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Altersvorsorgedepot Vergleich 2027: Welcher Anbieter lohnt sich?

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Altersvorsorgedepot ab 01.01.2027: Anbieter, Kosten & ETF-Auswahl unabhängig vergleichen. Jetzt das passende Depot für deine staatliche Förderung finden.

Altersvorsorgedepot Vergleich 2027: Welcher Anbieter lohnt sich?
 
  • Level: Für alle
  • Lesedauer: 9 Minuten
Was dich in diesem Artikel erwartet

Altersvorsorgedepot-Vergleich: Wer bietet was an?

Das neue Altervorsorgedepot (AV-Depot) löst im Januar 2027 die bisherige Riester-Rente als staatlich gefördertes Produkt für die private Altersvorsorge ab. Rund um den Start des Altersvorsorgedepots wird ein harter Preiskampf erwartet, bei dem vermutlich besonders die Neobroker günstige Angebote schnüren werden. Die folgenden Informationen zu den AV-Depot-Angeboten sind bisher bekannt:
Anbieter Standarddepot Allgemeines AV-Depot Besonderheiten & Sonderaktionen
Scalable Capital** Standard
  • Depotführung: 0 €
  • Sparpläne: 0 €
  • Käufe / Verkäufe: 0 €
  • ETF-Kosten: 0 % in 2027, danach max. 0,15 % p.a.
Selbst entscheiden
  • Depotführung: 0 €
  • Sparpläne: 0 €
  • Käufe / Verkäufe: 0,99 € (FREE) bzw. 0 € (PRIME+)
  • ETF-Kosten: eigene Auswahl, für ausgewählte ETFs wird die TER erstattet
Gewinnspiel: 540 € jährlich bis zur Rente gewinnen (5x)

