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US-Quellensteuer sparen mit den richtigen ETFs

justETF.com

Die Investmentsteuerreform von Anfang 2018 vereinfacht die Versteuerung von ETFs erheblich. Sie sorgt für eine ähnliche Behandlung aller ETFs unabhängig vom Ort der Auflage oder vom Abbildungsverfahren. Ausgerechnet ETFs, die US-Aktien enthalten, bilden allerdings die Ausnahme.

US-Quellensteuer sparen mit den richtigen ETFs Auf Dividenden von US-Aktien zieht der amerikanische Fiskus sofort 30 Prozent Steuern ab – ein happiger Anteil. Die USA wollen auf diese Weise Erträge im eigenen Land besteuern und Steuervermeidung minimieren. Quellensteuern sind weltweit gängige Praxis. In dieser Höhe sind sie aber recht einmalig.

Wer nicht in den USA wohnt, muss im eigenen Land nochmals Steuern zahlen. Damit keine doppelte Belastung aufkommt, vereinbaren viele Länder sogenannte „Doppelbesteuerungsabkommen” (DBA) miteinander, womit Teile der von den USA eingezogenen Quellensteuern erstattet werden. Alle größeren europäischen Staaten haben mit den USA ein solches Abkommen abgeschlossen, auch die Bundesrepublik Deutschland. Anwendung findet es zum Beispiel, wenn Sie als Anleger US-Aktien halten. Die meisten Banken erledigen das heute automatisch, was Ihnen viel Arbeit erspart. 

 

Neuer Umgang mit Quellensteuern bei ETFs seit Jahresbeginn 2018

Bei Fonds und ETFs werden die Quellensteuern seit Jahresbeginn 2018 durch die Investmentsteuerreform anders behandelt. Um die Quellensteuern aus Dividenden zu kompensieren, gibt es eine sogenannte „Teilfreistellung” der Erträge in Höhe von 30 Prozent. Sie müssen bei Aktien also nur für 70 Prozent Ihrer Erträge aus Dividenden und Kursgewinnen Abgeltungssteuern zahlen. Im Umkehrschluss heißt das: Fonds und ETFs müssen seither keinen Nachweis über die gezahlte Quellensteuer mehr erbringen. Anleger können sie also nicht mehr zurückfordern. 

Eigentlich ist das eine tolle Sache: Mit der neuen Form der Besteuerung wird alles einfacher; die Berechnung und den Abzug der Steuer erledigt die Bank. ETFs werden nun weitgehend identisch besteuert, egal wo sie in Europa aufgelegt wurden und welche Abbildungsmethode sie verwenden. Mit einem feinen, aber bedeutenden Unterschied: 

 

ETFs aus Irland bekommen weiterhin Quellensteuern zurück

Wenn ETFs in Irland aufgelegt wurden, kann die Fondsgesellschaft die Hälfte der in den USA abgezogenen Quellensteuern auf Dividenden für sich reklamieren und zurückbekommen. Diese Gutschrift kommt Ihnen als Anleger zugute und drückt sich automatisch in einer besseren Wertentwicklung des ETF aus. 

Irland verfügt über ein älteres Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA als die anderen Länder im EU-Raum. Dort ist die Möglichkeit vorgesehen, dass nicht nur direkt investierte Anleger US-Quellensteuer auf Dividenden zurückerhalten können, sondern auch Fonds.

Ein Beispiel: Liegt die Dividendenrendite eines US-ETF bei realistischen 3 Prozent, dann fallen durch die hohe Quellensteuer aus den USA bei betroffenen ETFs 0,9 Prozent davon auf Fondsebene weg. Bei in Irland aufgelegten ETFs entfallen lediglich 0,45 Prozent, und 2,55 Prozent der Dividendenrendite bleiben übrig. Die Folge: In Irland aufgelegte ETFs weisen eine bessere Wertentwicklung auf. 

Diese Verbesserung in der Wertentwicklung wird – ebenso wie ausgeschüttete Dividenden auf Anlegerebene – jährlich besteuert, was den Vorteil um die Höhe der Abgeltungsteuer mindert. Aber ein Vorteil von rund 0,3 Prozent nach Steuern ist bereits mehr als die Gebühr für die meisten gängigen US-ETFs.  

