfte, wird deutlich, warum das „Permanent Portfolio“ auf dem Höhepunkt der Krise nur um 2,6 % gefallen ist.
Die Strategie hat seitdem bei fast jeder größeren Marktkorrektur erneut funktioniert. Die Robustheit des „Permanent Portfolio“ war besonders beeindruckend im Jahr 2011, während des Abschwungs 2018, während der Corona-Pandemie und im Jahr 2025, als Trumps Zölle bekannt gegeben wurden.
Natürlich kann dich das „Permanent Portfolio“ nicht vor jeder Situation schützen. Im Jahr 2022 war es keine große Verbesserung, und während des Iran-Kriegs ist es stärker eingebrochen als seine Konkurrenten.

Warum funktioniert das „Permanent Portfolio“ so gut?

Das Geheimnis des Portfolios liegt in seinen sich ergänzenden Anlageklassen.
Aktien, Gold und langlaufende Anleihen sind für sich genommen allesamt volatile Anlageklassen. Sie korrelieren aber wenig miteinander und gleichen so in Kombination gegenseitig ihre Schwächen aus.
Zudem verhindert die Obergrenze von 25 % für jede einzelne Position, dass das Portfolio einbricht, wenn ein einzelner Vermögenswert stark an Wert verliert.
Die geringe Korrelation der Anlageklassen wird in der folgenden Tabelle deutlich:
Aktien (Welt) Staatsanleihen Cash Gold
Aktien (Welt) 1 0,11 -0,13 -0,10
Quelle: justETF Research; Nominale Korrelation von Anlageklassen Dez 2006 bis Feb 2026
Niedrige und negative Werte bedeuten, dass die jeweilige Anlageklasse ein guter Diversifikator für Aktien-ETFs ist.
Geldmarktinstrumente und Gold weisen in diesem Zeitraum sogar eine negative Korrelation zu Aktien auf. Das bedeutet, dass sie sich im Laufe der Zeit tendenziell entgegen der Entwicklung des Aktienmarktes bewegen.
Mit anderen Worten: Wenn Aktienkurse fallen, besteht eine begründete Chance, dass Gold oder der Geldmarkt leicht zulegen und so als Gegengewicht wirken.
Auch Staatsanleihen weisen einen niedrigen Wert auf, sodass sie sich häufig anders verhalten als Aktien.
Das „Permanent Portfolio“ beinhaltet im Gegensatz zur abgebildeten Tabelle langfristige Staatsanleihen.
Langfristige Staatsanleihen dürften in einer tiefen Rezession, wenn die Zentralbanken die Zinsen senken, von allen Anlageklassen am stärksten steigen. Die globale Finanzkrise war ein Musterbeispiel für diese Art von Ereignis.
Zentralbanken wie die EZB und die Federal Reserve senken ihre Leitzinsen drastisch, um die Wirtschaft zu stützen. Investoren flüchten unterdessen in Staatsanleihen, während die Aktienkurse fallen.
Langfristige Staatsanleihen mit gutem Rating sind in dieser Situation ein begehrtes Anlageinstrument. Da sie erst in vielen Jahren fällig werden, können ihre Inhaber bis zum Abklingen der Krise höhere Zinsen (im Vergleich zum sinkenden Leitzins der Zentralbank) erzielen.
Andererseits können langfristige Anleihen bei steigenden Zinsen erhebliche Verluste erleiden.
Das Zinsrisiko kehrt sich in diesem Szenario um. Nun sind kurzfristige Anlagen gefragt – wie sie beispielsweise in Geldmarktprodukten gehalten werden.
Der Grund dafür ist: Wenn die Zinsen beispielsweise von 1 % auf 3 % steigen, möchtest du nicht auf Wertpapieren mit 1 % Zinsen sitzen bleiben. Die überwiegende Mehrheit der Geldmarktpapiere hat eine Laufzeit von weniger als drei Monaten.
Jede Position läuft also schnell aus, und dein Geld wird stattdessen in neue, höher verzinsliche Anlagen investiert.
Deshalb stiegen Geldmarkt-ETFs, als die Zinsen im Jahr 2022 stiegen, wie folgt an:
Wertentwicklung von Geldmarkt-ETFs bei steigenden Zinsen
Quelle: justETF. Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap, Renditen in Euro. (Sep 2022-Aug 2023).
