Schwellenländer-ETFs: Investieren und Sparen in Emerging Markets mit ETFs

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Die Auswahl an Schwellenländer-ETFs und Schwellenländer-Indizes ist gross. Wir erklären Ihnen, wie Sie mit ETFs einfach in die Schwellenländer-Ökonomien investieren, einen ETF Sparplan anlegen oder eine Schwellenländer-Strategie in Ihr ETF-Portfolio einbinden können.

Schwellenländer-ETFs: Investieren und Sparen in Emerging Markets mit ETFs Wer sein Geld in ein global diversifiziertes Aktienportfolio investieren möchte, für den sind Schwellenländer ein wichtiges Thema. Schwellenländer tragen jährlich rund 40 Prozent zur weltweiten Produktion bei. Weil Schwellenländer durch die Globalisierung, den Welthandel und das Internet schnell zu den Industrieländern aufschließen können, wachsen diese Ökonomien deutlich schneller als die der Industrieländer. Im vergangenen Jahr lag das volkswirtschaftliche Wachstum der Schwellenländer bei rund 4,7 Prozent (IMF Daten; Stand: Oktober 2018). Dabei wuchsen mit 6,3 Prozent besonders die asiatischen Länder schnell. Lateinamerika und Osteuropa kamen nur auf rund 2 Prozent Wachstum und waren damit vergleichbar mit den Industrieländern.

 

Schwellenländer mit ETFs erschließen

Mit Emerging Markets-ETFs können Sie einfach auf einen Schwellenländer-Index investieren. In einem Schwellenländer-Index wie dem bekannten MSCI Emerging Markets sind Tausende der größten Unternehmen aus diesen Märkten gebündelt. So können Sie langfristig am volkswirtschaftlichen Wachstum dieser Länder teilhaben. Gleichzeitig senkt eine breite Marktabdeckung das Risiko. Niedrige Kosten erhöhen die Aussicht auf Rendite. Sie müssen sich auch keine Gedanken über die steuerliche Abwicklung von Dividenden machen, was bei Aktien-Direktinvestments in exotischen Märkten schwierig und langwierig sein kann.

Was ein Schwellenland ist, bestimmt bei ETFs der Index-Anbieter. Bekanntestes Beispiel ist der Index-Anbieter MSCI. Hier gelten 24 Länder als Schwellenländer, als Industrieländer klassifiziert MSCI 23 Staaten. Alle Länder, die nicht den Standard eines Schwellenlandes erreichen, heißen bei MSCI „Frontier Market”. Für Frontier Markets gibt es meist eigene MSCI-Länderindizes, wie zum Beispiel für Vietnam. Diese Länder sind allerdings nicht Teil des MSCI Emerging Markets-Index.

Wenn MSCI ein Land neu in seinen Schwellenländer-Index MSCI Emerging Markets aufnimmt, dann wird dessen Kapitalmarkt ins Rampenlicht gerückt und gerät in den Fokus internationaler Investoren. Beispiele der jüngsten Zeit sind China, Pakistan und Saudi Arabien. Argentinien soll im Juni 2019 folgen.

 

Weltkarte nach MSCI-Klassifikation

Weltkarte nach MSCI-Einstufung
Quelle: MSCI; Stand: 28.02.2019

Weitere bekannte Schwellenländer-Barometer sind der breit gestreute MSCI Emerging Markets-IMI aus demselben Hause, aber auch der FTSE Emerging Markets. „IMI” steht für „Investable Market Index” und bedeutet, dass fast alle gelisteten Werte aus diesen Kapitalmärkten enthalten sind. Im Unterschied dazu decken MSCI Emerging Markets und FTSE Emerging Markets 85 und 77 Prozent der Marktkapitalisierung ab – für schwer zugängliche Märkte immer noch sehr gute Werte. Alle drei werden von Schwellenländer-ETFs bekannter Anbieter zu vergleichsweise niedrigen Kosten abgedeckt.

