Der Beweis: Aktive Manager schlagen den Markt nicht

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Neueste S&P Untersuchung „SPIVA Europe Scorecard“ zeigt abermals, dass aktives Fondsmanagement eine schlechte Wette ist.

Der Beweis: Aktive Manager schlagen den Markt nicht Die wissenschaftlichen Beweise, dass aktive Fonds nicht in der Lage sind den Markt langfristig zu schlagen, häufen sich. Das sehen auch die Anleger so und investieren zunehmen mehr Geld in börsengehandelte Indexfonds.

Der Fluch im Leben aktiver Fondsmanager ist die „S&P Indices Versus Active Funds (SPIVA) Scorecard“. Dahinter verbirgt sich eine Studie, die die Leistung der Fondsmanager gegen S&P Indizes misst. Die Studie wird seit 2002 regelmäßig durchgeführt.

Die Analyse war unerbittlich für aktive Fondsmanager und ihrer Behauptung überlegene Performance zu liefern. Über das letzte Jahrzehnt und auch wieder Ende 2015.
 
Über die letzten 10 Jahre verfehlte ein Großteil der Aktienfondsmanager ihre Benchmark zu schlagen:
 
  • 98% der Aktienfonds Welt
  • 79% der Aktienfonds Deutschland
  • 97% der Aktienfonds Emerging Markets
  • 99% der Aktienfonds USA
Diese Zahlen sind schockierend, rechtfertigen doch aktive Fondsmanager ihre höheren Gebühren mit dem Versprechen besser zu sein als der Markt, respektive Indexfonds (ETFs), die deren Entwicklung abbilden.
 

Anteil europäischer Aktienfonds, die ihre Benchmark nicht schlagen

Anteil europäischer Aktienfonds, die ihre Benchmark nicht schlagen
Quelle: SPIVA Europe Scorecard 2015; 31.12.2015
 

Verstecken geht nicht

Aktive Fondsmanager können über kurze Zeitperioden ihren Marktindex schlagen. Zum Beispiel schlugen 68% der Manager auf Aktien Europa über ein Jahr ihren Vergleichsindex.
 
Über 5 Jahre hingegen verfehlten 81% ihre Benchmark. In anderen Kategorien sieht es oft noch schlechter aus.
 
So verfehlen 84% der Aktienfonds auf U.S. Aktien über 1 Jahr ihre Benchmark und über 5 Jahre sogar 97%.
 
Aktive Fondsmanager zeigten auch Probleme in relativ ineffizienten Märkten, in denen gerne die Vorteile von Einzeltitelauswahl (Stockpicking) als Vorteil herausstellt wird.
 
So verfehlten 75% der Emerging Markets Manager ihre Benchmark über 1 Jahr und über 5 Jahre sogar 89%.
 
Ähnliche Ergebnisse stellte S&P auch für britische Fondsmanager fest. 

 

Starmanager sind nicht immer Spitze

Kann man die Fondsmanager, die einen Mehrwert liefern im Vorhinein bestimmen? Die Beweislage spricht dagegen. Die S&P Persistence Scorecard kommt zu dem Ergebnis, dass kein Fonds aus dem Top Quartil seine Position über die letzten 5 Jahre gehalten hat. 27 Prozent der Top Ranking Fonds fiel sogar in das unterste Quartil der Vergleichsgruppe zwischen 2011 und 2015.
 
Die S&P Persistence Scorecard betrachtet nur aktive Fondsmanager aus den USA, aber es ist unwahrscheinlich, dass europäische Fondsmanager einen geheimen Performance Booster entdeckt haben sollen, der sie deutlich besser als ihre U.S.-Pendants macht.
 
Ein weiteres beeindruckendes Ergebnis der SPIVA Europe Scorecard für das Jahr 2015 ist, dass 56% der globalen Aktienfonds über die letzten 10 Jahre liquidiert oder mit anderen Fonds verschmolzen wurden. Für Aktienfonds auf U.S.-Werte lag die Rate sogar bei 61%.
 
Die schlechte Wertentwicklung ist der überwiegende Grund für Schließungen und Verschmelzungen, da Anleger gerade bei schlechter Wertentwicklung ihre Gelder abziehen.
 
Dies führt zum „Survivorship Bias„, einem Phänomen das Fondshäuser nutzen um ihre historische Performance zu schönen. Hierbei fallen die schlechten Ergebnisse der gescheiterten Fonds einfach unter den Tisch.
 
Doch Anlegern ist es nicht möglich bei den Tausenden von aktiven Fonds im Vorhinein zu erkennen, welcher Fonds in der Zukunft eliminiert wird.
 
Die SPIVA Scorecard zeigt sehr anschaulich, wie klein die Chance auf einen überdurchschnittlichen Erfolg mit einem aktiven Fondsmanagement ist.
 
Die rationale Erkenntnis der Studie ist nicht daran zu glauben den kleinen Prozentsatz an Fondsmanagern hervorzusagen, welche ihren Erfolg über eine lange Anlagedauer beibehalten.
 
Stattdessen gibt es einen einfachen Weg das Scheitern mit aktivem Fondsmanagement zu verhindern, in dem man sich für ein kostengünstiges Portfolio aus ETFs entscheidet, dass möglichst exakt die Ergebnisse der Benchmark erreichen. Damit liegen Sie in den meisten Fällen langfristig besser.