Bleibt noch Gold. Gold ist äußerst unvorhersehbar. Es hat sich im Zeitalter der ETFs als hervorragendes Diversifikationsinstrument erwiesen, kann aber auch jahrelang an Wert verlieren.
Die Lehre daraus lautet: Bei Gold ist alles möglich. Das ist sowohl seine Stärke als auch seine Schwäche.
Wenn Anleger das Vertrauen in herkömmliche Finanzanlagen verlieren, suchen sie oft Zuflucht in alternativen Wertanlagen. Hier kommt Gold ins Spiel. Das erklärt auch, warum das Edelmetall in Krisenzeiten – wie beispielsweise in den von Stagflation geprägten 1970er Jahren und während der globalen Finanzkrise – glänzte.
Was wäre, wenn Gold erneut in einen langen Bärenmarkt abgleiten würde? Nun, das „Permanent Portfolio“ beantwortet diese Frage, indem es sein Vermögen auf vier sehr unterschiedliche Anlageklassen verteilt.
Jüngere Anleger setzen in der Regel voll und ganz auf Wachstum mit einer hohen Aktienquote. Das kann am Anfang durchaus sinnvoll sein.
Ältere Anleger müssen jedoch darüber nachdenken, ihr Vermögen zu schützen, wenn ihr Vermögen wächst und ihr Humankapital langsam abnimmt.
Das „Permanent Portfolio“ glänzt in dieser Rolle der Vermögenssicherung. Anhand der obigen Diagramme und Tabellen kannst du selbst erkennen, dass seine Kursrückgänge in der Regel gering und von kurzer Dauer sind.
Allerdings ist die Kunst auch die Disziplin bei der Verwaltung eines „Permanent Portfolios“. Es ist schwer, der Versuchung zu widerstehen, die Aktienquote zu erhöhen, wenn diese sich in einer mehrjährigen Bullenmarkt befinden.
Es besteht die Gefahr, Aktien gerade auf dem überhitzten Höhepunkt des Marktes stärker ins Portfolio zu gewichten – genau dann, wenn dies am wenigsten sinnvoll ist.
In einer nervenaufreibenden Krise verläuft dieselbe Dynamik hingegen umgekehrt. Das Portfolio muss neu ausbalanciert werden, damit die Risikomanagementstrategie funktioniert.
Neugewichtung bedeutet, alles zu verkaufen, was sich gut gehalten hat (oft Gold oder Anleihen), um mehr von dem zu kaufen, was stark gefallen ist (oft Aktien) – was genau das Gegenteil dessen ist, was sich inmitten der Panik vernünftig anfühlt.
Glücklicherweise ist dies eine Disziplin, die mit der Erfahrung leichter fällt und daher eher für ältere Anleger geeignet ist, die bereit sind, risikoreiche oder weniger diversifizierte Portfolios abzubauen.
Alternativ könntest du einfach die Kernprinzipien des „Permanent Portfolio“ an eine modifizierte Version deiner bestehenden Strategie anpassen.
Andere beliebte „Allwetter“-Varianten enthalten 40–50 % Aktien. Manche fügen Rohstoffe hinzu oder passen die Bestände an langfristigen Anleihen und Barmitteln an. Der Austausch von langfristigen Anleihen gegen mittelfristige Anleihen ist eine beliebte Änderung.
Um dein eigenes „Permanent Portfolio“ zu erstellen oder deine derzeitige Diversifikation zu verbessern, gehst du wie folgt vor:
  • Passende ETFs suchen
  • ETFs finden
  • Wähle deine Anlageklasse, z. B. „Weltaktien“ oder „Edelmetalle“ für Gold
  • Klicke auf das Sortiersymbol, um die ETFs/ETCs nach Fondsgröße zu sortieren
  • Die größten ETFs geben Aufschluss darüber, welche Produkte andere Anleger halten.
  • Prüfe, ob die Gesamtkostenquote (TER) wettbewerbsfähig ist.
  • Vergewissere dich, dass die Fünfjahresrendite (5Y in %) in etwa der der engsten Konkurrenten des ETFs entspricht. Ein Unterschied von ein paar Prozentpunkten über fünf Jahre ist kein Grund zur Sorge.
  • Prüfe, ob das Rendite-Risiko-Verhältnis (Rendite/Risiko 5Y) in etwa dem ähnlicher ETFs entspricht.
Weitere Infos zur Auswahl von ETFs findest du in diesem Artikel: „Die richtige ETF-Auswahl: Tipps und Tricks“, wenn du deine Auswahl weiter optimieren möchtest.

Quellenangaben

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