Dabei kann sich die Einschätzung zum Schwellenland-Status je nach Index-Anbieter durchaus unterscheiden. Während MSCI großen Wert auf die Eigenschaften der lokalen Kapitalmärkte legt, spielt bei FTSE auch die politische Reife eine Rolle. So ist Südkorea nicht im FTSE Emerging-Index vertreten, weil das Land bereits als Industrieland eingestuft wird. Im Ergebnis gibt es aber wenige, weitere Unterschiede bei den enthaltenen Kapitalmärkten. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie im großen Vergleich MSCI vs. FTSE.

Bedingt durch die wachsende Rolle Chinas in der Weltwirtschaft haben alle Schwellenländer-Indizes eine starke Asien-Schlagseite bekommen. China macht sogar ein Drittel der Schwellenländer-Barometer aus. Und es wird nicht weniger: MSCI wird China künftig sogar noch mehr gewichten. Immer mehr an den inländischen Börsen in China gelistete Werte finden im Laufe des Jahres 2019 in den MSCI Emerging Markets-Index.

Wir haben einen detaillierten Vergleich der drei großen Schwellenländer-Benchmarks für Sie zusammengestellt.  

 

Schwellenländer-Indizes im Vergleich

Index MSCI Emerging Markets MSCI Emerging Markets-IMI FTSE Emerging Markets
Anzahl Länder im Index 24 24 23
Größte Länder im Index China (31%), Südkorea (14%), Taiwan (11%), Indien (8%), Brasilien (8%) China (29%), Südkorea (14%), Taiwan (12%), Indien (9%), Brasilien (7%) China (34%), Taiwan (12%), Indien (11%), Brasilien (10%), Südafrika 8%)
 
Größte Regionen im Index Asien (72%), Südamerika (13%), Afrika (8%) Asien (73%), Südamerika (13%), Afrika (7%) Asien (67%), Südamerika (16%), Afrika (8%)
Größte 3 Titel im Index Tencent, Alibaba, Samsung Tencent, Alibaba, Samsung Tencent, Alibaba, Taiwan Semiconductor
Anzahl Titel im Index 1.124 2.710 1.022
Gewicht der größten 10 Positionen 24,0% 21,4% 23,6%
Marktkapitalisierung gesamt in USD 5,2 Bio. USD 5,8 Bio. USD 4,5 Bio. USD
Abdeckung der Zielmärkte (Marktkapitalisierung) rund 85% rund 99% rund 77%
Dividendenrendite 2,8% 2,8% 3,0%
Anpassung jedes Quartal jedes Quartal 2x p.a.
 
Quelle: justETF Research, Factsheets der Index-Anbieter, eigene Berechnungen; Stand: 31.01.2019
 

Schwellenländer-ETFs vs. Industrieländer-ETFs

Den Wachstumsfantasien von Investoren in Schwellenländer-ETFs stehen auch immer handfeste Risiken gegenüber. Ein großes Risiko liegt grundsätzlich in politischen Entwicklungen, die meist durch instabile politische Strukturen und mangelnde Regulierung entstehen. Zudem sollten Sie nicht vergessen, dass Schwellenländer durch den Welthandel stark vom konjunkturellen Geschehen in den Industrieländern beeinflusst werden. Viele dieser Länder hängen maßgeblich vom Export ab. Eine Nachfragekrise der entwickelten Länder kann sich je nach Land verheerend auswirken. Zumal große Teile des Welthandels in US-Dollar abgewickelt werden. Dies kann für Investoren aus dem Euro-Raum ein zusätzliches Währungsrisiko darstellen.

Der Traum vom hohen Wachstum der Schwellenländer hat sich an den Kapitalmärkten also nicht immer erfüllt. Im Verhältnis zu einem bekannten Index der entwickelten Länder wie dem MSCI World lag die Wertentwicklung von Schwellenländer-Investments nur sehr langfristig vor den Industrieländern. Wenn Sie sich der Risiken bewusst sind, stellen Schwellenländer-ETFs eine weitere Renditequelle und damit eine gute Ergänzung von bestehenden Portfolios dar.

