Privatanleger sollten ETFs mehr beachten!

An der Schweizer Börse gibt es mehr als 940 börsengehandelte Indexfonds (ETFs), doch sind es noch die Grossanleger die diese Produkte dominieren.

Privatanleger sollten ETFs mehr beachten! Börsengehandelte Indexfonds, die „Exchange Traded Funds ETF“, sind einfach und gut verständlich: Es sind Anlagefonds, die den Verlauf eines Finanzindex abbilden. Darunter fallen gängige Indexe wie der Swiss Market Index für die Schweizer Börse oder der deutsche Aktienmarktindex DAX, aber auch speziell konstruierte Indexe für die besten Dividendentitel der Welt oder für Unternehmen, die irgendwo auf der Welt erstmals an die Börse gehen. Im Gegensatz zu den „normalen“ Anlagefonds braucht es bei den Indexfonds keine teuren Fondsmanager. Vielmehr wird einfach angestrebt, mittels der Vermögensaufteilung den gleichen Verlauf wie der zugrunde liegende Index zu erreichen. Anteile an diesen passiv verwalteten Fondsvermögen werden an der Börse gehandelt. Sie können somit unter Bezahlung der Handelsgebühren, aber ohne Ausgabe- oder Rücknahmekommissionen, jederzeit gekauft oder verkauft werden.

 

Geschütze Sondervermögen

Die in der Schweiz zugelassenen „Exchange Traded Funds ETF“ sind Sondervermögen, die im Schweizer Kollektivanlagengesetz geregelt sind. Vom Gesetzesschutz her gibt es zwischen aktiven und passiven Anlagefonds mithin keinen Unterschied. Eine erhebliche und für alle Investoren entscheidende Ungleichheit besteht aber bei den Kosten: Weil das teure aktive Fondsmanagement entfällt, zeichnen sich die Indexfonds überwiegend durch vergleichsweise günstige Verwaltungskosten aus.

Deshalb gilt: Mit den derzeit über 940 an der Schweizer Börse kotierten ETFs kann man praktisch in alle Teilbereiche der globalen Finanzmärkte einfach und sehr kostengünstig investieren: Aktien weltweit, von einzelnen Ländern, Ländergruppen, Regionen oder Branchen, Obligationen aller Art, Edelmetalle, Rohstoffe, Geldmärkte sowie in verschiedene in einem Index abgebildete Strategien.

 

Anlageprofis greifen zu

Der ETF-Handel erreichte 2013 an der Schweizer Börse einen auf 90,7 Milliarden Franken gestiegenen Umsatz. Dieser steigt bislang auch im laufenden Jahr. Dafür sind allerdings in erster Linie die Anlageprofis von institutionellen Anlegern wie Pensionskassen, Versicherungen, bankeigenen Vermögen oder Familienstiftungen verantwortlich. Diese investieren besonders kostenbewusst und wissen, dass die viel teureren aktiv verwalteten Anlagefonds ihr Anlageversprechen überwiegend nicht einhalten: Laut der Statistik verpassen nämlich die meisten aktiven Anlagefonds die Rendite ihres Vergleichsindex. Und nur ganz wenigen Fonds gelingt es, eine einmal erreichte Überrendite längerfristig einzuhalten. Ergo: Die hohen Managementgebühren für die Aktivfonds spiegeln sich kaum nachhaltig in Mehrrenditen.

 

Preisbewusstsein erwacht

Schweizer Privatanleger dagegen haben die börsengehandelten Indexfonds und ihre einleuchtenden Vorteile bislang noch kaum entdeckt. Ein Hauptgrund dafür: Im Gegensatz zu andern Wirtschaftsbereichen wie dem Detailhandel, Autos oder Elektronik hat sich im Finanzbereich im breiten Publikum bis vor Kurzem kein richtiges Preisbewusstsein entwickelt. Das ändert in letzter Zeit, weil die hartnäckig tiefen Zinsen an den Kapitalmärkten auch bei den privaten Anlegern mehr und mehr das Kostenbewusstsein in der Geldanlage wecken. Da wird dann erkannt, dass die billigen und an der Börse stets handelbaren Indexfonds, die ETFs, gegenüber den teureren aktiven Anlagefonds grosse Vorteile aufweisen.

 
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