7 Gründe für ein zweites Depot

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Deutsche, die Wertpapiere besitzen, haben im Schnitt zwei Depots.* Warum und wann macht das Sinn? Wir geben Ihnen darauf eine Antwort und zeigen, welche Anbieter sich für ein Zweitdepot eignen.

7 Gründe für ein zweites Depot Ein Zweitdepot ist – wie der Name bereits vermuten lässt – nichts anderes als ein weiteres Wertpapierdepot. Sie können ein solches Zweitdepot in einigen Fällen bei Ihrer bereits bestehenden Bank eröffnen oder alternativ bei einem anderen Anbieter. Kurz gesagt: Sie müssen nicht nur bei einer Bank oder einem Online-Broker ein Depot haben, um mit Wertpapieren zu handeln.
 

Warum ein Zweitdepot?

Doch ist es überhaupt sinnvoll ein zweites Depot zu eröffnen? Und wenn ja, in welchen Fällen? Wir haben für Sie sieben Gründe gesammelt, warum es sich durchaus lohnen kann, neben Ihrem bestehenden Depot ein zweites zu eröffnen.
 

1. Wenn Sie von niedrigen Gebühren profitieren wollen

Preise vergleichen lohnt sich – auch bei der Geldanlage in ETFs. Nutzen Sie die Kostenvorteile von Online- bzw. Neobrokern, damit beim Investieren in ETFs mehr von der erwirtschafteten Rendite für Sie übrig bleibt.
 

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2. Wenn Sie das Beste aus beiden Welten genießen wollen

Bei einem klassischen Anbieter bekommen Sie in vielen Fällen mehr Service, zahlen dafür aber auch höhere Gebühren. Bei einem Neobroker handeln Sie dagegen extrem günstig, müssen dafür aber womöglich Abstriche beim Service in Kauf nehmen. Mit zwei Depots können Sie beides kombinieren und je nach Situation das eine oder das andere Depot nutzen.
 

3. Wenn Sie Ihren Wertpapierbestand trennen wollen

Ein Beispiel: Es gibt immer mehr Menschen, die ein Depot für ETF Sparpläne haben, nebenbei aber auch mit Aktien, Kryptowährungen oder Derivaten traden wollen. In diesem Fall kann es durchaus Sinn machen, die Wertpapierbestände voneinander zu trennen. Auch im Hinblick auf Verlustverrechnungstöpfe kann eine Trennung verschiedener Asset-Klassen Sinn ergeben. Denn Gewinne aus ETF-Verkäufen können nur mit realisierten Verlusten aus ETF-Geschäften gegengerechnet werden. Die Verrechnung mit Gewinnen und Verlusten aus anderen Asset-Klassen – wie beispielsweise Einzelaktien – ist hingegen nicht in allen Fällen möglich. Daher kann es aus steuerlicher Sicht Sinn ergeben, mehrere Depots für verschiedene Strategien zu führen.
 

4. Wenn Sie unterschiedliche Strategien testen wollen

Auch zum Testen verschiedener Strategien kann es sich lohnen, die Depots voneinander zu trennen. Mit einem zweiten Depot können Sie so beispielsweise eine etwas risikoreichere Strategie verfolgen.
 
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5. Wenn Sie bestimmte Vermögenswerte trennen wollen

Wenn Sie neben Ihrem eigenen Depot beispielsweise noch ein zweites mit Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner unterhalten möchten, Ihr eigenes aber auf Ihren Namen weiterlaufen soll, bietet sich ein gemeinschaftliches Zweitdepot durchaus an. Doch Vorsicht: Nicht jeder Online-Broker bietet ein “Gemeinschaftsdepot” an.
 

6. Wenn Sie jederzeit flexibel und handlungsfähig bleiben wollen

In extremen Marktphasen oder aufgrund verschiedenster Einflussfaktoren kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass der Handel über Ihr Haupt-Depot zeitweise nicht möglich ist. So geschehen beispielsweise in der Anfangsphase der Corona-Pandemie, wo einige Broker dem hohen Handelsvolumen nicht Stand halten konnten und die entsprechenden Handelssysteme zusammenbrachen. In solchen Momenten ist die Möglichkeit, auf ein zweites Depot auszuweichen, natürlich Gold wert. Auch die Anbindung an verschiedene Börsen bzw. Handelsplätze ist sinnvoll. Sollte ein Handelssystem zeitweise ausfallen, kann man so ganz einfach auf ein anderes Handelssystem ausweichen. Daher sollten Sie nach Möglichkeit darauf achten, dass Ihr Broker an mehrere Handelsplätze angebunden ist. Die meisten Broker bieten eine entsprechende Anbindung an mehrere Börsen an, über Trade Republic oder finanzen.net zero können Sie aber beispielsweise ausschließlich über jeweils ein elektronisches Handelssystem handeln.
 

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7. Wenn Sie den sogenannten “Bestandsschutz” bewahren wollen

Auch aus steuerlichen Gründen kann es für Sie sinnvoll sein, ein zweites Depot zu eröffnen. So fallen beispielsweise Aktien und ETFs, die vor Januar 2009 gekauft wurden, unter den sogenannten “Bestandsschutz” und werden beim Verkauf nicht mit einer Abgeltungssteuer belegt. Um diesen Steuervorteil zu bewahren, kann es Sinn ergeben, die ab Januar 2009 gekauften Wertpapiere vom Altbestand zu trennen. Für alle, die ihre ETFs ausschließlich nach dem 31.12.2008 gekauft haben, entfällt der Bestandsschutz.
 

Das sollten Sie vor der Eröffnung eines Zweitdepots beachten

  • Verluste lassen sich zwischen verschiedenen Depots nicht einfach verrechnen. Das ist erst in der Einkommens-Steuererklärung möglich. Also macht es Sinn, die Depots nach Möglichkeit nicht nach Asset-Klassen-ETFs aufzuteilen, wenn man sich diese Arbeit nicht machen möchte. Eine Lösung könnte stattdessen sein, ein ETF-Depot und ein separates Depot für den Kauf von EInzelaktien zu nutzen.
  • Bei Untätigkeit im Depot berechnen Broker irgendwann Depotgebühren. Das kann vor allem im Hinblick auf ein Depot mit Altbeständen relevant werden (siehe Grund Nr. 7).
  • Bei mehreren Depots sollte man darauf achten, den Freistellungsauftrag für den Sparerpauschbetrag passend aufteilen. 

Antworten auf weitere Fragen

  • Wie viele Depots darf man haben?
    Grundsätzlich gibt es für die Anzahl von eigenen Wertpapierdepots keine Begrenzung.
  • Wie viele Depots sollte man haben?
    Es macht aus den oben genannten Gründen durchaus Sinn, mehrere Depots zu haben. Wie viele Wertpapierdepots man jedoch nutzen sollte, muss jede und jeder für sich entscheiden. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, nicht mehr Depots zu eröffnen, als man in der Lage ist zu managen. Achten Sie also darauf, dass Sie Ihre Depots überschaubar halten und sich nicht verzetteln.
  • Kann ich mein Zweitdepot auch einfach wieder kündigen?
    Wie bei jedem anderen Depot können Sie auch Ihr Zweitdepot jederzeit wieder kündigen. Wenn Sie sich also aus beliebigen Gründen doch dazu entscheiden, dass für Sie ein Zweitdepot keinen Mehrwert bietet, kann es in der Regel unkompliziert gekündigt werden. Erfahren Sie hier, wie Sie den Depotübertrag erfolgreich meistern.

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Quelle: justETF Research; Stand: 07/2022
 
* Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Oliver Wyman aus dem Jahr 2021.
 
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