Was sind ETFs? ETF einfach erklärt

Exchange Traded Funds: Der börsengehandelte Indexfonds

Ein ETF (englisch: Exchange Traded Funds) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Indexes wie beispielsweise dem DAX® abbildet. Im Kern vereinen ETFs die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt.

ETFs ermöglichen Ihnen mit einem Wertpapier kostengünstig in ganze Märkte zu investieren. Neben Aktien können Sie mit ETFs auch in viele andere Anlageklassen investieren. Aufgrund dieser Vielfalt sind ETFs perfekte Bausteine für die private Geldanlage. ETFs bilden einen Marktindex einfach eins zu eins nach und können, wie eine Aktie, jederzeit an der Börse gehandelt werden.
 
ETFs bieten folgende Vorteile:
 
  • ETFs sind kostengünstig
  • ETFs sind transparent
  • ETFs sind breit diversifiziert
  • ETFs sind flexibel und liquide
ETF als Vermögensbaustein
 
Am besten lassen sich die Funktionsweise und die Vorteile eines ETFs anhand der drei Teile, aus denen sich der Begriff „börsengehandelter Indexfonds“ zusammensetzt, erklären.

 

Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds

ETF = börsengehandelter Indexfonds
 

Was ist ein Fonds?

Ein Investmentfonds ist eine Sammelstelle für Anlagegelder.

Plakativ ausgedrückt legen viele Tausende Anleger ihr Geld zusammen und erteilen einem Profi (Fondsmanager) den Auftrag, das Kapital möglichst ertragreich und breit gestreut im Rahmen einer vorgegebenen Anlagestrategie zu investieren.

 

Funktionsweise eines Investmentfonds

Was ist ein Fonds?

In der Anlagestrategie ist festgelegt, in welche Anlageklassen (zum Beispiel Aktien, Renten und Rohstoffe) der Fondsmanager, investieren darf.

Die Besonderheit eines Investmentfonds ist, dass es sich bei den Anlegergeldern um ein Sondervermögen handelt, das treuhänderisch von einer Depotbank verwahrt wird und vom Vermögen der Fondsgesellschaft rechtlich getrennt ist. Deshalb sind die Anlegergelder auch bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt.

Der Manager eines klassischen Publikumsfonds hat die Aufgabe, durch den Kauf und den Verkauf von Investments eine höhere Rendite zu erzielen als die des jeweiligen Vergleichsindexes (Benchmark). Allerdings gelingt dies wissenschaftlichen Studien zufolge langfristig (Zeitraum von mehr als drei Jahren) nur sehr wenigen Fondsmanagern.

 

Was ist ein Indexfonds?

Der Anbieter eines Indexfonds sorgt dafür, dass dieser die Entwicklung eines Indexes so genau wie möglich abbildet. Die Investments eines Indexfonds (Titel und Gewichtung) werden vom Index genau vorgegeben. Indizes sind Marktbarometer, die die Wertentwicklung ganzer Märkte erfassbar machen.

Ein Indexfonds hat den großen Vorteil, dass Sie als Anleger auch jederzeit wissen worin Sie investiert sind. Denn die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Indexes wie zum Beispiel dem DAX® ist stets bekannt. Der Deutsche Aktienindex (DAX®) enthält die Aktien der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften gewichtet nach ihrer Größe (gemessen an der Streubesitz-Marktkapitalisierung).

 

Was ist ein ETF – Einfach erklärt am Beispiel des DAX

Was ist ein ETF – Einfach erklärt am Beispiel des DAX
 Zusammensetzung iShares Core Dax ETF (DE0005933931) zum 31.12.2015, Quelle: iShares

Durch die Indexnachbildung sind bei Indexfonds/ETFs (im Vergleich zu aktiven Investmentfonds) keine aufwendigen Analysen zur Titelauswahl notwendig. Aus diesem Grund erhält der ETF-Anbieter für seine Leistung nur eine geringe jährliche Gebühr.

 

Was bedeutet börsengehandelt?

Ebenso wie Aktien werden ETFs an der Börse gehandelt. Deshalb können Sie ETFs während der Börsenöffnungszeiten jederzeit kaufen und verkaufen. Im Vergleich dazu werden klassische Publikumsfonds nur einmal am Tag über die Fondsgesellschaft gehandelt.

Während bei Publikumsfonds in der Regel hohe Ausgabeaufschläge anfallen, fallen beim Börsenhandel von ETFs nur die Ordergebühren der Bank und eine meist geringe Differenz (Spread) zwischen An- und Verkaufskurs an.

Für Kleinsparer sind ETFs mittlerweile auch im Rahmen von ETF Sparplänen erhältlich. Dabei entfällt der Börsenhandel für den Anleger.

 

Warum habe ich noch nie von ETFs gehört?

Bei provisionsorientierten Finanzberatern und Filialbanken sind ETFs unbeliebte Produkte. Denn diese Berater leben in der Regel von Provisionen, die ihnen für die Vermittlung von Finanzprodukten von den jeweiligen Fondsanbietern gezahlt werden. Diese Provisionen gibt es bei ETFs jedoch nicht. Aus diesem Grund werden ETFs heute fast ausschließlich von Honorarberatern empfohlen.

Während ETFs bei Privatanlegern noch relativ unbekannt sind, nutzen Profis diese schon seit Jahren in der Geldanlage. Bei Großanlegern wie Pensionskassen und Versicherungen sind ETFs ein fester Bestandteil der Portfolios. Doch die Bekanntheit steigt rasant. Wenn Sie aufmerksam die Zeitung lesen, werden Sie feststellen, dass sehr oft über ETFs berichtet wird. Vor allem Kunden von Online Brokern nutzen ETFs zunehmend für ihre Geldanlage.