„Rentenbonus“: TER-Erstattung für ausgewählte ETFs gilt auch für Bestände, die ab sofort durch Käufe oder Sparpläne im regulären Scalable Broker-Depot** aufgebaut werden (Gutschrift auf Altersvorsorgedepot)
SMARTBROKER+ Standarddepot
  • Depotführung: 0 €
  • Sparpläne: 0 €
  • Käufe / Verkäufe: 0 €
  • ETF-Kosten: 0 % für 3 Jahre (bis 25.000 € Anlagevolumen), danach bei mind. 15 Trades / Jahr im SMARTBROKER+ Hauptdepot
  • 3 Varianten mit unterschiedlichen ETFs verfügbar
Freies Altersvorsorgedepot
  • Depotführung: 0 €
  • Sparpläne: 0 €
  • Käufe / Verkäufe: 0 € (ab 500 € Ordervolumen), sonst 1 €
  • ETF-Kosten: eigene Auswahl
Langfristige Erstattung der ETF-Kosten im Rahmen des Standarddepots unter bestimmten Voraussetzungen
Trade Republic* Standard
  • Depotführung: 0 €
  • Sparpläne: 0 €
  • Käufe / Verkäufe: k.A.
  • ETF-Auswahl: k.A.
Selbst entscheiden
  • Depotführung: 0 €
  • Sparpläne: 0 €
  • Käufe / Verkäufe: k.A.
  • ETF-Kosten: eigene Auswahl, für ausgewählte ETFs wird die TER erstattet
Traders Place Standarddepot
  • Depotführung: 0 €
  • Sparpläne: 0 €
  • Käufe / Verkäufe: 0 €
  • ETF-Kosten: k. A.
Allgemeines Altersvorsorgedepot
  • Depotführung: 0 €
  • Sparpläne: 0 €
  • Käufe / Verkäufe: 0 € (ab 500 € Ordervolumen), sonst 0,95 €
  • ETF-Kosten: eigene Auswahl
comdirect Altersvorsorgedepot Standard Altersvorsorge Flexibel
  • Konditionen noch nicht bekannt
  • ETFs und Fonds stehen zur Auswahl
  • ETF-Kosten: eigene Auswahl
50 € Early-Bird-Prämie
flatex Standarddepot Core
  • Depotführung: 0 €
  • Sparpläne: 0 €
  • Käufe / Verkäufe: 0 €
  • ETF-Kosten: 0 % für 5 Jahre, danach max. 0,07 % p.a.
Standarddepot Plus
  • Konditionen noch nicht bekannt
  • Zusätzliche Diversifikation (inkl. Gold-Beimischung) im Vergleich zum Core-Depot
Altersvorsorgedepot Flex
  • Konditionen noch nicht bekannt
  • bis zu 25 Positionen (ETFs und Fonds) im Depot möglich
  • ETF-Kosten: eigene Auswahl
ING* Altersvorsorge-Depot Relax
  • Konditionen noch nicht bekannt
  • Gewichtung der beiden vorausgewählten ETFs kann jederzeit individuell angepasst werden
  • 5 Jahre vor der Auszahlphase wird das Vermögen automatisch vom Aktien-ETF in den risikoärmeren Anleihen-ETF umgeschichtet
Altersvorsorge-Depot Aktiv
  • Konditionen noch nicht bekannt
  • ETFs und Fonds stehen zur Auswahl
  • ETF-Kosten: eigene Auswahl
50 € Startbonus für Neukunden
Trading 212* angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) für Selbstentscheider Aktion: Bruchteilaktien im Wert von bis zu 100 € erhalten
Fidelity / FFB Fidelity Vorsorgedepot / Fidelity Vorsorgedepot Standard
  • Depotführung: 12 € / Jahr
  • Transaktionen: keine (verwaltetes Portfolio)
  • Produktkosten: 0,35 % oder 0,75 % p.a. (abh. von Vertriebsmodell)
  • ETF-Kosten: 0 % für 5 Jahre, danach max. 0,07 % p.a.
Das Standarddepot wird in einer Selbstentscheider- und einer Berater-Variante angeboten
Fidelity Vorsorgedepot Plus
  • Depotführung: 24 € / Jahr
  • Transaktionen: keine (verwaltetes Portfolio)
  • Produktkosten: 1,35 % p.a.
Allgemeines Depot: gemanagte Vermögensverwaltung, keine freie ETF-Auswahl
quirion Standard
  • Depotführung: 0 €
  • Transaktionen: keine (Robo-Advisor)
  • ETF-Kosten: 0,07 % (Aktien-ETF) bzw. 0,08 % (Anleihen-ETF) p.a., Rückerstattung im ersten Jahr
Pro
  • Depotführung: noch nicht bekannt
  • Transaktionen: keine (Robo-Advisor)
  • Robo-Advisor: Wahl der Aktienquote, keine freie Wertpapier-Auswahl
Robo-Advisor: automatisierte Portfolioverwaltung in Kooperation mit Vanguard
UnitPlus Standardportfolio
  • Depotführung: max. 0,25 % p.a.
  • Transaktionen: keine (verwaltetes Portfolio)
  • ETF-Auswahl: aktiver Aktien-ETF und aktiver Anleihen-ETF von JP Morgan
Musterportfolio (konzipiert von JP Morgan)
  • Depotführung: max. 0,25 % p.a.
  • Transaktionen: keine (verwaltetes Portfolio)
  • ETF-Auswahl: Von JP Morgan konzipiertes Musterportfolio mit sieben aktiven Aktien-ETFs
Allgemeines Depot: gemanagte Vermögensverwaltung, keine freie ETF-Auswahl
Sparkassen / Deka Standardangebot
  • Depotführung: 0 €
  • Transaktionen: keine (verwaltetes Portfolio)
  • ETF-Kosten: 0,10 % p.a. (Deka-ETFs)
Individuell verwaltetes Altersvorsorgedepot
  • Gesamtkosten (Depotverwaltung und Fondskosten): 1,00 % - 1,50 % p.a. (abhängig von Vetragslaufzeit)
  • Statt ETFs werden klassische, aktiv gemanagte Fonds eingesetzt
Verfügbar per Sparkassen-App und via Filiale
Deutsche Bank / DWS DWS Standarddepot
  • Gesamtkosten (Depotverwaltung und Fondskosten): erste zwei Jahre 0,10 % p.a., danach 0,28 % p.a.
  • ausschließlich digital verfügbar
DWS Altersvorsorgedepot
  • Gesamtkosten (Depotverwaltung und Fondskosten): 0,99 % p.a.
  • Angebot ist im Laufe des Jahres 2027 geplant
  • erhältlich über persönliche Beratung bei der Deutschen Bank und der Postbank
DWS DWS Vorsorgedepot ETF
  • Gesamtkosten: 0,42 % p.a.
  • Portfolio: zwei passive ETFs
DWS Vorsorgedepot Aktive ETFs
  • Gesamtkosten: 0,60 % p.a.
  • Portfolio: zwei aktive ETFs
DWS Vorsorgedepot Fonds
  • Gesamtkosten: 0,65 % p.a.
  • Portfolio: zwei klassische, aktiv gemanagte Fonds
DWS Vorsorgedepot Select
  • Gesamtkosten: 0,83 - 1,28 % p.a. (abh. von gewählten ETFs und Fonds)
  • Auswahl aus rund 100 aktiven Fonds und ETFs
  • Portfolio: eigene Auswahl, bis zu 10 Positionen möglich
DWS Vorsorgedepot Comfort
  • Gesamtkosten: 1,13 % p.a.
  • gemanagte Vermögensverwaltung, keine freie ETF-Auswahl
  • Portfolio: fünf Multi-Asset-Fonds
Consorsbank angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) für Selbstentscheider
DKB angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) für Selbstentscheider
finanzen.net angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) für Selbstentscheider
N26 angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) für Selbstentscheider
Postbank angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) für Selbstentscheider
OSKAR angekündigt (Details noch nicht kommuniziert) wird nicht angeboten
Stand: 13.10.2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Entscheidend sind die Informationen auf den Homepages der Anbieter. Die genannten Gebühren sind zzgl. marktüblicher Spreads, Zuwendungen, Produktkosten und Fremdkosten. Investitionen in Wertpapiere bergen Risiken.