Noch besser gestellt sind Sie mit in Irland aufgelegten ETFs, wenn Ihre Erträge noch im Rahmen des Sparerpauschbetrags von 801 Euro bleiben. Dann verbleibt Ihnen der gesamte Vorteil von 0,45 Prozent im Jahr. 

 

US-Aktien spielen für ETFs eine große Rolle

Dieser Umstand ist keine Nebensache: Die USA sind der größte Kapitalmarkt der Welt. Folgerichtig machen US-Aktien in den meisten globalen Aktien-Indizes den Löwenanteil aus. Zum Beispiel im MSCI World, der zu rund 60 Prozent aus US-Aktien besteht – obwohl weltweit 21 Märkte abgebildet werden. Hinzu kommen zahlreiche spezielle ETFs auf den US-Markt. 

In Deutschland haben Sie derzeit eine Auswahl rund 150 ETFs auf reine US-Indizes (Stand: September 2018).

 

Was Sie bei der ETF-Auswahl beachten sollten

Die betroffenen ETFs können Sie mit Hilfe der justETF Suche finden. 

Benachteiligt sind alle ETFs, die: 
 
  • vor allem US-Werte im Portfolio halten
  • in Luxemburg, Deutschland oder Frankreich aufgelegt wurden
  • den Index physisch abbilden
Ob die ETFs die einbehaltenen Dividenden ausschütten oder thesaurieren, ist dabei unerheblich.

In der justETF-Datenbank finden sich derzeit 31 ETFs mit rund 7,6 Mrd. Euro verwaltetem Vermögen in US-Werten, die diesen Kriterien entsprechen (Stand: 25.09.2018). Am Ende des Artikels haben wir eine Liste für Sie zusammengestellt. 

ETFs, die den Index synthetisch nachbilden, haben diese Nachteile nicht. Solche ETFs liefern nur die Erträge aus den US-Aktien, halten die Papiere aber nicht. Es werden also keine Dividenden eingenommen, somit sind auch keine US-Quellensteuern fällig. 

Viele ETF-Anbieter haben schon reagiert, bevor die Steuer-Problematik in Deutschland akut wurde. So haben Anbieter, die keine ETFs in Irland auflegen, meistens synthetische Fonds auf US-Aktien-Indizes im Programm. Das sind Namen wie Xtrackers, Lyxor, ComStage oder Amundi.  

Andere Anbieter haben ETFs nach Irland verlagert, wie etwa iShares im Jahr 2016. Auch UBS hat eine eigene irische ETF-Palette, obwohl die meisten ETFs von UBS in Luxemburg aufgelegt wurden. 

Von Anfang an in Irland aufgelegt wurden die ETFs der Anbieter Vanguard, Invesco, L&G, WisdomTree und Franklin Templeton.  

 

Was Sie bei der ETF-Auswahl beachten sollten

Bei der Produktauswahl können Sie ETFs mit Quellensteuer-Nachteil von Vornherein ausschließen. Diese Möglichkeiten haben Sie: 
 
1.  Nur in Irland aufgelegte ETFs auswählen, wenn der ETF den Index physisch abbilden soll.
2.  Auf synthetische ETFs ausweichen, das Fondsdomizil ist dann unerheblich.

Verwenden betroffene ETFs einen gängigen Index wie den MSCI World, gibt es meist bessere Alternativen. Auch darauf weisen wir in unserer Liste am Ende des Artikels hin.   

 

Wenn Sie schon in einen betroffenen ETF investiert haben

Wenn Sie bereits einen betroffenen ETF in Ihr Portfolio gekauft haben, sollten Sie abschätzen, ob der Steuervorteil eines anderen ETF die Kosten für eine Umschichtung tatsächlich rechtfertigt. Neben den Kosten sollten Sie auch steuerliche Effekte abwägen. Dabei sollten Sie natürlich auch beachten, ob es sich bei Ihrem Bestand um steuerlich bevorteilte „Altbestände” handelt. Für diese Positionen gewährt die Investmentsteuerreform einen Freibetrag von 100.000 Euro auf Kurserträge (gerechnet ab dem 01.01.2018).

Wollen Sie den ETF noch für viele Jahre im Portfolio halten, kann sich der Vorteil am Ende auf einige Prozent belaufen.

