Mit ETFs in Goldminen investieren

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Aktien und Gold attraktiv kombiniert – dafür stehen Goldminen-Aktien mit viel Risiko, aber mit entsprechenden Chancen.

Mit ETFs in Goldminen investieren Gold als Assetklasse bereitet viel Freude, denn es verbindet echtes Sachwerteigentum mit exotischem Touch. Es wird als sicherer Hafen geschätzt, in dem Rettung naht, wenn die Weltwirtschaft am Abgrund segelt – wie im ersten Quartal 2020 infolge der Corona-Pandemie oder im Jahr 2008 während der globalen Finanzmarktkrise. Gold ist aufgrund seiner historisch geringen Korrelation mit Aktien und Anleihen begehrt. Es stärkt und diversifiziert Portfolios, insbesondere in hochinflationären Phasen.

Wie kommen Sie nun zu Gold? Sie können natürlich einen Haufen Goldmünzen und -barren an einem sicheren Ort verwahren. Sie können aber auch in einen Gold-ETF oder ETC investieren, bei dem die Lagerung für Sie übernommen wird. Doch es gibt noch einen dritten Weg: das Investment in Goldminen.

Goldminen-ETFs geben Ihnen die Möglichkeit, ein breites Portfolio von Aktien unterschiedlicher Firmen zu nutzen, die allesamt in der weltweiten Exploration, Förderung und Weiterverarbeitung des Edelmetalls engagiert sind.

Da das Vermögen und die Geschäftsaussichten dieser Unternehmen stark an die Entwicklung des Goldpreises gebunden sind, kommen Sie als Halter von Goldminen-ETFs in den Genuss der Vorteile eines Goldinvestments. Doch dies ist nur einer der Vorzüge einer Anlage in Goldminen.

 

Der Goldstandard

Die allseits bekannte Schwäche eines jeden Goldinvestments liegt in seiner mangelnden Rentabilität. Gold ist zwar krisenfest, wirft aber keine Renditen ab. Es gibt keine Dividenden und keine Zinsen. Einzig die Wertsteigerung im Verhältnis zu den Papierwährungen verspricht den Investoren langfristig einen gewisse Gewinnchance. Und selbst dabei bleibt die Frage bestehen: Basiert die Wertsteigerung allein auf der Inflation von Dollar, Euro und Co.? Oder steckt mehr dahinter?

Ganz anders verhält es sich mit Goldminen-ETFs. Da Sie mit diesen in Unternehmensbeteiligungen investieren, profitieren Sie nicht nur vom steigenden Goldpreis allein, sondern gleichzeitig auch von all den anderen Faktoren, die zu einem steigenden Unternehmenswert beitragen und die Aktienanlage so attraktiv machen: von der Eigenkapitalrendite, von steigenden Gewinnen und von den regelmäßigen Dividenden.

Einem guten Management gelingt es, Kosten zu senken und Profite zu steigern, sobald der Goldpreis steigt. Ebenso kann es die Preise gegen einen unvermeidlichen Kursrutsch absichern, sollte die Nachfrage am Goldmarkt stagnieren. Einem Minenbetreiber ist es sogar möglich, seine Produktion gänzlich zu stoppen und seine Reserven erst dann wieder auf den Markt zu bringen, sobald sie wieder profitabel aus dem Boden geholt werden können.

Des Weiteren haben Edelmetalle in der Vergangenheit eine ganz besondere Stärke bewiesen: eine geringe Korrelation mit dem Aktienmarkt und damit einhergehend eine sehr gute Performance während inflationärer Phasen.

 

Volatilität als Chance

Der entscheidende Grund für diese geringe Korrelation besteht in der Volatilität der Goldminenwerte. Die alljährlichen Renditeschwankungen der Edelmetalle sehen wild aus – selbst im Vergleich zu den ohnehin schon sehr volatilen Aktienmärkten.

Die Renditeentwicklung eines ETF auf den DAXglobal® Gold Miners-Index den letzten Jahren veranschaulicht dies überaus prägnant:

 

Performance des L&G Gold Mining UCITS ETF

Performance des L&G Gold Mining UCITS ETF
Quelle: justETF Research; Stand: 28.04.2020

2016 verzeichnete der Fonds einen veritablen Gewinn von rund 54 Prozent. 2017 stagnierte er, bevor es im Jahr 2018 zu einem Verlust von rund 7 Prozent kam. 2019 fuhr der ETF wieder satte Kursgewinne von mehr als 45 Prozent ein. Die Corona-Krise führte zu einem rasanten Kursverlust, gefolgt von einer nicht minder rasanten Erholung.