Warum ein Altersvorsorgedepot?

Mit einem Altersvorsorgedepot profitierst du beim langfristigen Vermögensaufbau von staatlichen Zulagen und Förderungen. Dabei gilt ein transparentes "Matching-Modell": Für jeden von dir eingezahlten Euro legt der Staat einen festen Betrag obendrauf.
  • Grundzulage (bis zu 540 € im Jahr): Die Förderung ist zweistufig aufgebaut. Für die ersten 360 Euro deines Eigenbeitrags im Jahr erhältst du 50 Prozent Zulage, also 50 Cent pro Euro, vom Staat (max. 180 €). Für jeden weiteren Euro bis zur Fördergrenze von 1.800 Euro zahlt der Staat weitere 25 Cent (25 Prozent Zulage, max. 360 €). Zahlst du also 1.800 Euro im Jahr ein, sicherst du dir die volle Grundzulage von 540 €.
  • Kinderzulage (bis zu 300 € pro Kind): Der Staat verdoppelt deine Einzahlungen (100 % Förderung) bis zu einem Eigenbeitrag von 300 Euro im Jahr (25 Euro im Monat). Mit nur 300 Euro Eigenleistung pro Kind holst du dir die vollen 300 € Kinderzulage.
  • Berufseinsteigerbonus: Wer unter 25 Jahre alt ist, darf sich über einen einmaligen Start-Bonus von 200 € freuen.
  • Mindestbeitrag: Um überhaupt förderberechtigt zu sein, reicht bereits ein geringer Eigenbeitrag von 120 Euro im Jahr (10 Euro monatlich).
  • Steuervorteile: In der Ansparphase bleiben alle Kapitalerträge in deinem AVD steuerfrei – es fällt keine Vorabpauschale oder Abgeltungsteuer an. Zudem kannst du deine Einzahlungen von bis zu 1.800 Euro plus Zulagen als Sonderausgaben in deiner Steuererklärung geltend machen.
In unserem Artikel „Das Altersvorsorgedepot 2027: So profitierst du von der staatlichen ETF-Förderung“ gehen wir noch ausführlicher auf die staatlichen Förderungen und rechtlichen Rahmenbedingungen ein.
justETF Tipp: Die staatliche Förderung ist unabhängig davon, welchen Broker und welches Produkt du wählst.

Welche Depots profitieren von der staatlichen Förderung?

