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Rezension: Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen

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Unseriöse Finanzdienstleister nutzen „LeOs” aus: Kunden mit wenig Fachwissen, dafür aber mit Geld, sind „leicht erreichbare Opfer”. Damit Sie nicht zum LeO werden, führt Sie Prof. Dr. Hartmut Walz über 300 Seiten an das Universum der Geldanlage heran.

Rezension: Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen

Über Hartmut Walz

Hartmut Walz ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ludwigshafen am Rhein. Dort befasst er sich vor allem mit dem Fachgebiet Verhaltensökonomie und analysiert das menschliche Verhalten in wirtschaftlichen Situationen. Zusätzlich zu seiner Professur arbeitet er als Autor und Redner. In seinen Büchern schreibt er sowohl über wirtschaftliche als auch über psychologische Themen.

 

Über „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen”

Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen” ist in vier Teile gegliedert: Im ersten Teil erklärt Walz die aktuelle wirtschaftliche Lage und gibt Empfehlungen zum Umgang mit der Situation. So rät er im Umfeld von Nullzinsen dazu, Ruhe zu bewahren und die möglichen Risiken von angeblich besser geeigneten alternativen Anlagen genauer unter die Lupe zu nehmen. Oftmals werde hier – beabsichtigt oder unbewusst – der Fehler begangen, risikoarme Anlageformen mit risikoreichen zu vergleichen. Seine Empfehlung: Cash halten und für den Renditeertrag auf andere Assetklassen zurückgreifen.

Als nächstes stellt der Autor einige Grundregeln der Geldanlage vor. Diese reichen vom Umgang mit Verkäufern von Finanzprodukten über die Bedeutung von Kosten bis hin zu den Grundsätzen der Diversifikation. Besonders ausführlich geht er auf die Interessenkonflikte in der Finanzbranche und deren Auswirkungen auf die Kundenberatung ein. Ein großer Kritikpunkt: die Vergütungsmodelle der Finanzprodukt-Verkäufer und die dadurch geschaffenen Fehlanreize. Produktverkäufer verdienten häufig an den Gewinnen ihrer Kunden mit. An Verlusten seien sie allerdings nicht beteiligt. Deshalb seien sie tendenziell gewillt, mit dem Anlagebetrag höhere Risiken einzugehen, um ihr eigenes Einkommen zu maximieren. Dazu käme, dass einige Finanzprodukte bewusst komplizierter gestaltet seien als eigentlich nötig. Hierdurch entstehe der Eindruck, dass Anleger dringend einen Fachmann benötigten, um Geldangelegenheiten zu regeln, auch wenn dies nicht der Wahrheit entspreche. Generell sollten Sie komplexe Produkte vermeiden und wenn möglich auf einfachere Lösungen zurückgreifen, da mit steigender Komplexität oft auch eine geringere Rendite einhergehe, so Walz.

Der dritte Teil des Buchs bietet eine Einführung in die Beurteilung von Finanzprodukten anhand des „einfach genialen Siebenecks der Geldanlage”. Darin berücksichtigt Walz neben den drei Faktoren „Liquidität”, „Rendite” und „Sicherheit” aus dem „magischen Dreieck” auch die Bewertungskriterien „Transparenz”, „Kosteneffizienz”, „steuerliche Vorteilhaftigkeit” und „Inflationsschutz”. Damit möchte der Autor alle relevanten Aspekte für die Bewertung von Geldanlagen abdecken. Außerdem führt er die Leser an die Unterscheidung von Anlageklassen und Anlagevehikeln heran. Vor einer Investition solle man stets prüfen, ob sich durch das jeweilige Anlagevehikel außer den Risiken der Anlageklassen zusätzliche Risiken ergeben. 

Im vierten Teil gibt Walz eine detaillierte Analyse verschiedener Anlageklassen und -vehikel. Dabei behandelt er neben den gängigen Assetklassen wie Aktien, Gold und Immobilien auch Kryptowährungen und Sachanlagen. Im Bereich der Aktien konzentriert sich Walz darauf, bekannte Irrtümer aus der Welt zu schaffen. Einer davon: Aktieninvestitionen seien nur für Zocker und extrem risikofreudige Menschen geeignet. Um dem entgegenzuwirken vergleicht er die Geldanlage in Aktien mit Glücksspielen und analysiert die entsprechenden Gewinnerwartungen. Das Ergebnis: Im Gegensatz zum Glücksspiel ist der erwartete Gewinn bei Aktieninvestitionen positiv. Zudem werden die langfristigen Renditen von Aktieninvestitionen anhand anschaulicher Beispiele wie dem DAX-Rendite-Dreieck aufgezeigt. Im Kapitel zu ETFs erhalten die Leser einen kurzen Einblick in deren Funktionsweise und einen ausführlichen Vergleich mit Investment-Zertifikaten. Zertifikate seien meist intransparent gestaltet und verursachen höhere Transaktionskosten. Da Zertifikate kein Sondervermögen bilden, bestehe zudem ein Emittentenrisiko. Die Kernaussage ist klar: Sollte sich Ihre Anlagestrategie mit ETFs umsetzen lassen, sollten Sie diese gegenüber Zertifikaten bevorzugen, so der Tipp von Walz.

 
„Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen” von Hartmut Walz

„Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen” von Hartmut Walz

Unser Urteil: leichte und informative Lektüre für Einsteiger
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Fazit: geeignet für Anfänger im Bereich Geldanlage

Über das gesamte Buch hinweg nimmt der Autor Einsteiger an die Hand und macht sie mit wichtigen Grundsätzen der Vermögensanlage vertraut. Walz gelingt es dabei, trotz fachlicher Genauigkeit, nicht in Langeweile zu verfallen. Stellenweise eingestreute Anekdoten und Kuriositäten vereinfachen den Lesefluss und motivieren zum Weiterlesen.

Besonders geeignet ist „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen” für Einsteiger im Bereich Geldanlage. Das Buch vermittelt ökonomische Grundkenntnisse sowie Verhaltensanleitungen, auf die der Leser immer wieder zurückgreifen kann. Somit können Anfänger nach der Lektüre auf ein solides Grundwissen im Bereich der Geldanlage verfügen. Dank der stichpunktartigen Zusammenfassungen am Ende eines jeden Kapitels kann das Buch im Vorfeld von individuellen Kaufentscheidungen als Nachschlagewerk dienen. Fortgeschrittene Leser bekommen zwar stellenweise informative Einblicke, sollten sich allerdings eher an tiefergehende Werke halten.