Gewinner und Verlierer im spannenden Börsenjahr 2016

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Die globalen Aktienmärkte starteten sehr schwach in das Jahr und verloren bis Mitte Februar zweistellige Prozentsätze. Dies markierte jedoch die Jahrestiefs und die Kurse konnten sich von da an erholen. Auch von unerwarteten Wahlergebnissen bei Brexit-Votum und US-Präsidentschaftswahl ließen sich die Märkte nicht lange aus der Ruhe bringen und beendeten das Jahr mehrheitlich positiv.

Gewinner und Verlierer im spannenden Börsenjahr 2016 2016 war ein aufregendes Jahr für Anleger. Am Ende war es wieder ein positives Aktienjahr. Das fünfte in Folge. Schade für jeden, der diese Rally verpasst hat.

Wir haben für Sie kurz das letzte Jahr aus Sicht eines Euro Anlegers zusammengefasst.

Im Zusammenhang mit den Finanzmärkten waren vor allem das Brexit-Votum im Juni und die Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsident im November die beiden Ereignisse, die uns für 2016 in Erinnerung bleiben.

Beide Wahlen endeten anders als es viele Experten und Meinungsforscher kommen sahen. Dennoch erholten sich die Börsen jeweils schnell von diesen Überraschungen. Im Fall von Trumps Wahl änderten viele Ökonomen ihre Meinung und schon bald war von einer Trump-Rally die Rede.

Zudem beeinflussten, wie im vorangegangenen Jahr, die Maßnahmen der Notenbanken und damit das Niedrigzinsumfeld die Börsen.

 

MSCI Emerging Markets mit noch besserem Ergebnis als MSCI World

Das Jahr startete sehr schwach. In den ersten 5 Handelstagen verlor der MSCI World in Euro knapp 6 Prozent. Für den S&P 500 und den DAX war dies ebenfalls einer der schlechtesten Jahresstarts aller Zeiten.

Seinen Jahrestiefpunkt erreichte der MSCI World am 11. Februar mit minus 15 Prozent. Dann setzte die Trendwende ein: Bis Anfang März hatten sich viele Indizes bereits von einem Großteil der Verluste erholt. Der MSCI World hatte per Ende Mai wieder eine positive Rendite seit Jahresanfang.

Nach dem 4. November starteten die Industrieländer eine fulminante Rally. War der MSCI World bis dahin wieder seit Jahresbeginn knapp im negativen Bereich gelegen, ging es in den letzten zwei Monaten des Jahres fast nur noch nach oben. Insgesamt endete der MSCI World dadurch mit einem Plus in Höhe von gut 11 Prozent.

Schwellenländer entwickelten sich in der ersten Jahreshälfte ähnlich wie die Industrieländer. Der Kursanstieg in der zweiten Jahreshälfte startete und endete jedoch deutlich früher. Am Jahresende übertrumpfen die Schwellenländer die Industrieländer zum ersten Mal seit 2012 und das um etwa 3 Prozent.
 

Wertentwicklung MSCI World vs. MSCI Emerging Markets in 2016

MSCI World vs. MSCI Emerging Markets
Quelle: justETF.com; Stand: 31.12.16; Angaben in EUR basierend auf dem größten ETF des jeweiligen Index.
 

US-Aktien lieferten höchste Rendite unter den Hauptmärkten

Schauen wir uns die drei größten Märkte an: USA, Japan und Europa. Die USA haben dabei über das Jahr hinweg am besten abgeschnitten (+15,2%). Hier spielten jedoch auch Währungsentwicklungen eine Rolle, da der Euro gegenüber dem US-Dollar 3,3 Prozent an Wert verloren hat.

Auch japanische Aktien bescherten Anlegern positive Ergebnisse (+5,0%), wenn auch weniger als US-Aktien.

