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Jahresrückblick 2025: Unsicherheit als neue Konstante

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Die High- und Lowlights des Jahres 2025 und was wir daraus für 2026 lernen können.

Jahresrückblick 2025: Unsicherheit als neue Konstante
 
  • Level: Für Fortgeschrittene
  • Lesedauer: 7 Minuten
Die Themen in diesem Artikel
Müsste man das Jahr 2025 mit einem einzigen Satz zusammenfassen, wäre es wohl etwas wie: „Das Jahr der Unberechenbarkeit“.
Es war ein Jahr, in dem sich die Finanzmärkte endgültig von den Modellen der klassischen Ökonomie verabschiedeten. Stattdessen folgten sie einem unvorhersehbaren Drehbuch, das irgendwo zwischen Social-Media-Dynamiken, geopolitischen Verwerfungen und disruptiven technologischen Innovationen geschrieben wurde.
Wir wissen, dass Prognosen an den Aktienmärkten im Allgemeinen zwar wenig verlässlich sind, das Jahr 2025 hat die Unberechenbarkeit der Märkte jedoch auf ein neues Level gehoben. In einer Welt, in der ein Unternehmen wie DeepSeek an einem einzigen Tag über eine Billion Dollar an Börsenwert vernichten kann, ist nicht die Fähigkeit zur Vorhersage der entscheidende Rettungsanker, sondern das Beibehalten eines prognosefreien und breit diversifizierten Portfolios.
Selten wurde zudem das Währungsrisiko zwischen Euro und Dollar so deutlich wie in den vergangenen zwölf Monaten. Da US-Aktien das Rückgrat vieler Depots bilden, hinterließ die starke Abwertung des US-Dollars bei vielen europäischen Anlegern spürbare Spuren in der Performance-Bilanz.
Im Folgenden lassen wir die prägendsten Ereignisse Revue passieren, die das Jahr 2025 an den globalen Finanzmärkten so außergewöhnlich gemacht haben.

1. Quartal: Der „Sputnik-Moment“ der Künstlichen Intelligenz

Der 27. Januar 2025 markierte mit der Veröffentlichung von DeepSeek einen Wendepunkt im KI-Sektor. Das chinesische Unternehmen zeigte, dass leistungsfähige Sprachmodelle mit einem deutlich geringeren Kosten- und Hardwareaufwand trainiert werden können, als dies bisher bei den großen US-Technologiekonzernen der Fall war.
Diese Entwicklung belastete die Marktposition von Nvidia und führte zu einer Debatte über die Nachhaltigkeit des bisherigen Wachstums der „Magnificent 7“. Die Kursentwicklung des S&P 500 (in Euro) im ersten Quartal 2025 verdeutlichte die veränderte Erwartungshaltung der Marktteilnehmer.

Performance des S&P 500 im 1. Quartal 2025

Performance des S&P 500 (in Euro) im 1. Quartal 2025
Quelle: justETF. Performance iShares Core S&P 500 UCITS ETF in Euro vom 01.01.2025 bis zum 31.03.2025.
In diesem Umfeld rückte Diversifikation wieder stärker in den Vordergrund. Anleger suchten vermehrt Stabilität durch eine breitere Streuung, wobei neben europäischen Unternehmen auch Branchen wie die Verteidigungsindustrie an Bedeutung für die Portfoliostruktur gewannen.

2. Quartal: Der „Liberation Day“ und das „TACO-Phänomen“

Der 2. April 2025 markierte für die Kapitalmärkte den wohl prägendsten Moment des Jahres, als die US-Regierung unter Donald Trump die Einführung umfassender Handelszölle ankündigte. Dieser Schritt löste an den globalen Börsen eine Phase hoher Volatilität und deutliche Kurskorrekturen aus.
In dieser Phase etablierte sich der Begriff des „TACO-Trades“ (Trump Always Chicken Out). Er beschreibt das Muster, dass auf eine aggressive politische Rhetorik oft eine Phase der Deeskalation und Verhandlungsbereitschaft folgte, sobald die Kursverluste an der Wall Street ein kritisches Maß erreichten.

Performance des MSCI World im 2. Quartal 2025

Performance des S&P 500 (in Euro) im 1. Quartal 2025
Quelle: justETF. Performance iShares Core MSCI World UCITS ETF in Euro vom 01.03.2025 bis zum 30.06.2025.
Die Entwicklung des MSCI World (in Euro) im zweiten Quartal 2025 verdeutlicht die Heftigkeit dieser Marktbewegungen. Für langfristig orientierte Anleger bot dieser „Flash Crash“ jedoch eine wichtige Lektion in Sachen Disziplin: Wer konsequent an seinem ETF-Sparplan festhielt, konnte den Cost-Average-Effekt nutzen. Durch die Käufe zu niedrigeren Kursen während der April-Korrektur profitierten diese Anleger überproportional von der anschließenden dynamischen Erholung der Märkte. Diese dynamische Erholung ist zudem ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig es ist, in Krisenmomenten die Ruhe zu bewahren (Stichwort: Buy-and-Hold). Nur wenige Wochen nach dem Einbruch hatten die Kurse bereits wieder das Niveau von vor dem „Liberation Day“ erreicht.

