Markt-Update: Cash ist King? Warum Warren Buffett jetzt Milliarden hortet
Warum hält Warren Buffett so viel Cash zurück? Wie hat Donald Trumps Rückkehr ins Weisse Haus die Märkte beeinflusst? Und was macht den neuen S&P 500 Top 20 ETF so besonders?
- Level: Für Fortgeschrittene
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Unsere Themen in diesem Markt-Update
Tops und Flops im November
Starten wir mit einem Blick auf unsere Karte. Die sieht ziemlich durchwachsen aus: Für einige Ländern lief der Monat sehr gut, zum Beispiel für Pakistan – das Plus ist hier mit 15 Prozent sogar deutlich zweistellig. Dahinter liegen Singapur, die Türkei, Kanada und die USA – zu letzteren kommen wir gleich noch im Detail. Es gibt aber auch ziemlich viel Orange und Rot auf unserer Karte – von einer richtigen Jahresendrallye kann man noch nicht sprechen. Unsere Flopliste wird angeführt von den Schwellenländern aus Indonesien, Brasilien und den Philippinen. Aber auch in Europa lief es für viele Länder eher mittelmäßig.
Das gleiche gilt für China. Nachdem die chinesische Regierung im September ein riesiges Rettungspaket angekündigt hatte, war der Kurs deutlich in die Höhe geschossen. Doch nun haben die US-Amerikaner Donald Trump erneut zum Präsidenten gewählt. Für Chinas Wirtschaft ist das eine eher schlechte Nachricht: Trump hat schon in seiner ersten Amtszeit den Handelskrieg mit China begonnen und im Wahlkampf neue Zölle auf Importe aus China angekündigt. Entsprechend sackten die Kurse chinesischer Indizes erstmal ab – der größte ETF auf den MSCI China beispielsweise hat im November etwa 2,5 Prozent verloren.
Anders sieht es aus, wenn wir uns die Entwicklung der verschiedenen Sektoren anschauen: Alle Branchen sind im Plus. Ganz vorn die Nicht-Basiskonsumgüter mit fast elf Prozent Zuwachs. Am “schlechtesten” – wenn man das so sagen kann – lief es für den Gesundheitssektor, da betrug das Plus nur 1,7 Prozent.
US-Wahl: Was bedeutet der Trump-Sieg fürs Portfolio?
Das Thema, das den vorangegangenen Monat ganz klar geprägt hat, ist natürlich die US-Wahl. Nach dem Sieg von Donald Trump schossen die Kurse von US-Indizes nach oben. Selbst die Kurse in Europa ließen sich davon zunächst mitreißen, der DAX zum Beispiel stieg zwischenzeitlich um 1,6 Prozent – und dass, obwohl sich Trumps Politik auf deutsche Unternehmen nicht unbedingt positiv auswirken dürfte, immerhin hat er im Vorfeld angekündigt, neue und höhere Zölle erheben zu wollen. Ein Grund für den Kurssprung dürfte sein, dass das Ergebnis der Wahl sehr schnell und klar feststand. Es gibt also keine wochenlange Hängepartie, die für Unsicherheit gesorgt hätte. Der Wahlsieger – neben Donald Trump – ist aber der Bitcoin: Schon in der Wahlnacht stieg der Kurs und inzwischen kratzt er an der 100.000-Dollar-Marke. Trump ist Krypto-Fan: Vor der Wahl hat er unter anderem eine strategische Bitcoin-Reserve in Aussicht gestellt und gesagt, dass er einen “Bitcoin- und Krypto-Beirat” berufen will, der Richtlinien für die Regulierung von Kryptowährungen entwickelt. Das klingt erstmal widersprüchlich, denn eigentlich steht Donald Trump ja eher für Deregulierung.
Quelle: justETF Research; Stand: 03.12.2024
Tatsächlich könnte Regulierung in diesem Fall aber ein Vorteil sein: Wenn es gelingt, ein rechtssicheres Umfeld zu schaffen, könnten Kryptowährungen für mehr Menschen ein attraktives Investment werden als bisher – die Zielgruppe würde sich also nochmal deutlich vergrößern. Bisher ist aber nicht mal klar, ob Krypto nun als Wertpapier, Rohstoff oder Währung einzustufen ist. Je nachdem, wie die Entscheidung ausfällt, sind unterschiedliche Behörden zuständig und es sind unterschiedlich strenge Pflichten zu erfüllen.
Ein “Hindernis” auf diesem Weg hat sich schon selbst beiseite geräumt: Die US-Börsenaufsicht SEC beziehungsweise ihr Chef Gary Gensler waren Krypto gegenüber eher skeptisch eingestellt. Unter Genslers Führung ging die SEC beispielsweise gegen Binance, Coinbase und Kraken vor. Donald Trump hat Gensler deshalb bereits Kryptofeindlichkeit vorgeworfen und gesagt, dass er ihn feuern würde. Gensler kommt Trump nun zuvor: Kurz nach der US-Wahl hat er verkündet, dass er am 20. Januar zurücktreten wird – das ist der Tag, an dem Donald Trump als US-Präsident vereidigt wird. Kurz nach dieser Nachricht stieg der Bitcoin-Kurs nochmal an.
Wer sich nicht so leicht einschüchtern lässt, ist Jerome Powell, Chef der US-amerikanischen Notenbank, der Federal Reserve. Ob er zurücktreten würde, wenn der Präsident ihn darum bitte, wurde er auf einer Pressekonferenz gefragt. Darauf antwortete er mit einem klaren “Nein”. Pikantes Detail: Trump hat Powell in seiner ersten Amtszeit berufen – war allerdings schon damals so unzufrieden mit dem Kurs der Fed, dass sein Team prüfte, wie man den Fed-Chef loswerden könnte. Und auch jetzt bahnt sich ein Konflikt an: Trumps Pläne, die Steuern zu senken und Zölle zu erhöhen, könnten dazu führen, dass die Inflation steigt. Darauf wiederum müsste die Fed reagieren, sie würde möglicherweise die Zinsen nicht weiter senken oder zumindest nicht so schnell. Hohe Zinsen sind aber eher schlecht fürs Wirtschaftswachstum: Sie bremsen die Nachfrage und wenn Unternehmen sich für Investitionen Geld leihen wollen, ist es für sie teurer. Trump will daher niedrige Zinsen. Es bleibt also abzuwarten, wie dieser Streit ausgeht.