Das Schlusslicht bildete der europäische Aktienmarkt. Im Chart wird ersichtlich, wie stark die europäischen Aktien zunächst auf die Brexit Entscheidung reagierten - sich dann aber wieder erholten. Der MSCI Europe betrat jedoch erst im Dezember überhaupt positives Terrain und beendete das Jahr dann immerhin mit einem leichten Plus von 2,4 Prozent.
 

Wertentwicklung S&P 500, MSCI Japan und MSCI Europe in 2016

S&P 500, MSCI Japan und MSCI Europe
Quelle: justETF.com; Stand: 31.12.16; Angaben in EUR basierend auf dem größten ETF des jeweiligen Index.
 

Länder-Fokus: DAX verhältnismäßig stark, BRICs gemischt, Südasien positiv

Werfen wir einen Blick auf die Weltkarte und schauen uns ein paar Länder genauer an.
 
Deutschland
Der DAX entwickelte sich, was die Ausschläge angeht, sehr ähnlich wie sein breiteres europäisches Gegenstück der MSCI Europe. Dennoch verzeichnete der deutsche Leitindex am Jahresende ein größeres Plus in Höhe von 6,6 Prozent. Speziell in der zweiten Jahreshälfte lieferte der DAX bessere Ergebnisse als der europaweite Index.
 
BRICs
Spannend war die Entwicklung der vier BRIC-Länder: Brasilien, Russland, Indien und China.

Brasilien (+68,9%) und Russland (+59,8%) waren die zwei stärksten Einzelländer 2016. Beide Länderindizes waren 2015 eingebrochen und erholten sich im Jahr 2016 dank gestiegener Rohstoff- und Ölpreise.

Der MSCI India entwickelte sich dagegen unspektakulär. Nach einem ebenfalls schwachen Jahresstart und einer Erholung im zweiten Halbjahr beendete der Index das Jahr ohne Veränderung (+/-0,0%).

Chinesische H-Aktien (in Hong Kong notiert) beendeten das Jahr leicht positiv mit einem Plus von 2,6 Prozent. Schlechter liefen die A-Shares (China Mainland Aktien): Nachdem die chinesische Regierung bereits zum Jahresstart 2016 mehrfach wegen starker Kurseinbrüche den Handel aussetzte, beendete der Index das Jahr mit einem Minus von 15 Prozent.
 
Asien
Südasiatische Indizes wie Thailand (+30,8%), Indonesien (+20,3%) und Taiwan (+21,2%) entwickelten sich im vergangenen Jahr allesamt positiv. Ebenfalls positive Renditen lieferte der südkoreanische Aktienmarkt (+11,5%).

 

Sorgenkinder: Südeuropa, Mexiko und die Türkei

Natürlich gab es auch 2016 ein paar Länder, die im relativen Vergleich besonders schlecht abgeschnitten haben.

Dies waren einerseits die südeuropäischen Krisenländer Griechenland und Portugal, sowie Italien dessen drittgrößte Bank Monte Paschi von der Insolvenz und einem Bank Run bedroht war.

Mexiko litt besonders unter der Wahl Donald Trumps, der US-Unternehmen davon abhalten möchte, mehr und mehr im südlichen Nachbarland zu produzieren.

Die Türkei litt 2016 unter der politischen Lage einschließlich des missglückten Putschversuchs im Juli 2016 und mehreren Terroranschlägen.
 

Top und Flop Länder-ETFs in 2016

Top und Flop Länder-ETFs in 2015
Quelle: justETF.com; Stand: 31.12.16; Angaben in EUR basierend auf dem größten ETF des jeweiligen Index.
 

Branchen weltweit: Die Verlierer von 2015 sind die Gewinner von 2016

Werfen wir einen Blick auf die weltweiten Branchen in 2016.

Die zwei stärksten Branchen waren Energie (+29,8%) und Grundstoffe (+25,6%). Die Unternehmen in den Sektoren partizipierten an der Wiederauferstehung der Rohstoffe und erholten sich vom schwachen Jahr 2015.

