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Rentenlücke berechnen: So planst du deinen Ruhestand mit ETFs

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Die gesetzliche Rente allein wird für die meisten nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Doch wie groß ist die Differenz wirklich? Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deine persönliche Rentenlücke berechnest und welche Rolle die Inflation dabei spielt.

Rentenlücke berechnen: So planst du deinen Ruhestand mit ETFs
 
  • Level: Für alle
  • Lesedauer: 6 Minuten
Viele Anleger beschäftigen sich mit ETFs, um für das Alter vorzusorgen. Doch wie viel Kapital musst du eigentlich bis zum Renteneintritt angespart haben? Um das zu beantworten, musst du einige Dinge beachten.
Was dich in diesem Artikel erwartet:

Schritt 1: Den Bedarf im Alter ermitteln

Der erste Schritt ist oft der schwierigste: Wie viel Geld wirst du im Monat benötigen, wenn du nicht mehr arbeitest?
Eine gängige Faustformel besagt, dass du etwa 80 Prozent deines Nettoeinkommens benötigst, um deinen Lebensstandard zu halten. Warum weniger als heute? Im Alter fallen meist einige Kosten weg – etwa für die Fahrten zur Arbeit, Kinder oder die Vorsorgeaufwendungen selbst. Zudem ist das mögliche Eigenheim bis dahin im Idealfall abbezahlt.
Beispiel: Bei einem aktuellen Nettoeinkommen von 3.000 Euro läge dein Bedarf im Alter bei ca. 2.400 Euro (in heutiger Kaufkraft).
Diese Daumenregel kann dir als Orientierung dienen. Wie viel du am Ende wirklich für dein persönliches Glück benötigst, ist eine individuelle Frage, die nur du selbst beantworten kannst.

Schritt 2: Die voraussichtliche Rente bestimmen

Schau in deine jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Dort findest du eine Prognose über deinen voraussichtlichen monatlichen Rentenanspruch.
Wichtig: Dies ist ein Bruttowert. Von der gesetzlichen Rente werden im Ruhestand noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern abgezogen. Als grobe Orientierung kannst du etwa 15 bis 20 Prozent Abzüge einkalkulieren.
Verwende für deine Kalkulation am besten die bereits an die Inflation angepassten Werte aus deinem Rentenbescheid. Die Rentenversicherung gibt dort zwei Prognosen an: eine mit einer jährlichen Rentensteigerung von 1 % und eine mit 2 %. Du kannst die Berechnung für dich mit beiden Werten durchführen oder alternativ einen Mittelwert bilden, um ein realistisches Szenario für deine zukünftigen Bezüge zu erhalten. Berücksichtige bei dieser Aufstellung zusätzlich auch bereits bestehende Ansprüche aus einer betrieblichen Altersvorsorge, privaten Rentenversicherungen oder anderen sicheren Einnahmequellen, um ein vollständiges Bild deiner zukünftigen Einnahmen zu erhalten.

 

Schritt 3: Berechnung der Rentenlücke und des Faktors Inflation

Wenn du heute 2.400 Euro benötigst, wirst du in 20 oder 30 Jahren aufgrund der Inflation einen nominal deutlich höheren Betrag brauchen, um die gleichen Waren und Dienstleistungen zu kaufen.
Bei einer moderaten Inflationsrate von 2 Prozent pro Jahr verdoppeln sich die Preise in etwa alle 35 Jahre. Das bedeutet: Wer heute mit 2.000 Euro auskommt, benötigt in 35 Jahren etwa 4.000 Euro für den gleichen Lebensstandard. Den Betrag, den du voraussichtlich benötigen wirst, kannst du einfach selbst mit der Zinseszinsformel ermitteln.
Die Formel lautet:
Kn = K0 x (1 + p)n
Formel-Komponenten:
  • Kn = Nominalwert, den du in der Zukunft benötigst, um dieselbe Kaufkraft wie heute zu haben.
  • K0 = heutiger Kapitalbedarf
  • p = Inflationsrate als Dezimalzahl (z.B. 0,02 für 2 Prozent)
  • n = Jahre bis zum Renteneintritt
Beispielrechnung:
  • K0 = 2.400 Euro
  • p = 0,02
  • n = 25
Kn = 2.400 Euro x (1 + 0,02)25
Kn = 3.937,45 Euro
Dies bedeutet: Um Waren und Dienstleistungen im heutigen Wert von 2.400 Euro zu erwerben, benötigst du in 25 Jahren bei einer jährlichen Inflationsrate von 2 Prozent 3.937,45 Euro.
Die Formel zur Rentenlücke
Die Grafik verdeutlicht das Prinzip anhand eines konkreten Beispiels mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 3.000 Euro. Legt man die gängige 80 %-Faustformel zugrunde, ergibt sich ein monatlicher Bedarf von 2.400 Euro, um deinen Lebensstandard im Alter zu halten. Steht dem ein voraussichtlicher Rentenanspruch (inklusive betrieblicher Vorsorge) von 1.400 Euro netto gegenüber, beträgt die monatliche Rentenlücke 1.000 Euro.