3. Quartal: Sommer-Resümee – Energie als Nadelöhr für KI-Rechenzentren und die Zinswende der Fed

Zwischen Juli und September rückte eine fundamentale Erkenntnis in den Fokus der Märkte: Der Ausbau Künstlicher Intelligenz ist nicht nur eine Frage des Baus neuer Rechenzentren, sondern erfordert auch enorme Mengen an Energie. Dieser Fokus auf die notwendige Infrastruktur sowie die historisch hohe Konzentration im S&P 500 und MSCI World auf nur wenige Technologiewerte veranlasste viele Anleger zu einer Sektorrotation.
Im September vollzog die US-Notenbank Federal Reserve schließlich die lang erwartete Zinswende. Die erste Zinssenkung gab insbesondere den Small Caps sowie kapitalintensiven Sektoren, die stärker von Finanzierungskosten abhängig sind, neuen Auftrieb.
Diese Entwicklung bestätigte einmal mehr: Diversifikation ist essenziell. Während der Technologiesektor eine Konsolidierungsphase einlegte, konnten andere Marktsegmente deutlich aufholen und die Performance der Portfolios stützen.

4. Quartal: Shutdown und Blindflug

Die Schlussphase des Jahres war durch einen 43-tägigen Regierungsstillstand („Government Shutdown“) in den USA geprägt. Da in dieser Zeit keine offiziellen Wirtschaftsdaten zur Inflation oder zum Arbeitsmarkt veröffentlicht wurden, fehlte den Marktteilnehmern die gewohnte Orientierungsgrundlage – ein Zustand, der an den Börsen oft als „Blindflug“ beschrieben wurde.
In diesem Umfeld von Unsicherheit war Gold als „sicherer Hafen“ verstärkt gefragt. Im Gegensatz dazu verzeichnete Bitcoin eine Phase deutlich erhöhter Volatilität und starker Kursverluste.

Entwicklung von Gold und Bitcoin im 4. Quartal 2025

Vergleich Coinshares Physical Bitcoin und iShares Physical Gold ETC vom 01.10.2025 bis zum 31.12.2025
Quelle: justETF. Vergleich Coinshares Physical Bitcoin und iShares Physical Gold ETC vom 01.10.2025 bis zum 31.12.2025.
Die Entwicklung von Gold und Bitcoin im vierten Quartal 2025 verdeutlicht, wie unterschiedlich verschiedene Assetklassen auf Phasen politischer Instabilität und mangelnder Datentransparenz reagieren können. Dabei zeigte sich, dass das häufig bemühte Narrativ von Bitcoin als „digitalem Gold“ in dieser Krisenphase nicht standhalten konnte, da sich die Kryptowährung eher als Risiko-Asset denn als stabilisierender Faktor präsentierte.

Gewinner und Verlierer: Die Bilanz des Jahres 2025

Das Jahr 2025 geht für die Kapitalmärkte als besonders ereignisreich in die Geschichte ein – eine Ära außergewöhnlicher Unsicherheit, in der geopolitische Weichenstellungen die Wertentwicklung in den Depots maßgeblich prägten. Zusammenfassend lässt sich die Bilanz der besten und schwächsten Anlageklassen und Indizes eines bewegten Jahres wie folgt ziehen:

Entwicklung der wichtigsten Anlageklassen und Indizes 2025

Entwicklung der wichtigsten Anlageklassen und Indizes 2025
Quelle: justETF. Entwicklung der wichtigsten Anlageklassen und Indizes 2025 vom 01.01.2025 bis zum 31.12.2025.

1. Der absolute Gewinner: Gold (+45,93 %)

Gold festigte im Jahr 2025 seine Position als unangefochtener Spitzenreiter unter den Anlageklassen. Mit einer Rendite von fast 46 % untermauerte das Edelmetall seine Funktion als „sicherer Hafen“ in einem Marktumfeld, das von geopolitischen Spannungen, Zollpolitik und einer steigenden globalen Staatsverschuldung geprägt war.
Diese Suche nach Sicherheit führte zu massiven Käufen durch Zentralbanken, institutionelle Fonds und Privatanleger. In diesem Fahrwasser konnte Silber die Entwicklung sogar noch übertreffen: Dank seiner industriellen Komponente und der hohen Nachfrage erzielte es Renditen von über 100 %.

