Investieren in Gold mit ETCs

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Seit Jahrtausenden gilt Gold weltweit als sichere Wertanlage. ETCs (Exchange Traded Commodities) bieten einen modernen und liquiden Zugang zur traditionellen Assetklasse Gold.

Investieren in Gold mit ETCs Gold zieht die Menschen seit jeher in seinen Bann und galt schon immer als Zeichen von Reichtum und Schönheit. Das beweisen nicht zuletzt die zahlreichen historischen Grabbeigaben, die nach Jahrtausenden immer wieder zu Tage treten. Die Beliebtheit des Edelmetalls basierte in der Vergangenheit auch auf seinen guten Verarbeitungseigenschaften für die Herstellung von Schmuck oder Münzen. Zudem ist es nicht anfällig für Korrosion. Das seltene Vorkommen von Gold schafft außerdem eine einzigartige Wertigkeit.

Seit Jahrtausenden bauen wir Gold ab – von den Abenteurern im Goldrausch des 19. Jahrhunderts bis zum heutigen hochtechnisierten Schürfen in den Großminen Südafrikas oder Südamerikas. Dennoch: Würden wir sämtliches heute auf der Welt verfügbare Gold einschmelzen und daraus einen Würfel gießen, wäre dieser nur 21 Kubikmeter groß.

Diese Knappheit in Kombination mit der Beliebtheit des Edelmetalls macht es zu einer Wertanlage, die bereits viele Währungen und sogar Zivilisationen überlebt hat.

 

Traditionelle Gold-Investitionen

Trotz seiner Wertbeständigkeit seit Tausenden von Jahren ist das Investieren in Gold weder einfach noch kostengünstig. Traditionell wird das Edelmetall physisch erworben und aufbewahrt. Doch gerade der Besitz von physischem Gold bringt einige Nachteile mit sich.

Da es wertvoll und gleichzeitig leicht zu transportieren ist, erfreut es sich bei Dieben nach wie vor großer Beliebtheit. Das bedeutet, dass Goldbesitzer ihre Wertanlage sicher verwahren müssen – entweder in einem Safe zu Hause oder in einer Bank. Beides ist mit zusätzlichen und vor allem hohen Kosten verbunden, insbesondere für Kleinanleger.

Ein weiterer Nachteil: Wer Gold verkaufen möchte – ob in Form von Münzen, Barren oder Schmuck – muss zunächst die Echtheit des Edelmetalls prüfen lassen. Aber auch das hat seinen Preis. Professionelle Investoren wenden sich deshalb an anerkannte Lagerunternehmen, die die Echtheit der bei ihnen hinterlegten Goldvorkommen garantieren. Und das verursacht wieder Kosten.

Profis nutzen dagegen gerne bewährte Standards wie den „Good Delivery”Standard der Londoner Bullion Market Association (kurz LBMA). Hier werden Qualität und Barrengröße genau festgelegt. Solche Goldbarren sind bei der LBMA nummeriert und registriert. Allerdings wiegen die normierten Goldbarren rund 12,4 Kilogramm und sind damit rund 450.000 Euro wert.

Alternativ können Anleger auch in Goldminen und Goldförderunternehmen investieren, indem sie deren Aktien an der Börse kaufen. Dadurch sind sie indirekt am Erfolg oder Misserfolg dieser Firmen am Goldmarkt beteiligt. In der Regel steigen oder fallen die Kurse mit der Entwicklung des Goldpreises.

Allerdings sind Investitionen in Branchenunternehmen aufgrund der starken Bindung zum Goldpreis eben auch stark volatil. Des Weiteren sind die Firmen durch den enormen Energie- und Arbeitskräftebedarf bei der Produktion selbst hohen Kosten ausgesetzt. Selbst bei einem steigenden Goldpreis kann das ebenfalls den Unternehmensgewinn schmälern.

 

Neue Wege, um in Gold zu investieren

Relativ jung im Vergleich zur Förderung von physischem Gold ist die Investition über ETCs – Exchange Traded Commodities, also börsengehandelter Rohstoffe.

Über ETCs können Anleger vom Goldpreis profitieren, während sie gleichzeitig wie bei einer Aktie jederzeit ein- und aussteigen können. Sie werden aufgrund ihrer leichten Handelbarkeit an einer Börse oftmals der Kategorie ETF zugeordnet, sind es bei genauerer Betrachtung allerdings nicht.

In der europäischen Union können keine ETFs auf physisches Gold aufgelegt werden. Denn laut gesetzlichen Bestimmungen dürfen diese börsengehandelten Indexfonds nicht ausschließlich in ein einzelnes Investitionsobjekt investieren. Aus dieser Rechtslage heraus sind ETCs auf Gold entstanden. ETCs zählen im Gegensatz zu ETFs nicht als Sondervermögen.

Vielmehr sind ETCs wie Zertifikate zu betrachten. Es handelt sich dabei nämlich um Schuldverschreibungen der emittierenden Institution. Das heißt, dass der ETC-Inhaber im Fall einer Insolvenz des Finanzinstituts leer ausgeht und seine Investition verliert. Um dem entgegenzuwirken, sind Gold-ETCs meist zu 100 Prozent mit physischem Gold besichert. Verträge bürgen dafür, dass das Vermögen der Anteilsinhaber in solch einem extremen Fall erhalten bleibt.

Um Bedenken auszuräumen, verwahren die meisten Produktanbieter das Gold bei renommierten Depotbanken auf und stellen im Internet sogar eine Liste der gekauften Goldbarren zur Verfügung. Diese Listen können Sie auf der Website des jeweiligen Anbieters abrufen. Einige Anbieter beschränken sich bei den Goldbarren zudem auf internationale Standards wie „Good Delivery”. 
 
