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So lohnt sich VL-Sparen mit ETFs

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20 Millionen Deutsche haben Anspruch auf sogenannte „Vermögenswirksame Leistungen” (VL). Dabei zahlt der Arbeitgeber zusätzliches Geld in einen VL-Vertrag. Wie Sie vermögenswirksame Leistungen anlegen und VL-Sparen mit einer Geldanlage in ETFs verknüpfen können.

So lohnt sich VL-Sparen mit ETFs Jeden Monat 40 Euro vom Arbeitgeber geschenkt bekommen. – Das ist kein Hirngespinst, sondern nennt sich „vermögenswirksame Leistungen” (VL). VL-Sparen dient dem langfristigen Vermögensaufbau. Viele Deutsche wissen gar nicht, dass diese Zahlungen tatsächlich für etliche Berufe im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag garantiert sind.

 

Was ist VL-Sparen?

Im Rahmen eines VL-Vertrags zahlt der Arbeitgeber jeden Monat in einen von Ihnen abgeschlossenen VL-fähigen Vertrag vermögenswirksame Leistungen ein, zum Beispiel einen Bausparvertrag oder einen Fondssparvertrag und unterstützt Sie so beim langfristigen Vermögensaufbau. Im Prinzip wirkt es wie eine Erhöhung des Bruttogehalts, welche erst eintritt, wenn der Mitarbeiter danach fragt.

VL-Verträge laufen in der Regel sieben Jahre: Der Arbeitgeber zahlt sechs Jahre lang vermögenswirksame Leistungen ein, ein weiteres Jahr bleibt das Vermögen gesperrt. Erst danach haben Sie Zugriff auf das angesparte Geld. Aber welche Verträge sind überhaupt VL-fähig? Grundsätzlich können Sie Ihren Arbeitgeber in Bausparverträge, Tilgungspläne für Baufinanzierungen, Banksparpläne oder Fondssparpläne einzahlen lassen. Die meisten Banken und Bausparkassen haben spezielle Angebote, um vermögenswirksame Leistungen anzulegen.

 

Den richtigen VL-Vertrag finden

Insofern Ihnen vermögenswirksame Leistungen zustehen, sollten Sie diese nicht ungenutzt verstreichen lassen, denn Sie können später keine Nachzahlung verlangen. Je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag stehen Ihnen bis zu 40 Euro im Monat zu. Auf das Jahr hochgerechnet erhalten Sie so bis zu 480 Euro zusätzlich. Sollte Ihr Arbeitgeber weniger als 40 Euro einzahlen, können Sie aus dem eigenen Geldbeutel aufstocken.

Welche Form des VL-Vertrags ist für Sie am sinnvollsten? Die Verträge mit den Aussichten auf die höchsten Erträge sind VL-Fondssparpläne. Wie bei klassischen Fondssparplänen zahlen Sie jeden Monat einen bestimmten Betrag in einen von Ihnen ausgewählten Fonds ein.

Aufgrund der durchschnittlich höheren Rendite-Erwartung, geringeren Kosten und weiteren Vorteile von ETFs lohnt es sich allerdings, die vermögenswirksamen Leistungen in einem ETF Sparplan anzulegen.
 
Unser Tipp: Eröffnen Sie im Dezember einen VL-ETF Sparplan, da das abgelaufene Jahr dann bereits als volles Vertragsjahr angerechnet wird. So müssen Sie im siebten Jahr nur einen Monat warten, bevor Sie über Ihr Geld verfügen können.
 

Staatliche Zusatzleistungen für Geringverdiener

Es ist schon eine schöne Sache, vom Arbeitgeber bis zu 480 Euro im Jahr zusätzlich zu bekommen, die dann auch noch automatisch in einen ETF investiert werden. Doch die Sache wird noch besser: Wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt, Sie also Geringverdiener sind, erhalten Sie zusätzlich eine Förderung vom Staat, die sogenannte „Arbeitnehmersparzulage”.

Sollte Ihr zu versteuerndes Einkommen unter Einbeziehung aller Freibeträge weniger als 20.000 Euro im Jahr betragen, haben Sie Anspruch auf eine zusätzliche Förderung von 20 Prozent jährlich auf Ihr angespartes Geld, maximal jedoch 80 Euro. Damit ist die Bedingung für maximale Förderung bereits ab einer monatlichen Rate von 33 Euro erfüllt. Für Eheleute gilt jeweils die doppelte Summe.

Das Finanzamt überweist die Arbeitnehmersparzulage allerdings erst mit Ablauf der Sperrfrist von sieben Jahren. Innerhalb des Anlagezeitraums wird sie also nicht mitverzinst. Der beliebte Zinseszins-Effekt bleibt aus.
 
Gut zu wissen: Aufgrund neuer Gesetze, die zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten sind, ist das VL-Sparen noch einfacher geworden. Wenn Sie die staatliche Zulage beantragen wollen, müssen Sie mittlerweile keine Dokumente mehr für die Steuererklärung an das Finanzamt schicken. Ihre Bank oder Bausparkasse übermittelt alle Daten nun direkt ans Finanzamt.
 