Rentenlücke berechnen

Rentenlücke berechnen
Quelle: justETF Research; Stand: 03.03.2026
Die Berechnung lautet:
Gewünschtes Netto-Einkommen - voraussichtliche Netto-Rente = monatliche Rentenlücke
Achte darauf, sowohl für das gewünschte Netto-Einkommen als auch die voraussichtliche Netto-Rente inflationsbereinigte Werte zu verwenden, wie wir es in den vorangegangenen Schritten hergeleitet haben. Um diese Lücke nun zu schließen, musst du entweder weitere Rentenpunkte erwerben, über eine betriebliche Altersvorsorge verfügen oder – und darauf konzentrieren wir uns an dieser Stelle – ein entsprechendes Wertpapier-Vermögen aufbauen.

Wie viel Kapital ist nötig?

Hast du deine monatliche Rentenlücke ermittelt, kannst du den Kapitalbedarf hochrechnen. Eine Methode ist beispielsweise die „4-Prozent-Regel“. Sie besagt, dass du jährlich 4 Prozent deines Kapitals entnehmen kannst, ohne dass dein Depot (zu schnell) aufgezehrt wird.
Rechnung:
Benötigtes Kapital zum Renteneintritt = jährliche Rentenlücke ÷ jährliche Entnahmerate (0,04 für 4 Prozent) 
Beispiel: Fehlen dir 1.000 Euro im Monat (12.000 Euro im Jahr), bräuchtest du ein ETF-Portfolio von 300.000 Euro.
Die „4-Prozent-Regel“ wird von einigen Experten inzwischen allerdings als zu optimistisch angesehen. Je nach Risikotragfähigkeit lässt sich die Formel aber auch einfach mit 3,5 oder 3 Prozent Entnahmerate rechnen.
Beispiel: Wenn deine jährliche Rentenlücke 12.000 Euro pro Jahr beträgt und du mit einer 3-%-Entnahme rechnest, benötigst du ein ETF-Portfolio von 400.000 Euro. 
Beachte hierbei jedoch auch, dass die Beispielrechnungen auf Bruttobeträgen basieren. In der Realität fallen beim Verkauf auch Steuern und Gebühren an, die du mit berücksichtigen musst.
In diesem Artikel findest du übrigens weitere Entnahmestrategien im Überblick.

Fazit: Frühzeitig starten zahlt sich aus

Die Berechnung der Rentenlücke bleibt immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden, da Variablen wie Inflation, Rentenanpassungen, Einkommen und Steuern variieren können. Sie bietet dir aber eine Orientierung, wie viel Geld du im Alter zur Seite gelegt haben solltest. Um ein besseres Gefühl zu bekommen, kannst du einfach verschiedene Szenarien durchrechnen.
Je früher du beginnst, die Lücke über einen ETF-Sparplan zu schließen, desto stärker arbeitet der Zinseszinseffekt für dich. Schon kleine monatliche Beträge können über Jahrzehnte den entscheidenden Unterschied machen, um die Rentenlücke im Alter zu schließen.
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