„Die große Fondslüge” von Michael Ritzau - Eine Rezension

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Auf knapp über 200 Seiten legt der Autor Michael Ritzau in „Die große Fondslüge” schlüssig dar, warum aktive Fonds ihre Kunden ausnehmen und warum Medien, Sparkassen und Berater ihnen dabei bereitwillig zur Hand gehen. Glücklicherweise gibt es Alternativen…

„Die große Fondslüge” von Michael Ritzau - Eine Rezension

Über Michael Ritzau

Michael Ritzau ist promovierter Naturwissenschaftler und Fachmann für Geldanlage, Fonds und Altersvorsorge. Neben Deutschland war er in Großbritannien und der Schweiz in der akademischen Forschung und der Industrie tätig. Bis 2012 war er Vizepräsident des Stiftungsrats der Novartis Pensionskasse II.
 
Heute arbeitet Ritzau als unabhängiger Honorarberater.
 
 

Über „Die große Fondslüge”

In seinem Buch „Die große Fondslüge” möchte der Autor Michael Ritzau darauf aufmerksam machen, wie sehr Privatanleger durch Bankenberater und die Produkte, die sie anpreisen hinters Licht geführt werden. Dabei bedient er sich einer Vielzahl umfangreicher Datensätze und Fallbeispiele. Die angewandten Methoden sind dabei ebenso statistisch stichhaltig, wie leicht verständlich.
 
Die These des Buches: Herkömmliche, aktiv gemanagte Fonds, erwirtschaften nicht nur eine teilweise weitaus schlechtere Rendite als ein vergleichbarer Index, sie lassen sich diese „Unleistung” auch noch einiges kosten. Die Medien beschreibt der Autor hierbei als Handlanger, die trotz besseren Wissens nutzlose Ratings und Awards für sogenannte „Spitzenfonds” vergeben. Die Politik sieht er als Opfer einer übermächtigen Finanzlobby und der eigenen Unwissenheit. Seine hin und wieder fast schon verschwörerisch anmutenden Vorwürfe kann der Autor hier mit anschaulichen Fallbeispielen untermauern.
 
Die Richtigkeit der These, aktive Fonds seien „nutzlos”, kann er mit Hilfe der Unterstützung der Nobelpreisträger William Sharpe und Eugene Fama, sowie mit umfassenden statistischen Analysen ebenfalls klar zeigen. Seine Methoden bleiben dabei seriös, was der Verständlichkeit aber keinen Abbruch tut. Allenfalls Personen, die ohnehin bereits das passive Investieren bevorzugen, dürften die ständigen Beweise etwas langatmig finden.
 
Im letzten Teil des Buches legt Ritzau dar, wie sich die belegte These in die Anlagepraxis umsetzen lässt. Dabei verzichtet der Autor auf konkrete Anlageempfehlungen und beschränkt sich auf die Angabe verschiedener allgemeiner Verhaltensweisen, die den Leser vor der negativen Einflussnahme der Medien und Banken schützen sollen.
 
„Die große Fondslüge” von Michael Ritzau

„Die große Fondslüge” von Michael Ritzau

Unser Urteil: Lesenswert für erfahrene Anleger
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Fazit: Lesenswert für erfahrene Anleger

Dieses Buch eignet sich besonders für erfahrene Anleger, die sich noch nicht für oder gegen eine aktive, beziehungsweise passive Strategie entschieden haben, und natürlich auch für jeden, der mehr über die Fondsindustrie erfahren möchte. Wer bereits mit Büchern ähnlicher Thematik vertraut ist, wird die Lektüre dabei eher genießen können.
 
Bereits seit einiger Zeit ist die Überlegenheit passiven Investierens hinreichend belegt, trotzdem sind hier wissenschaftliche Erkenntnisse noch nicht bis zu den Privatanlegern durchgedrungen. Woran Banken und Medien nicht ganz unschuldig sind.
 
Für Personen, die ihr Geld bereits in passiven Produkten angelegt haben, oder bereits über die beschriebene Problematik informiert sind, ist das Buch ein netter Zeitvertreib, die meisten Inhalte werden solchen Anlegern bereits bekannt sein.
 
Für Anleger, die ihr Geld in aktiven Fonds angelegt haben, ist das Buch ausgesprochen empfehlenswert, da der Autor hier stichhaltig und wissenschaftlich fundiert darlegt, dass diese Fonds Jahr für Jahr Renditechancen verschwenden.