2. Die positive Überraschung: Europa (+20,83 %)

Entgegen vieler skeptischer Prognosen erwies sich die Eurozone für Anleger als die rentabelste Aktienregion des Jahres. Der Stoxx Europe 600 schloss mit einem Plus von 20,83 % ab und profitierte dabei maßgeblich von drei Faktoren: der fiskalpolitischen Neuausrichtung Deutschlands bei den öffentlichen Ausgaben, günstigen Bewertungen und einer „Mean Reversion“ sowie der starken Entwicklung im Verteidigungssektor.
Unternehmen wie Rheinmetall entwickelten sich zu den neuen „Champions“ des europäischen Marktes. Diese Sektoren halfen dabei, die Performance der europäischen Indizes zu stützen und viele globale Vergleichswerte hinter sich zu lassen.

3. Globale Diversifikation zahlt sich aus

Schwellenländer (+19,13 %): Trotz der massiven Handelsspannungen und der im April angekündigten Zölle erwiesen sich die Emerging Markets als bemerkenswert widerstandsfähig. Mit einem zweistelligen Zuwachs sicherten sie sich den dritten Platz im Performance-Ranking der wichtigsten Anlageklassen und Indizes. Die Schwellenländer profitierten dabei unter anderem von einer starken Binnennachfrage, einem schwachen Dollar und einer zunehmenden Unabhängigkeit von den Handelsströmen der westlichen Industrienationen (Stichwort: Deglobalisierung).
MSCI World (+7,07): Der klassische Weltindex erzielte im Jahr 2025 zwar eine Rendite, die in etwa seinem langfristigen Durchschnitt entspricht, blieb aber deutlich hinter anderen Weltregionen zurück. Aufgrund der hohen Gewichtung von US-Werten (ca. 70 %) wurde der Index in diesem Jahr zur Bremse für viele Depots. Wer sich ausschließlich auf den MSCI World verließ, ließ 2025 Renditechancen liegen, da die US-Dominanz u.a. durch die Dollar-Abwertung gebrochen wurde.
Das Jahr 2025 markierte damit eine Zäsur: Zum ersten Mal seit Langem zahlte es sich wieder aus, über den Tellerrand der USA hinauszublicken. Eine bewusste geografische Diversifikation, die auch Europa und Schwellenländer stärker gewichtete, war der Schlüssel, um die Underperformance des US-Marktes auszugleichen und das volle Potenzial des globalen Marktes auszuschöpfen.

4. Die relative Enttäuschung: S&P 500 (+3,89 %)

Für Anleger aus dem Euroraum stellte der US-Markt im Jahr 2025 die vermutlich größte Enttäuschung dar. Während die Wall Street in lokaler Währung (US-Dollar) beachtliche Zuwächse verzeichnete, zehrte die deutliche Abwertung des Dollars einen Großteil dieser Gewinne auf. In Euro gerechnet blieb lediglich ein bescheidenes Plus von rund 4 % übrig.
Dies markierte die schwächste relative Performance der USA gegenüber dem Rest der Welt seit 32 Jahren. Für ETF-Anleger war dies eine eindringliche Lektion über den Einfluss des Währungsrisikos: Ein stark konzentriertes US-Portfolio wurde in diesem Jahr durch den Wechselkurseffekt massiv ausgebremst.

5. Das Jahresschlusslicht: Bitcoin (-16,71 %)

Bitcoin bildete das Schlusslicht im Performance-Ranking 2025 und verzeichnete einen deutlichen Jahresverlust. Besonders bemerkenswert war dabei der vollständige Bruch der zeitweiligen Korrelation mit Gold: Während das Edelmetall neue Höchststände markierte, geriet die Kryptowährung unter Druck.
Nachdem Bitcoin im Jahresverlauf zeitweise neue Rekorde getestet hatte, brach der Kurs gegenüber den Höchstständen um rund 30 % ein. Als Hauptgründe gelten die wachsende Skepsis hinsichtlich der Nachhaltigkeit institutioneller Reserven – etwa bei Unternehmen wie Strategy – sowie die nachlassende Dynamik passiver Zuflüsse in Krypto-ETFs. Damit erwies sich Bitcoin in den Krisenmomenten des Jahres eher als klassisches Risiko-Asset denn als stabilisierende Komponente im Depot.
 

Ausblick: Was wir für 2026 lernen können

Das Jahr 2025 liefert eine zentrale Erkenntnis: Die Finanzmärkte sind unberechenbar und folgen selten der von Anlegern oft erhofften Geradlinigkeit.
In ein breit diversifiziertes ETF-Portfolio zu investieren, bedeutet, nicht darauf zu spekulieren, wer die Gewinner von morgen sind. Stattdessen entscheidest du dich für einen prognosefreien Ansatz und investierst einfach in alle Champions der Zukunft – egal, wo auf der Welt sie sich befinden.
Auf diesem Weg ist der ETF-Sparplan dein wertvollster Verbündeter: Er verwandelt Markteinbrüche in echte Gelegenheiten, um zu niedrigeren Preisen nachzukaufen. Wenn dein Anlageziel 10 oder 15 Jahre in der Zukunft liegt, ist ein Kursrückgang kein Problem. Es ist vielmehr eine Chance, günstig einzukaufen und so langfristig Vermögen aufzubauen. 
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