Der Beweis: Aktive Manager schlagen den Markt nicht

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Aktives Fondsmanagement ist eine schlechte Wette: Das zeigt die S&P Untersuchung "SPIVA Europe Scorecard". Wir klären auf.

Der Beweis: Aktive Manager schlagen den Markt nicht
 
In diesem Artikel
 

Wie aktive Manager immer wieder scheitern

Es gibt einen guten Grund, warum versierte Anleger ihr Geld in ETFs anlegen: weil aktive Fondsmanager bei ihrer Mission, den Markt zu schlagen, routinemäßig scheitern.
 
Der Fluch im Leben aktiver Fondsmanager ist die „S&P Indices Versus Active Funds (SPIVA) Scorecard“. Diese angesehene Studie verfolgt die 1- bis 10-Jahres-Performance aktiver Fonds im Vergleich zu ihren Benchmarks.
 
Seit Beginn der SPIVA-Studie vor zwanzig Jahren sind aktive Manager immer wieder gescheitert. Die jüngsten Ergebnisse bilden da keine Ausnahme: Die Scorecard zeigt, dass die meisten aktiven Aktienfonds nach fünf Jahren keine Outperformance erzielen – und über zehn Jahre erst recht nicht. Der eindeutige Trend:  Die meisten aktiven Manager werden ihrem Hype nicht gerecht – und das gilt in guten wie in schlechten Zeiten.
 
Ein Beispiel: In den letzten zehn Jahren gelang es der Mehrheit der auf Euro lautenden Aktienfonds nicht, ihre Markt-Benchmarks zu schlagen:
 
  • 83% übertrafen die Benchmark für europäische Aktien nicht.
  • 94% konnten die Benchmark für Schwellenländeraktien nicht schlagen.
  • 95% scheiterten an der Benchmark für US-Aktien.
  • 96% schlugen die globale Aktien-Benchmark nicht.
Diese Zahlen sind schockierend, rechtfertigen doch aktive Fondsmanager ihre höheren Gebühren mit dem Versprechen besser zu sein als der Markt, respektive Indexfonds (ETFs), die deren Entwicklung abbilden.
 

Anteil europäischer Aktienfonds, die ihre Benchmark nicht schlagen

Anteil europäischer Aktienfonds, die ihre Benchmark nicht schlagen
Quelle: SPIVA Europe Scorecard Jahresende 2021; 24.3.2022
 
 

Verstecken geht nicht

 
Aktive Fondsmanager können über kurze Zeitperioden den Marktindex schlagen:  So haben beispielsweise 60% der aktiven deutschen Aktienfonds ihre Benchmark über ein Jahr geschlagen. Aber 76% schafften das nicht über volle zehn Jahre, und in anderen Kategorien ist die Bilanz noch schlechter.
 
65% blieben über ein Jahr hinter der Entwicklung des Marktes der Eurozone zurück. 93% scheiterten über zehn Jahre.
 
Die globalen und US-amerikanischen Aktienmärkte sind selbst auf kurze Sicht nur schwer zu schlagen:
  • 82% performten schon im ersten Jahr schlechter als der Weltmarkt.
  • 87% performten schon im ersten Jahr schlechter als der US-Markt.
Aktive Fondsmanager haben selbst in relativ ineffizienten Märkten Probleme, in denen gerne die Einzeltitelauswahl (Stockpicking) als Vorteil herausstellt wird. So verfehlten 74% der Emerging Markets Manager ihre Benchmark über 1 Jahr und sogar 94% über 10 Jahre.
 
Das schlechteste Ergebnis von allen? Die 100% der aktiven Manager, die über fünf Jahre und länger gegenüber dem niederländischen Index verloren haben.
 

Aktiv verwaltete Fonds, die die Benchmarks nicht schlagen (in Euro)

Aktiv verwaltete Fonds, die die Benchmarks nicht schlagen (in Euro)
Quelle: SPIVA Europe Scorecard Jahresende 2021; 24.3.2022
 
 

Glück oder Können?

Kann man die Fondsmanager, die einen Mehrwert liefern im Vorhinein bestimmen? Die Beweislage spricht dagegen. Die Europe Persistence Scorecard zeigt, dass die Auswahl aktiver Fonds auf der Grundlage der vergangenen Performance ein Spiel für Verlierer ist: Wenn du vor vier Jahren in einen globalen Aktienfonds aus dem Top-Quartil investiert hast, waren die Chancen, dass er seinen Platz im Top-Quartil halten konnte, verschwindend gering.
 
Nur 4 % der aktiv verwalteten globalen Aktienfonds schafften dieses Kunststück. Andere Kategorien waren sogar noch unerbittlicher:

Wahrscheinlichkeit, dass ein aktiver Aktienfonds aus dem obersten Quartil im obersten Quartil verbleibt (in Euro)

Wahrscheinlichkeit, dass ein aktiver Aktienfonds aus dem obersten Quartil im obersten Quartil verbleibt (in Euro)
Quelle: Europe Persistence Scorecard: Jahresende 2021; 12.4.2022
 
 

K.O.-Spiel

Eine weitere erschütternde Erkenntnis ist, dass laut SPIVA Europe Scorecard 50% der aktiven globalen Fonds in den letzten zehn Jahren fusioniert oder liquidiert wurden. Bei den Aktienfonds der Eurozone liegt die Verlustrate bei 58% und bei den deutschen Aktienfonds bei 62%. Schlechte Performance ist der Hauptgrund für Schließungen und Fusionen aktiver Fonds, da die Anleger ihr Vermögen aus Vehikeln mit schwacher Erfolgsbilanz abziehen.
 
Dies führt zu einem Survivorship Bias – einem Phänomen, bei dem Fondshäuser ihre frühere Performance kaschieren, indem sie den negativen Beitrag gescheiterter Fonds auslöschen. Wer vor der Wahl zwischen Tausenden von aktiven Fonds steht, kann jedoch nicht wissen, welche Produkte in den kommenden Jahren wegfallen werden.
 
 

Setze nicht auf Glück

Die SPIVA Scorecard zeigt, wie gering die Erfolgschancen des aktiven Managements wirklich sind und bringt damit die Chancen für den normalen Anleger wieder ins Lot.
 
Es stimmt, dass ein kleiner Bruchteil der aktiven Manager über den gesamten Anlagezeitraum hinweg erfolgreich sein wird. Aber es stimmt auch, dass man extrem viel Glück haben muss, um diese goldenen Nadeln im Heuhaufen zu finden. Denn wie die SPIVA-Studie zeigt, ist die Performance der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
 
Deine finanzielle Zukunft ist zu wichtig, um sie dem Zufall zu überlassen!
 
Unsere Lösung: Vermeide das Scheitern des aktiven Fondsmanagements – wähle lieber ein kostengünstiges Portfolio aus ETFs, die so konzipiert sind, dass sie die Benchmark so genau wie möglich wiedergeben.
 
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