Als Alternative zum Komplettverkauf des aktuellen Bestands können Sie bei zukünftigen Aufstockungen dieser Positionen auf ETFs mit Quellensteuer-Vorteil setzen. Auf diese Weise reduzieren Sie die steuerlichen Nachteile, haben am Ende aber mehrere ETFs mit dem gleichen Anlageziel.

 

Steuerlich benachteiligte ETFs

Fondsname ISIN Typ US-Anteil in % Swap-Alternative Irland-Alternative physisch
Amundi Index Equity Global Multi Smart Allocation Scientific Beta UCITS ETF - EUR (C) LU1602145119 Welt-ETF 60% nein nein
Amundi Index Equity Global Low Carbon UCITS ETF - EUR (C) LU1602144229 Welt-ETF 60% nein nein
Amundi Index MSCI World UCITS ETF - EUR (D) LU1737652237 Welt-ETF 61% ja nein
Amundi Index MSCI North America UCITS ETF - EUR (D) LU1737653045 Nordamerika-ETF 95% ja nein
BNP Paribas Easy MSCI North America ex Controversial Weapons UCITS ETF LU1291104575 US-ETF 100% nein nein
BNP Paribas Easy MSCI KLD 400 US SRI UCITS ETF LU1291103338 US-ETF 100% nein nein
BNP Paribas Easy NMX 30 Infrastructure Global UCITS ETF LU1291109293 Welt-ETF 48% nein nein
BNP Paribas Easy MSCI KLD 400 US SRI UCITS ETF LU1659681669 US-ETF 100% nein nein
ComStage NYSE Arca Gold BUGS UCITS ETF LU0488317701 Welt-ETF 26% ja nein
Deka MSCI USA UCITS ETF DE000ETFL268 US-ETF 100% ja nein
Deka MSCI USA Large Cap UCITS ETF DE000ETFL094 US-ETF 100% nein nein
Deka MSCI USA MC UCITS ETF DE000ETFL276 US-ETF 100% ja ja
iShares Dow Jones US Select Dividend UCITS ETF (DE) DE000A0D8Q49 US-ETF 100% nein nein
iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) DE000A0F5UH1 Welt-ETF 22% ja nein
iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (DE) DE0006289382 Welt-ETF 77% nein nein
iShares Dow Jones Industrial Average UCITS ETF (DE) DE0006289390 US-ETF 100% ja ja
iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (DE) DE000A0F5UF5 US-ETF 100% ja ja
Lyxor Core Morningstar US Equity (DR) UCITS ETF LU1781540957 US-ETF 100% nein nein
Lyxor Core MSCI World (DR) UCITS ETF LU1781541179 Welt-ETF 61% ja nein
Lyxor MSCI World ESG Trend Leaders (DR) UCITS ETF - Acc LU1792117779 Welt-ETF 56% nein nein
Lyxor MSCI USA ESG Trend Leaders (DR) UCITS ETF - Acc LU1792117696 US-ETF 100% nein nein
Lyxor Global Gender Equality (DR) UCITS ETF Monthly Hedged to EUR - Acc LU1692072322 Welt-ETF 48% nein nein
Ossiam US Minimum Variance NR UCITS ETF 1C (USD) LU0599612412 US-ETF 100% nein nein
Ossiam US Minimum Variance NR UCITS ETF 1C (EUR) LU0599612685 US-ETF 100% nein nein
Ossiam World Minimum Variance NR UCITS ETF 1C (EUR) LU0799656698 Welt-ETF 82% nein nein
UBS ETF (LU) MSCI World Socially Responsible UCITS ETF (USD) A-dis LU0629459743 Welt-ETF 57% ja nein
UBS ETF (LU) MSCI USA Socially Responsible UCITS ETF (USD) A-dis LU0629460089 US-ETF 100% ja nein
UBS ETF (LU) MSCI USA Socially Responsible UCITS ETF (hedged to EUR) A-dis LU1280303014 US-ETF 100% nein nein
UBS ETF (LU) MSCI World Socially Responsible UCITS ETF (USD) A-acc LU0950674332 Welt-ETF 57% ja nein
UBS ETF (LU) MSCI USA UCITS ETF (USD) A-dis LU0136234654 US-ETF 100% ja ja
UBS ETF (LU) MSCI World UCITS ETF (USD) A-dis LU0340285161 Welt-ETF 61% ja ja
Quelle: justETF Research; Stand: 25.09.2018