Der Gesetzgeber gibt einen klaren Rahmen vor, innerhalb dessen du dich ab 2027 für verschiedene Kategorien von geförderten Vorsorgeprodukten entscheiden kannst, um die staatlichen Zulagen zu erhalten. Folgende Produkte stehen dabei zur Auswahl:
  • Das Standarddepot: Das Standarddepot ist die Basisvariante für alle, die sich nicht aktiv um die Auswahl von ETFs kümmern möchten oder können. Es investiert völlig automatisiert in zwei vorgegebene Fonds: einen sicheren (Risikoklasse 1 oder 2) und einen renditeorientierten (Risikoklasse 3 bis 5). Standardmäßig wird das Risiko durch Umschichtungen (Lifecycle-Modell) kurz vor dem Renteneintritt automatisch gesenkt. Das bedeutet, du bist dann automatisch mehr in den sicheren, schwankungsarmen Fonds und weniger in den renditeorientierten investiert. Bei Renteneintritt soll die Zielgewichtung für den renditeorientierten Aktienbaustein standardmäßig maximal 30 Prozent betragen. Anlegenden soll aber die Möglichkeit gegeben werden, von diesem Standardpfad abzuweichen, wenn dies gewünscht wird. Eine weitere Besonderheit des Standarddepots ist der vom Gesetzgeber vorgeschriebene Kostendeckel von maximal 1,0 % p.a. (Effektivkosten). Anfangs war auch ein staatlich organisiertes Angebot geplant, das als günstige Benchmark für den Markt dienen sollte. Inzwischen bestehen aber Zweifel, ob es ein solches Produkt wirklich geben wird.
  • Das freie (allgemeine) Altersvorsorgedepot: Dieses Modell bietet etwas mehr Gestaltungsfreiraum und richtet sich an Selbstentscheider und Anleger mit gewissen Vorkenntnissen. Anders als beim Standarddepot gibt es hier keine gesetzlich vorgeschriebene Anlagestrategie. Bei Angeboten für Selbstanleger kannst du dir aus dem ETF- und Fonds-Angebot deines Brokers dein Portfolio völlig frei zusammenstellen. Eine Alternative sind automatisch verwaltete Portfolios (sog. Robo Advisor), bei denen du lediglich die grundsätzliche Anlagestrategie, beispielsweise anhand verschiedener Risikoprofile, bestimmst. Beim freien Altersvorsorgedepot gibt es keinen gesetzlichen Kostendeckel – die Gebühren werden durch den freien Wettbewerb der Anbieter geregelt. Für ETF-Fans und Anleger in Eigenregie ist das freie AVD voraussichtlich die beste Wahl.
  • Garantieprodukte (80 % oder 100 % Beitragsgarantie): Für sehr sicherheitsorientierte Anleger wird es weiterhin Garantieprodukte geben. Hierbei wird zu Rentenbeginn garantiert, dass entweder 80 % oder 100 % deiner eingezahlten Beiträge noch vorhanden sind. Um diese Garantien zu stemmen, müssen die Anbieter das Geld jedoch in sichere, aber oft renditeschwache Anlagen investieren. Dadurch sinkt die Renditeerwartung.
Da aus unserer Sicht ein Depot ohne Beitragsgarantie in den meisten Fällen die bessere Wahl darstellt, fokussieren wir uns in unserem Vergleich auf diese Produkte.
justETF Tipp: Du kannst maximal zwei Altersvorsorgedepots gleichzeitig führen. Die staatliche Förderung lässt sich nur einmal in Anspruch nehmen, während die steuerlichen Vorteile für beide Depots gelten. So kannst du auf beiden Konten – jeweils bis zu 6.840 Euro pro Depot und Jahr – steuerbegünstigt sparen. Das gilt unabhängig davon, ob du zwei Standard-Depots, zwei freie Depots oder eine Kombination aus beidem wählst.

Wie kann ich ein Altersvorsorgedepot eröffnen?

Das Altersvorsorgedepot startet offiziell am 01.01.2027, vorher kann noch kein förderberechtigter Vertrag abgeschlossen werden. Die vollen Zulagen für 2027 kannst du dir sichern, indem du im Laufe des Jahres die entsprechenden Einzahlungen vornimmst. Eile besteht in dieser Hinsicht also nicht. Theoretisch kannst du den gesamten förderberechtigten Betrag auch erst am Ende des Jahres 2027 in deinen Vertrag einzahlen, um die Zulagen für 2027 komplett auszuschöpfen.
Zudem gilt: Alle förderberechtigten Produkte müssen von den Anbietern beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifiziert werden. Alle im Folgenden aufgeführten Informationen hinsichtlich der verschiedenen Angebote gelten aktuell noch vorbehaltlich der staatlichen Freigabe.
Dennoch bieten zahlreiche Anbieter bereits eine Warteliste oder Vorab-Registrierung für das Altersvorsorgedepot an und empfehlen teilweise, schon einmal ein normales Depot oder Konto zu eröffnen. Dies kann tatsächlich sinnvoll sein, wenn du dich bereits für einen bestimmten Anbieter entschieden hast und den zu erwartenden Andrang an Neuregistrierungen zum Jahresbeginn 2027 umgehen willst. Notwendig ist das, wie oben beschrieben, aber keineswegs.