Auch wenn die Entwicklung in den ersten Monaten 2020 sicher extrem ausfiel: Solche Kursverläufe sind durchaus typisch für Goldminen-ETFs. Um Ihre Renditechance voll auszunutzen, müssen Sie in der Lage sein, den Anteil der Goldminen in Ihrem Portfolio zu maximieren, wenn diese gerade schwere Zeiten durchleben, und genau dann wieder zu reduzieren, wenn das Goldfieber die Märkte ergreift.

Doch warum sind die Kursverläufe so außergewöhnlich? Das Goldminengeschäft ist mit hohen Risiken behaftet. Das war es schon während des kalifornischen Goldrausches im 19. Jahrhundert.

Folgende Faktoren beeinflussen das Rendite-Risiko-Profil der Minenbetreiber: Zum einen sind die Kosten einer Mine weitestgehend fix. Fällt der Goldkurs beispielsweise um 20 Prozent und die Mine ist bei diesem Preis unrentabel, gibt es keinerlei Gewinn. Doch genauso funktioniert der Mechanismus in die andere Richtung: Steigt der Goldpreis um 20 Prozent, führen die stabilen Fixkosten dazu, dass die Rendite der Mine ebenfalls sehr schnell um 50 Prozent und mehr ansteigt.

Zum anderen nutzen viele Minenbetreiber Kredite als Hebel. Sie leihen sich Geld, um Förderstätten zu erkunden und die Produktion in Gang zu bringen. Sind diese Anstrengungen von Erfolg gekrönt, können die Minenbetreiber ihre Kredite in der Goldboom-Phase recht einfach zurückzahlen.

Doch es bleibt ein riskantes Spiel: Fällt der Goldpreis, sinkt auch der Cashflow. Dann wird der Schuldendienst sehr viel schwerer und die Mine ist nicht viel mehr als ein enormer Kostenapparat. In manchen Fällen droht gar der Totalverlust.

Diese Hebeleffekte haben Auswirkungen auf die gesamte Branche. Sie heizen die Volatilität an. Zuerst hoffnungslos wirkende Fälle werden im wahrsten Sinne zu echten Goldgruben. Und im nächsten Moment fällt ihr Profit wieder ins Bodenlose – ein Auf und Ab par excellence.

 

Fleiß wird belohnt

Als ob diese Volatilität nicht schon Abenteuer genug wäre, kommen auf den Mineninvestor noch einige andere Risiken zu: Die Geschäftsaussichten einer jeden Mine sind eng gebunden an den Wert der Ressourcen, die ihre Betreiber zu heben gedenken. Diese wissen natürlich erst am Ende des Abbaus ganz genau, wie groß und wertvoll die jeweilige Lagerstätte wirklich ist. Bis dahin können Machbarkeits- und Rentabilitätsstudien den Wert immer nur grob schätzen. In vielen Fällen stimmen diese Annahmen nicht mit der Realität überein.

Nicht zu unterschätzen sind ebenso die politischen Risiken. Viele Minen müssen in gesellschaftlich und politisch instabilen Regionen der Erde bewirtschaftet werden. Die Liste der dortigen Gefahren umfasst Korruption genauso wie eine unsichere Steuer- und Zollregulierung und arbeitsrechtliche Unwägbarkeiten. Im Extremfall müssen Minenbetreiber gar mit der Konfiszierung ihrer Betriebe, ihres Vermögens und ihrer Anlagen durch die jeweilige Regierung rechnen. Aber auch Einflussnahmen von Gewerkschaften, Umweltschutzgruppen und Interessensvertretern einheimischer Bevölkerungsgruppen können das Geschäftsmodell gefährden.

Darüber hinaus stellt der Ölpreis eine mögliche Stolperfalle dar. Öl ist der wichtigste Treibstoff für Minenbetreiber, sodass Preissteigerungen hier deutlich an der Gewinnmarge kratzen können.

Auch das Halten von physischem Gold gleicht einer Achterbahnfahrt. Jedoch besteht hier keine Gefahr, dass ein Management suboptimal auf Preisschwankungen reagiert. Physisches Gold ist direkt an den Goldkurs gebunden und damit sind Sie als Anleger unabhängig von Dritten.

Doch gerade in der starken Volatilität der Goldminen-ETFs liegt auch die Chance, günstig einsteigen und hochpreisig verkaufen zu können – vorausgesetzt, Sie als Anleger können die damit einhergehenden Emotionen verkraften. Selbst ein kleines Investment von 5 Prozent des Portfolios kann zu ordentlichen Handelsgewinnen führen.

 

Goldminen-ETFs: Darauf sollten Sie achten

Können Sie genug mentale Stärke und Disziplin aufbringen? Falls ja, lautet die nächste entscheidende Frage: Wählen Sie einen ETF, der auf einem Index kleiner oder großer Minenbetreiber basiert?

