Mit Sektor-ETFs investieren Sie in einen bestimmten Teil der Volkswirtschaft, beispielsweise in den Gesundheitssektor. Der in der Finanzindustrie meistgenutzte Standard für die Unterteilung der Volkswirtschaft in Sektoren ist der „Global Classification Standard”. Die großen Indexanbieter MSCI und S&P verwenden diesen Standard aus 11 Sektoren und 68 zugeordneten Industrien.
Für die Zuordnung börsennotierter Unternehmen in die entsprechenden Sektoren beziehungsweise ETFs analysieren die Indexanbieter, in welchem Geschäftsfeld die Unternehmen den Großteil ihrer Umsätze und Gewinne realisieren. Darüber hinaus finden auch die Positionierung und die öffentliche Wahrnehmung eines Unternehmens Berücksichtigung.
0,18% p.a. - 0,68% p.a.
jährliche Gesamtkostenquote (TER) von ETFs auf den Gesundheitssektor
Ein Branchen- oder Sektor-Index besteht aus allen Unternehmen eines Sektors, die im übergreifenden Index vorkommen. So bildet der MSCI World Health Care-Index alle Unternehmen aus der Gesundheitsbranche ab, die im MSCI World enthalten sind. Mit einem globalen Gesundheitswesen-ETF hast du somit die Möglichkeit, in die größten Unternehmen aus der Gesundheitsbranche weltweit zu investieren.
Branchen-ETFs dieser Art sollten nicht mit Themen-ETFs verwechselt werden. Letztere bilden eine nicht standardisierte Industriegruppe und ein spezielles Investmentthema ab. Einen Überblick über die verfügbaren Themen-ETFs finden Sie hier.
Der Gesundheitssektor gilt aufgrund der konstanten, konjunkturunabhängigen Nachfrage als defensiv. Historische Daten zeigen jedoch deutlich, dass kein Sektor langfristig eine systematische Outperformance gegenüber dem breiten Markt garantiert. Ein fokussiertes Investment in den Gesundheitssektor ist daher immer mit höheren Risiken verbunden als ein globales, marktbreites Investment.
Tobias Reger, ETF Analyst
Wie verhält sich ein Gesundheits-ETF in verschiedenen Marktphasen?
Bullenmarkt
Bärenmarkt
Verhalten des ETF
Moderates Wachstum
Defensiver Puffer
Dein Vorteil / Risiko
In starken, zyklisch getriebenen Aufwärtsphasen bleibt der Sektor oft hinter dem breiten Markt oder stark wachstumsorientierten Branchen zurück. Dennoch nimmst du an allgemeinen Kursgewinnen teil.
Die Nachfrage nach Medizin und Gesundheitsprodukten ist weitgehend unabhängig von der Wirtschaftslage. In Korrekturen zeigen diese ETFs oft geringere Drawdowns als der Gesamtmarkt und wirken im Depot stabilisierend.
Sind Gesundheits-ETFs für mich geeignet?
Ideal für: Erfahrene Anleger, die ihr Portfolio um einen defensiven Baustein ergänzen möchten (Satelliten-Position, Beimischung von 5 bis 10 Prozent des Portfolios), um konjunkturelle Schwankungen abzufedern.
Anlagehorizont: Flexibel, erfordert ein aktives Monitoring.
Welche Unternehmen sind in Gesundheitswesen-ETFs enthalten?
Zu Unternehmen aus dem Gesundheitssektor gehören Gesundheitsdienstleister wie Betreiber von Krankenhäusern und Rettungsdiensten. Ebenfalls enthalten sind Vertriebe und Hersteller von Geräten und Zubehör sowie Technologieunternehmen für das Gesundheitswesen. Auch Unternehmen, die sich mit der Forschung, Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Arzneimitteln und biotechnologischen Produkten befassen, sind dem Sektor Gesundheitswesen zugeordnet. Für verschiedene Teilbereiche des Gesundheitswesen-Sektors stehen spezielle Themen-ETFs zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise ETFs auf Biotechnologie. Außerdem weisen Innovations-ETFs oftmals einen Fokus auf das Gesundheitswesen auf.
In diesem Anlageleitfaden finden Sie alle ETFs, die Ihnen ein weltweites Investment in Unternehmen aus dem Gesundheitssektor ermöglichen. Einen Performancevergleich der verschiedenen ETF-Branchen erhalten Sie in unserem Marktüberblick.
Die derzeit verfügbaren Gesundheitswesen-ETFs haben wir in der folgenden Tabelle für Sie aufgelistet. Sie können zwischen den Reitern „Eigenschaften” und „Wertentwicklung” wechseln und die ETFs nach dem von Ihnen gewünschten Kriterium sortieren. Detaillierte Informationen zu den verschiedenen Auswahlkriterien finden Sie in unserem Artikel zum Thema ETF-Auswahl.