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Ein robustes ETF-Portfolio erstellen in sechs Schritten

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ETFs schwanken in ihrer Performance wie der zugrundeliegende Index. In extremen Marktphasen kann das Einbußen bis zu 60 Prozent bedeuten. Das muss nicht Ihr ETF-Portfolio treffen, insofern Sie es widerstandsfähiger gestalten. Prüfen Sie mit diesen sechs Schritten, ob Ihr Portfolio robust aufgestellt ist.

Ein robustes ETF-Portfolio erstellen in sechs Schritten Die nächste Finanzmarktkrise und damit heftige Einbrüche am Aktienmarkt kommen bestimmt. Da sind sich alle Crash-Experten einig. Sie wissen nur nicht, zu welchem Zeitpunkt.

An den Fragen „Wann?” und „Wie viel?” scheitern auch aktive Fondsmanager regelmäßig. Es reicht nicht, im richtigen Moment einen Schalter umzulegen und schnell alle Positionen umzuschichten, denn eine ausgewachsene Kapitalmarktkrise sieht zu Beginn nicht anders aus als eine kleine Schwankung. Jede Krise kommt zudem überraschend und ähnelt dem Phänomen des „Schwarzen Schwans”, beschrieben vom Krisen-Theoretiker Nassim Taleb.

Natürlich können Profis ihre Portfolios mit Finanzinstrumenten wie Derivaten absichern. Wenn so eine Strategie in langen Aufwärtsphasen des Markts mitgeschleppt wird, kostet das aber viel Geld und verdirbt die Performance.

 

Ein robustes ETF-Portfolio als Anlagestrategie

Eine robuste ETF-Anlagestrategie ignoriert durch eine breite Diversifikation, einen langen Zeithorizont und harte Rücklagen weitgehend die Krise. Die gängigen Anlagestrategien berücksichtigen dies meist nicht. Im Gegenteil: Die Finanzprofis beschäftigen sich gerne mit der Optimierung ihrer ETF-Portfolios statt mit Krisenvorsorge. Nach der klassischen Portfoliotheorie lässt sich nämlich Rendite gegen Risiko eintauschen. Als Risikomaß dient dabei die durchschnittliche Schwankung eines Index oder Portfolios, die sogenannte Volatilität. Da die Optimierung zwangsläufig mit Daten aus der Vergangenheit arbeiten muss und meistens Zeiträume von unter zehn Jahren gewählt werden, kann eine Krise nicht systematisch eingerechnet werden. Dabei zerstört die Krise weit mehr als vorher mittels Optimierung herausgeholt wurde.

Eine solche Vorgehensweise entspricht unserem menschlichen Naturell, ist für den Finanzmarkt jedoch nur wenig geeignet. Erfahrungen aus der Vergangenheit werden gerne in die Zukunft projiziert, ohne die eigentlichen Gründe zu hinterfragen. Frei nach dem Motto: Die Apple-Aktie ist gut gelaufen, also wird sie weiter gekauft.

Querdenker wie Nassim Taleb raten daher, die eigene menschliche Natur zu überlisten und eine robuste Strategie einzuschlagen – idealerweise sogar eine Strategie, die von der Krise profitiert und damit nach seiner Definition „antifragil” ist. Er ist strikter Gegner von Optimierungsverfahren, denn eine kapitale Krise lasse sich gar nicht messen – eine fünfzigprozentige Krise gibt es schließlich nicht. Talebs Herangehensweise ist daher auch nicht von der gängigen Finanzwissenschaft belegt, sondern basiert auf Erfahrungswerten, die die meisten Anleger nachvollziehen können (Heuristik).

 

ETF-Portfolio mit einfachen Mitteln robuster gestalten

ETF-Investoren stehen ein Baukasten mit vielen preiswerten Produkten sowie allerlei Strategien zur Verfügung. Es ist durchaus möglich, das Portfolio robuster aufzubauen. Wie das geht, erfahren Sie durch unsere Checkliste.
 
  • Wie langfristig können Sie Ihr Geld anlegen?
  • Welche Renditequellen nutzen Sie?
  • Ist Ihr ETF-Portfolio ausreichend breit gestreut?
  • Hat Ihr ETF-Portfolio eine Sicherungskomponente?
  • Was kostet Ihre Kapitalanlage?
  • Haben Sie Redundanzen eingeplant?