Vermögenswirksame Leistungen anlegen mit ETFs bei finvesto und comdirect

Wo können Sie einen VL-Vertrag mit ETFs aufsetzen? Die einzigen Anbieter für VL-Sparen mit ETFs in Deutschland sind finvesto und comdirect. Beide bieten die Anlage von vermögenswirksamen Leistungen über die Commerzbank-Tochter ebase an. Die Gebühren für Depotverwaltung und Sparplan-Ausführung sind etwas höher als bei einem klassischen ETF Sparplan. Da Sie aber deutlich mehr Geld verlieren, wenn Sie gar nicht investieren, ist das ein verschmerzbares Übel.

Die Konditionen von finvesto und comdirect im Überblick:
 
  • finvesto: 10 Euro für Depotführung pro Jahr, zusätzliche Depotgebühren für weitere ETFs
  • comdirect: 12 Euro für Depotführung pro Jahr
  • volumenabhängige Kaufgebühr von 0,2% + ATC (0,01% - 0,9%) pro Sparrate
  • 91 ETFs VL-sparplanfähig, davon 77 VL-zulagenberechtigt
Insgesamt stehen Ihnen etwa 91 ETFs für VL-Sparen zur Verfügung. Diese decken alle wichtigen Indizes zum langfristigen Sparen, wie den breit gestreuten MSCI World, ab. Doch Vorsicht: Nicht jeder der ETFs ist auch berechtigt für VL-Zulagen. Achten Sie also bei Ihrer ETF-Auswahl darauf, wenn Sie in den Genuss der staatlichen Förderung kommen möchten.

Wenn Sie Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben, ist ein VL-ETF Sparplan eine sinnvolle Ergänzung zu bereits bestehenden ETF Sparplänen und unterstützt Sie beim langfristigen Vermögensaufbau.

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ETF Sparplan vs. VL-Sparen mit ETFs

Die Alternative zum VL-Sparen: ETF Sparpläne, die Sie mittlerweile bei vielen Banken erhalten. Wenn Sie also mehr Geld sparen möchten bzw. keinen Anspruch auf VL-Sparen haben, ist dies eine sehr gute Alternative.

Im direkten Vergleich punkten ETF Sparpläne mit einer deutlich höheren Auswahl an verfügbaren Produkten. Des Weiteren fallen für ETF Sparpläne geringere Kosten an. In der Regel ist die Depotführung kostenlos und es gibt viele gratis Aktionsangebote, bei denen die Kaufgebühren entfallen.

Auch im Bereich der Flexibilität schneiden ETF Sparpläne besser als das VL-Sparen ab. Ihre Sparrate ist nach oben offen und kann beliebig angepasst werden. Außerdem können Sie die besparten ETFs jederzeit problemlos wieder verkaufen. ETF Sparpläne können Sie bei einigen Brokern bereits ab 25 Euro starten. Beim VL-Sparen gibt es keinen Mindestbetrag, jedoch machen fixe Depotgebühren das Sparen für Kleinstbeträge unattraktiv.

Steuerlich unterscheiden sich die beiden Sparformen nicht. In beiden Fällen wird das versteuerte Einkommen dazu genutzt, Vermögen aufzubauen. Die dabei erzielten Gewinne müssen Sie als Anleger in beiden Fällen versteuern. Sie sollten daher darauf achten, dass Sie auch beim VL-Sparen einen ausreichenden Freibetrag hinterlegen.

 

ETF Sparpläne als sinnvolle Ergänzung zum VL-Sparen

VL-Sparpläne gehören zu den beliebtesten Zusatzleistungen für Arbeitnehmer. Wenn Ihnen vermögenswirksame Leistungen zustehen, verschenken Sie das Geld nicht. VL-Sparen bietet sich insbesondere für Geringverdiener mit Anspruch auf staatliche Förderung an. Leider sind aber nur kleine Beträge möglich. Wenn Sie weiteren Bedarf haben zu sparen, decken Sie diesen am besten mit ETF Sparplänen ab. Einen Überblick der Angebote finden Sie in unserem Sparplan-Vergleich.

 

ETF Sparplan vs. VL-Sparen mit ETFs

Kategorie ETF Sparplan VL-Sparen mit ETFs
Anbieter Online Broker, Filialbanken, Fondsbanken finvesto und comdirect (Abwickelnde Bank: ebase)
Anzahl sparplanfähiger ETFs über 900 ETFs 91 ETFs (77 VL-zulagenberechtigt)
Kaufgebühr pro Sparrate 0% - 2,5%
kostenlose Aktionsangebote bei vielen Online Brokern
0,2% + ATC (0,01% - 0,9%)
Depotführung i. d. R. kostenlos finvesto: 10 EUR pro Jahr, für weitere ETFs normale Depotgebühren
comdirect: 12 EUR pro Jahr
Wer zahlt ein? Anleger Arbeitgeber (Aufstockung durch Arbeitnehmer möglich)
Verkaufsmöglichkeit jederzeit nach 7 Jahren
Anpassung der Sparrate jederzeit jederzeit (Änderung des Tarifvertrags, Aufstockung)
Mindestbetrag pro Sparrate 25 Euro/50 Euro (abhängig von Bank) -
Maximalbetrag pro Sparrate i. d. R. keine Begrenzung 40 EUR pro Monat
Staatliche Förderung möglich nein ja, in Form der Arbeitnehmersparzulage zum Ende der Laufzeit (20% der jährlichen Sparsumme, maximal 80 EUR pro Jahr)
Besteuerung der Kapitalerträge Abgeltungsteuer (Sparerpauschbetrag findet Anwendung) Abgeltungsteuer (Sparerpauschbetrag findet Anwendung)