In der zweiten Reihe landeten Industrieunternehmen (+15,8%), Finanzdienstleister (+15,4%) und die Technologieunternehmen (+14,3%).

Der einzige globale Branchenindex mit negativem Ergebnis in 2016 war das Gesundheitswesen (-4,4%). Die Unternehmen des Sektors kamen durch Vorwürfe der Preisabsprache und wegen regulatorischer Ungewissheit durch die US-Präsidentschaftswahl unter Druck.
 

Wertentwicklung der MSCI World Branchen in 2016

Wertentwicklung der MSCI World Branchen
Quelle: justETF.com; Stand: 31.12.16;
 

Rohstoffe: Ölpreis erholt sich deutlich, breiter Rohstoffkorb und Gold ebenfalls positiv

Der Ölpreis legte 2016 eine Achterbahnfahrt hin. Nach einem sehr schwachen Jahr 2015 (-33%) ging es Anfang 2016 weiter bergab: Bis zum 20. Januar verlor der Ölpreis weitere 25 Prozent. Trotz vieler Hiobsbotschaften setzte nun die Trendwende ein und der Ölpreis konnte sich bis zum Ende des Jahres fast verdoppeln (2016: +52%).

Der breit gestreute Rohstoffkorb hatte ebenfalls ein positives Jahresergebnis (+12,1%).

Auch der „sichere Hafen” Gold hatte insgesamt ein gutes Jahr 2016 (+12,2%). Nach einer sehr starken ersten Jahreshälfte verlor das Edelmetall aufgrund der entspannteren Anlegerstimmung in der zweiten Jahreshälfte wieder gut ein Drittel der zuvor eingefahrenen Gewinne.

 

Anleihen positiv – je nach Laufzeit

Währenddem die EZB weiterhin ihr „Quantitative Easing” betreibt und Geld in die Anleihemärkte pumpt, fand im Dezember in den USA die zweite Zinserhöhung des Jahrzehnts statt (US-Leitzins: 0,75%).

Europäische Anleihen bewegten sich 2016 entsprechend ihrer Laufzeit mehr oder weniger stark nach oben.

Kurzlaufende europäische Staatsanleihen stiegen kaum (+0,3%). Bedenkt man die Effektivverzinsung dieser Anleihen von ungefähr -0,5 Prozent, dann liegt das Ergebnis dennoch über den Erwartungen.

Europäische Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit legten um 3,8 Prozent zu, ihre Pendants mit langer Laufzeit steigen um 6,8 Prozent.

Ähnlich wie der Goldpreis gaben auch die Staatsanleihen in der zweiten Jahreshälfte mit der positiven Aktienstimmung einen guten Teil der zuvor kassierten Gewinne ab.

Europäische Unternehmensanleihen erreichten 2016 eine Gesamtrendite in Höhe von 4,2 Prozent.
 

Wertentwicklung wichtiger Indizes in 2016

Aktien Wertentwicklung 2016  
Welt
MSCI ACWI
+11,4%
   
Industrieländer
MSCI World
+11,2%
   
Schwellenländer
MSCI Emerging Markets
+14,0%
   
USA
S&P 500
+15,2%
   
Europa
MSCI Europe
+2,4%
   
Deutschland
DAX
+6,6%
   
Pazific ex Japan
MSCI Pacific ex Japan
+11,3%
   
Japan
MSCI Japan
+5,0%
   
Anleihen
Deutsche Staatsanleihen
Alle Laufzeiten
+1,7%
   
Europäische Staatsanleihen
Kurze Laufzeit
+0,3%
   
Europäische Staatsanleihen
Alle Laufzeiten
+3,2%
   
Europäische Staatsanleihen
Mittlere Laufzeiten
+3,8%
   
Europäische Staatsanleihen
Lange Laufzeiten
+6,8%
   
Europäische
Unternehmensanleihen
+4,2%
   
Rohstoffe
Gold in Euro +12,3%
   
Rohstoffkorb +12,1%
   
Quelle: justETF.com; Stand: 31.12.16;