  

Wie langfristig können Sie Ihr Geld anlegen?

Je mehr Freiheiten Sie bei der Bestimmung des Anlagezeitraums haben, desto besser. Ein fast statisches ETF-Portfolio mit breiter Diversifikation bildet langfristig eher das volkswirtschaftliche Wachstum der Regionen ab als die Entwicklung des Finanzmarkts. Ein erster Schritt zum robusten Portfolio ist damit getan.

Die Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte können dabei schmerzhaft sein. Wenn Sie Ihr Geld mitten in einer Krise benötigen, verlieren Sie natürlich.

Am Ende hat es sich aber immer ausgezahlt, lange genug zu investieren. Wählen Sie also den längstmöglichen Anlagezeitraum und machen Sie sich damit immun gegen Krisen. Im Umkehrschluss heißt das aber: In kürzeren Zeiträumen muss Ihr ETF-Portfolio umso robuster sein!

 

Welche Renditequellen nutzen Sie?

Ein Investment in Aktien-ETFs verbindet die Kapitalanlagen in Unternehmen oder ganze Volkswirtschaften. Tatsächlich kaufen Anleger die Aktien aber zu einem Kurs, der von den Erwartungen aller Marktteilnehmer abhängt und häufig weder mit den Fundamental-Daten des Unternehmens noch – wie im Falle eines ETF – mit der ganzen Volkswirtschaft dahinter etwas zu tun hat. Für eine Partizipation an Wachstum benötigen Sie einen langen Atem, dann funktioniert es gut. Studien zeigen, dass Kurse für Aktien sogar langfristig Währungsdifferenzen ausgleichen.

Laut Verhaltensökonomen können wir Menschen mit unseren Denkmustern den Zinseszins nicht verstehen, weil uns genetisch bedingt exponentielle Zusammenhänge fehlen. Dabei macht der Zinseszins den größten Wertzuwachs bei der langfristigen Kapitalanlage aus. Mit einem billigen, weitgehend konstanten und breit gestreuten ETF-Portfolio werden diese Zuwächse sehr ordentlich sein.

Tipp von John Bogle: Stellen Sie sicher, dass die Aktien-Komponente in Ihrem Portfolio nicht zu klein ist, auch wenn es damit stärker schwankt. Handeln Sie außerdem möglichst wenig.

 

Ist Ihr ETF-Portfolio ausreichend breit gestreut?

Eine breite Vermögensverteilung des Investments macht das Portfolio robust. Optimieren Sie dagegen Ihr Portfolio und investieren letztlich nur in wenige Werte, sind Sie angreifbar.

ETFs sind ein ideales Instrument für Diversifikation: Ein Produkt auf einen breiten Index kann preiswert tausende Werte abdecken. Wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, berührt Sie das wenig. Die Schwankungen der einzelnen Werte gleichen sich aus und sorgen insgesamt für weniger große Wertschwankungen Ihres Investments. Solange die Kosten niedrig sind, können Sie mit nur wenigen ETFs die ganze Welt einbeziehen und nehmen an den positiven Entwicklungen der Schwellenländer teil.

Sie können auch andere Assetklassen wie hochverzinsliche Anleihen oder Rohstoffe als Renditequelle nutzen. Beim langfristigen Einsatz hinterlassen sie aber große Fragezeichen.

 

Hat Ihr ETF-Portfolio eine Sicherungskomponente?

Sie können Ihr Portfolio ebenso robuster gestalten, indem Sie eine Sicherheitskomponente einbauen, die nicht in erster Linie Renditen erwirtschaften soll. Das können Anleihen sein, das Girokonto (bis 100.000 Euro ist die Einlage gesichert) oder eventuell Gold in Form eines Gold-ETC.

Anleihen gelten allgemein als gute Gegenmaßnahme zu Einbrüchen im Aktienmarkt. Zahlreiche Mischfonds vertrauen darauf, dass die Anleihenpreise in einer Aktienkrise steigen. Das funktioniert in vielen Marktphasen mit länger laufenden Anleihen gut (hier kurzlaufende Anleihen und langlaufende Anleihen-ETFs erstklassiger Bonität im Vergleich mit einem DAX-ETF im Zeitraum der Finanzkrise 2008):
 
Vergleich Anleihen vs. DAX-ETF
Quelle: justETF; Research

Allerdings kann auch das Gegenteil eintreten: Etliche Anleihen wurden von der Finanzkrise 2008 mitgerissen. Daher sollte die Sicherungskomponente in jedem Fall aus Anleihen hoher Bonität bestehen.