 

Wertentwicklung MSCI World vs. Schwellenländer langfristig (04.03.2006 - 04.03.2019)

Wertentwicklung MSCI World vs. Schwellenländer langfristig (31.01.2006 - 31.01.2019)
Quelle: justETF Research; Stand: 04.03.2019


 

Mit Schwellenländer-ETFs günstig in Emerging Markets investieren

Die Kosten für ein Investment über die drei vorgestellten Emerging Markets-Barometer sind über die Jahre stark gesunken: Die laufenden Kosten fangen bei den günstigsten Schwellenländer-ETFs schon bei 0,18 Prozent an. Dafür sorgt der Wettbewerb zwischen den ETF-Anbietern. Während früher noch die synthetische Replikation vor übermäßigen Kosten in den noch jungen Kapitalmärkten der Schwellenländer schützte, sind die ETF-Anbieter mittlerweile in der Lage, effiziente, physisch abgebildete ETFs zu geringeren Kosten anzubieten.

Deshalb liegen die Kosten deutlich niedriger als bei einem Investment in einzelne Schwellenländer und Schwellenland-Regionen. Anders als bei den Industrieländern mit ihren hoch liquiden Märkten sparen Sie also nicht, wenn Sie die breiten Emerging Market-Indizes mit Einzel-ETFs nachbilden.

Wenn Sie sich einen genauen Eindruck von Schwellenländer-ETFs verschaffen möchten, nutzen Sie gerne unseren Marktüberblick Schwellenländer.

 

Schwellenländer-ETFs im Vergleich

Wenn Sie sich für einen breiten Schwellenländer-Index entscheiden, finden Sie eine reichliche Auswahl an ETFs vor. Auch die Anzahl der verfügbaren ETF Sparpläne auf Emerging Markets-Indizes ist hoch.

Doch nicht jeder ETF ist gleich gut. Auf den MSCI Emerging Markets gibt es von fast jedem Anbieter ETFs. Hier lohnt sich der Vergleich von Renditen in der Vergangenheit, die eine gute Indikation für die künftige Tracking-Genauigkeit darstellen. Unterschiede sind durchaus vorhanden – der Vergleich lohnt sich!  

 
  MSCI Emerging Markets MSCI Emerging Markets-IMI FTSE Emerging Markets
Anzahl verfügbarer ETFs 13 2 1
Kosten für ETFs 0,20% - 0,75% 0,18% 0,25%
Anzahl verfügbarer ETF Sparpläne 13 2 1
Davon kostenfrei zu besparen 10 1 1
Anzahl Aktions-ETFs 7 1 (bei onvista) 1 (bei comdirect und onvista)
Quelle: justETF Research; Stand: 28.02.2019
 
Unser Tipp: Richten Sie ganz einfach und kostenlos ETF Sparpläne auf den MSCI Emerging Markets ein!
 

ETF-Portfolios mit hohem Schwellenländer-Anteil

Wie hoch sollte der Anteil von Schwellenländern in einem global gestreuten ETF-Portfolio nun sein? Nach der Größe, also der Marktkapitalisierung, bewertet, machen die 24 Emerging Markets nur elf Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung aus. Im globalen Index MSCI ACWI mit seinen rund 2.700 Werten ist dies zum Beispiel der Fall.

Wenn Sie das eigene Portfolio jedoch anhand der langfristigen Chancen gewichten, bietet sich die Verteilung des Bruttoinlandsprodukts (kurz: BIP) als Messgröße an. Schwellenländer machen rund 40 Prozent der weltweiten Produktion aus und können mit diesem Anteil im Aktienportfolio vertreten sein.

Wenn Sie also ein Aktien-ETF-Portfolio suchen, in dem Schwellenländer eine größere Rolle spielen als in den internationalen Aktienmärkten, dann finden Sie in untenstehender Auswahl gute Anlagemöglichkeiten:
 
 
justETF-Portfolio Anzahl ETFs Anteil Schwellenländer gewichtete Kosten ETF-Portfolio
Aktien Welt BIP Top 4 Regionen 4 39% 0,22% zum Portfolio
Aktien Welt BIP Top 5 Regionen 5 39% 0,11% zum Portfolio
Vanguard Regionen BIP 5 36% 0,16% zum Portfolio
Vanguard Global BIP 2 36% 0,21% zum Portfolio
Quelle: justETF Research; Stand: 28.02.2019