Kleine Minenbetreiber sind sehr abhängig von der Exploration neuer Goldvorkommen. Verheißungsvolle Machbarkeits- und Rentabilitätsstudien können ihren Wert am Markt in die Höhe schnellen lassen. Negative Studienergebnisse lassen ihren Kurs schnell abstürzen. Viele kleine Minenbetreiber scheitern, aber einige wenige knacken auch mal einen Jackpot.

Große Minenbetreiber sind dagegen weitaus stabiler und agieren oft international breit diversifiziert am Markt. Ihre Kapitalreserven reichen aus, um Umsatzeinbrüche für einige Zeit abzufedern und die Produktionskosten im Hintergrund zu senken. Dank der breiten Streuung sind sie weniger abhängig von einzelnen Minen und bieten damit ein ausgeglicheneres Rendite-Risiko-Profil. Zudem versprechen sie oft die verlockende Aussicht auf regelmäßige Dividenden.

Der genaue Titel des Index sowie das Factsheet des ETF offenbaren meist das Ausmaß der Marktkapitalisierung des Index. Ein Beispiel: Der VanEck Vectors Gold Miners ETF hat aktuell eine Marktkapitalisierung von 14,9 Milliarden US-Dollar, während der VanEck Vectors Junior Gold Miners ETF 2,3 Milliarden US-Dollar (Stand: April 2020) aufweist.

Mit dem Wissen um das relativ hohe Risiko in der Branche ist die breite Diversifizierung eines ETF über viele verschiedene Minenunternehmen sehr erfreulich. Die Zahl der Holdings beziehungsweise Bestandteile des ETF gibt Auskunft darüber, wie viele Unternehmen mit diesem ETF getrackt werden. Manche Indizes begrenzen die Gewichtung einzelner Unternehmen (z. B. auf max. 15%), um so die notwendige Streuung sicherzustellen.

Auch der Anteil der Goldminen am Gesamtumsatz eines Unternehmens spielt eine entscheidende Rolle. Manche Firmen erwirtschaften einen respektablen Anteil ihres Umsatzes mit der Silberproduktion – ebenfalls eine sinnvolle Diversifikation. Im Gegenzug kann es aber Ihren Gewinn als Anleger schmälern, wenn sich der Goldpreis wieder einmal zu neuen Höhenflügen auf macht.

Um Ihr finanzielles Risiko durch die Goldpreisvolatitilität zu optimieren, sollten Sie einen Index wählen, der Unternehmen listet, die ihre Positionen für kurze Phasen absichern können. Außerdem sollten Sie sich mit den Geschäftsmodellen der Minenbetreiber auseinandersetzen, vor allem mit den geographischen Gegebenheiten und Spezialisierungen. Die meisten Unternehmen siedeln 50 Prozent und mehr ihrer Minen in Kanada, den USA und Australien an.

Sie möchten mehr erfahren? Dann schauen Sie sich doch einmal unseren ETF-Anlageleitfaden für Goldminen an. Mit unserer ETF Suche selektieren Sie im Anschluss die gewünschten Goldminen-ETFs.

 

Goldminen-ETFs in der Übersicht

FondsnameWKN
ISIN
Fondsgrösse
in Mio. EUR
Lauf. Kosten (TER)
ComStage NYSE Arca Gold Bugs UCITS ETFETF091
LU0488317701
3470,65% p.a.
iShares Gold Producers UCITS ETFA1JKQJ
IE00B6R52036
2.0690,55% p.a.
L&G Gold Mining UCITS ETFA0Q8HZ
IE00B3CNHG25
2460,65% p.a.
Lyxor MSCI ACWI Gold UCITS ETF C-EURLYX0NU
LU0854423687
310,50% p.a.
Market Access NYSE Arca Gold Bugs UCITS ETFA0MMBG
LU0259322260
840,65% p.a.
UBS ETF (IE) Solactive Global Pure Gold Miners UCITS ETF (USD) A-disA1JVYP
IE00B7KMNP07
780,43% p.a.
VanEck Vectors Gold Miners UCITS ETFA12CCL
IE00BQQP9F84
4430,53% p.a.
VanEck Vectors Junior Gold Miners UCITSA12CCM
IE00BQQP9G91
2350,55% p.a.
Quelle: justETF Research; Stand 08.07.20

 
ETF-Anlageleitfaden für Goldminen

ETF-Anlageleitfaden für Goldminen

Wie investiere ich in Goldminen? Dieser Anlageleitfaden stellt die Besonderheiten und Unterschiede der Goldminen-Indizes gegenüber und hilft Ihnen bei der ETF-Auswahl.
Goldminen-ETFs im Vergleich