Je kürzer der Anlagezeitraum, desto robuster sollte Ihr Portfolio aufgestellt sein. Teile des Vermögens sollten in Anlagen hinterlegt werden, die auch in einer kapitalen Krise die Verluste der Rendite-Komponente aufhalten können. Eine gesunde Mischung aus langlaufenden und kurzlaufenden Anleihen hoher Bonität und Bargeld bis 100.000 Euro erscheint sinnvoll.

Der Goldpreis schwankt sehr stark im Kurs und nicht unbedingt immer gegenläufig zur Aktienmarkt-Entwicklung. Der Wert von Gold in kapitalen Krisen ist jedoch unumstritten. Bei entsprechenden Bedenken sollte der Sicherungskomponente ein Goldwert beigemischt werden.

Als ETF-Anleger haben Sie bei allen drei Möglichkeiten mehr Auswahl und Freiheiten als große institutionelle Anleger wie Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen.

Bedenken Sie jedoch: Diese Sicherung kostet Geld. Die Anleihenzinsen sind als Folge der expansiven Geldmarktpolitik der Zentralbanken weltweit stark gesunken. Bargeld verzinst sich gar nicht und bietet keinen Inflationsschutz. Der Preis von Gold schwankt eher unberechenbar.

Die Höhe der Sicherungskomponente muss also ausbalanciert sein gegen die Haltedauer und Ihre persönliche Risikoneigung. Um über mittlere Investment-Zeiträume robust aufgestellt zu sein, sollte die Sicherungskomponente bis zu einer Hälfte Ihres Portfolios ausmachen.

 

Was kostet Ihre Kapitalanlage?

Verlieren Sie jedes Jahr Geld durch teure Produkte, belastet Sie dies zusätzlich. Mit ETFs haben Sie bereits einen Vorteil, aber auch hier lässt sich durch Vergleich noch sparen. Für eine robuste Strategie benötigen Sie keine teuren Smart Beta- oder Dividendenprodukte. Die Standard- Strategien genügen vollkommen. Je mehr Mittel pro Jahr frei sind, desto besser meistern Sie die nächste Krise.
 
Unser Tipp: Mit justETF finden Sie ganz einfach die günstigsten Produkte für Ihre Anlagestrategie – mit Hilfe der justETF Suche oder des Strategie Planers.
 

Haben Sie Redundanzen eingeplant?

Ein ganz wesentlicher Teil einer robusten Strategie: die Verteilung von Risiken auf mehrere Säulen. Techniker und Lateiner nennen es Redundanzen – eine Überfülle von Absicherungen. Während Optimierer es auf Effizienz und möglichst wenig Überschneidung abgesehen haben, müssen Sie als Anleger sich im Rahmen der robusten Strategie doppelte Absicherungen leisten. Die Deutsche Börse betreibt für ihr Handelssystem drei unabhängige Rechenzentren, damit ETFs jederzeit handelbar sind. Ist Ihre Absicherung genauso robust?

Verfügen Sie beispielsweise über eine selbst genutzte Immobilie in gutem Zustand, kann dies eine Sicherungskomponente aus Anleihen oder Gold sehr gut ergänzen. Benötigen Sie aber die im Finanzmarkt angelegten Gelder zur Erhaltung, Sanierung oder zur Tilgung eines fällig gestellten Kredits, dann sind Sie angreifbar, also das Gegenteil von robust.

Hier gilt es daher, unter Einbeziehung aller Vermögenswerte mit einer breiteren Perspektive sorgfältig abzuwägen. Wenn Sie sich bei solchen Überlegungen professionell beraten lassen möchten und Hilfe beim Aufbau Ihres Depots benötigen, unterstützen wir Sie gerne mit dem justETF Finanzcoaching.

In nur sechs Schritten wird Ihr Portfolio widerstandsfähiger. Meistern Sie die nächste Krise souverän und lassen Sie Ihre ETFs liegen, denn nach dem Regen folgt Sonnenschein – immer!