Anlageleitfaden Gold

Gold-ETFs und -ETCs: Welche sind die besten?

Erfahren Sie in unserem Anlageleitfaden, wie Sie mit ETFs und ETCs in Gold investieren können.
Zum Anlageleitfaden Gold
 

Vorteile von Gold-ETCs

Gold-ETCs gibt es seit 2003. Im Dezember 2018 hat die Menge der Goldbarren, die von ETCs gehalten wird, einen Stand von 2.440 Tonnen erreicht. Damit lag das in physisch hinterlegte ETCs investierte Vermögen weltweit erstmals bei über 100 Milliarden US-Dollar. Die Vorteile dieses Finanzprodukts sind offensichtlich:
 
  • Liquidität: Gold-ETCs können Sie wie Aktien kaufen und verkaufen.
  • Günstige Haltungskosten: Die jährlichen Kosten für Gold-ETCs betragen zwischen 0,00 und 0,59 Prozent.
  • Günstige Handelbarkeit: Die Aufschläge auf Gold-ETCs fallen im Vergleich zu Münzen oder kleinen Barren deutlich geringer aus. Das wirkt sich vor allem dann positiv aus, wenn Sie den Goldanteil des eigenen Portfolios durch Zu- und Verkäufe anpassen wollen.
  • Transparenz: Viele Anbieter von physisch hinterlegten Gold-ETCs stellen auf ihren Websites Listen zur Verfügung, in denen die hinterlegten Goldbarren mit ihren Registrierungsnummern aufgeführt sind.
  • Auszahlbarkeit: Von einigen Gold-ETC-Anbietern können Sie sich Ihr Investment auch in purem Gold nach Hause senden lassen – natürlich gegen einen Aufpreis. 
  • Steuervorteil: Kann Ihnen das ETC-Gold auf Wunsch in kleinen Mengen nach Hause geliefert werden, behandelt die Finanzaufsicht das Investment wie physisches Gold. Für den deutschen Markt gibt es dafür zwei Anbieter: Xetra-Gold und Euwax Gold II. Erträge aus Wertzuwächsen müssen Sie nach einer Haltedauer von einem Jahr demnach nicht versteuern.  
Unser Tipp: In unserem Artikel „Xetra-Gold – liquides Gold als Langfristanlage und für unsichere Zeiten” finden Sie einen Detailvergleich der verfügbaren Gold-ETCs inklusive Angaben zur Abgeltungsteuerpflicht und Sparplanfähigkeit.
 

Nachteile von Gold-ETCs

Wie überall gibt es auch hier Nachteile. Wer bereits eine hohe Menge an physischem Gold besitzt, kann es möglicherweise günstiger selbst oder über eine entsprechende Investmentplattform verwalten. Außerdem können Sie Gold-ETCs weder sehen noch anfassen, und schon gar nicht in die Jackentasche stecken. Im Notfall könnten Sie ETC-Gold-Besitz dann nicht für den Kauf von lebensnotwendigen Nahrungsmitteln einsetzen.

 

Physisch besicherte ETCs

Die meisten Edelmetall-ETCs sind zu 100 Prozent durch das entsprechende physische Edelmetall abgesichert. In der Regel sind physische Gold-ETCs an den Gold-Kassapreis gebunden, dem sogenannten „Spotpreis”. Da Gold üblicherweise in US-Dollar gehandelt wird, besteht noch ein Währungsrisiko gegenüber dem Euro. Dem begegnen zwei Anbieter mit währungsgesicherten Gold-ETCs, die im Vergleich deswegen auch eine etwas höhere Gesamtkostenquote (kurz TER) aufweisen.

Daneben gibt es aber auch börsengehandelte Rohstoff-Indizes, die die Preisentwicklung der entsprechenden Futures widerspiegeln. Um in solche synthetischen ETCs zu investieren, müssen Sie deshalb die Funktionsweise des Future-Markts verstehen. Da die meisten Privatanleger nicht über dieses Wissen verfügen, ist ein physisch besicherter Gold-ETC für jene Investoren die bessere Alternative.

 

Gold als wichtiger Bestandteil des Portfolios

Selbst Investoren, die der künftigen Goldpreisentwicklung skeptisch gegenüber eingestellt sind, besitzen in der Regel einen Anteil des Edelmetalls in ihren Portfolios. Im Allgemeinen bewegt sich der Goldpreis unabhängig von anderen Anlageklassen wie Aktien oder sogar anderen Rohstoffen.
 
Unser Tipp: Es gibt auch sparplanfähige Gold-ETCs, manche davon sogar kostenlos.
 

Die Entwicklung von Aktien, Gold und Rohstoffen in Vergleich

Die Entwicklung von Aktien, Gold und Rohstoffen in Vergleich   Aktien      Gold      Rohstoffe
 
Quelle: justETF; Stand: 28.02.2019; Angaben in Euro
 
Laut gängiger Portfolio-Theorie können Sie das Risiko durch Investitionen in möglichst verschiedene Anlageklassen reduzieren. Außerdem hat sich Gold als gute Beimischung bewährt, da es sich oftmals deutlich besser entwickelt, wenn andere Anlageklassen eine schlechte Performance erzielen. Dies zeigte sich beispielsweise während und in den Folgejahren der Finanzkrise 2008/2009.

Um Gold in solchen Zeiten als „sicheren Hafen“ zu nutzen, empfiehlt sich eine Portfolio-Aufteilung auf das Edelmetall von 5 bis 15 Prozent.

Gold-ETFs und ETCs: Welche sind die besten?
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