Bestehende Depots und Riester-Verträge

Falls du bereits ein Wertpapierdepot besitzt, kannst du dieses nicht in ein Altersvorsorgedepot umwandeln. Auch ein Übertrag der Wertpapiere vom normalen Depot auf das AV-Depot ist nicht vorgesehen.
Anders sieht es mit bestehenden Riester-Verträgen aus. Diese können auf ein Altersvorsorgedepot übertragen werden. Ein Wechselzwang besteht nicht.
justETF Tipp: Für einen Übertrag ist keine Kündigung des bestehenden Riester-Vertrags nötig. Bei Kündigung gehen die bisherigen Zulagen und Steuervorteile verloren!
Folgende Möglichkeiten hast du, wenn du einen Riester-Vertrag besitzt:
  1. Übertragung des gesamten angesparten Riester-Kapitals auf das Altersvorsorgedepot (deine Zulagen und Steuervorteile bleiben vollständig erhalten). Gut zu wissen: Nach 5 Jahren Vertragslaufzeit ist der Wechsel von einem alten Riester-Vertrag zu einem neuen Anbieter kostenfrei. Bei kürzerer Laufzeit dürfen Anbieter maximal 150 € Wechselgebühr für die Übertragung verlangen.
  2. „Einfrieren” des alten Riester-Vertrages. Du eröffnest ein Altersvorsorgedepot und zahlst deine geförderten Beiträge nur noch dort ein, so dass die staatlichen Zulagen dem Depot zugutekommen. Deinen alten Riester-Vertrags stellst du beitragsfrei, das bisher angesparte Kapital bleibt verzinst und garantiert beim alten Anbieter liegen.
  3. Fortführung des alten Riester-Vertrages. Du eröffnest kein Altersvorsorgedepot, sondern nutzt die staatlichen Zulagen weiterhin für deinen bestehenden Riester-Vertrag. Diese Option kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn du kurz vor dem Renteneintritt stehst oder einen sehr alten Vertrag mit günstigen Konditionen (z.B. hoher Verzinsung) besitzt.

Welches Altersvorsorgedepot ist das richtige?

Ob und gegebenenfalls welches Altersvorsorgedepot (Standarddepot oder freies Depot sowie welcher Anbieter) für dich das richtige ist, hängt von deiner persönlichen Situation und deinen Präferenzen ab. Allerdings gibt es ein paar Kriterien, die objektiv bewertet werden können und auf die du bei der Wahl eines Altersvorsorgedepots unbedingt achten solltest.

Welche Produkte werden angeboten?

Jeder Anbieter, der förderfähige Altersvorsorgeprodukte auf den Markt bringen möchte, muss zwingend ein Standarddepot anbieten. Dies kann entweder ein eigenes Produkt oder eine Kooperationslösung sein (im letzteren Fall wird das Standarddepot von einem Kooperationspartner verwaltet).
Im Gegensatz dazu ist nicht garantiert, dass bei einem Anbieter das freie Altersvorsorgedepot für Selbstentscheider eröffnet werden kann. Falls du dich für das freie Depot entscheidest, führt dieses Kriterium also bereits zu einer ersten Vorauswahl. Darüber hinaus musst du dich in diesem Fall entscheiden, ob du lieber in Eigenregie investierst oder auf die automatisierte Lösung eines Robo-Advisors setzt.

Welche Wertpapiere sind handelbar?

Nicht jedes Wertpapier ist für die geförderte Altersvorsorge zugelassen. Ziel ist es, langfristig höhere Renditen durch den globalen Aktienmarkt zu erzielen, ohne unkalkulierbare Risiken einzugehen.
  • Erlaubt sind: Breit streuende ETFs und klassische Investmentfonds (sogenannte OGAW-Sondervermögen). Auch ausgewählte Anleihen und bestimmte alternative Investmentfonds (ELTIFs) stehen auf der Positivliste. Grundsätzlich sind Fonds bis zur Risikoklasse 5 erlaubt. Zur Einordnung: Breit gestreute Welt-ETFs, z.B. auf den MSCI World, MSCI ACWI, MSCI Emerging Markets oder FTSE All-World, sind in aller Regel der Risikoklasse 4 zugeordnet. Genauer hinschauen muss man hingegen beispielsweise bei Themen-ETFs. Diese sind oftmals in der Risikoklasse 5 eingestuft, einzelne Produkte aber auch in der nicht zugelassenen Klasse 6.
  • Nicht erlaubt sind: Einzelaktien, Kryptowährungen (wie Bitcoin), Zertifikate, Hebelprodukte und andere hochspekulative Anlagen.
Darüber hinaus hängen die verfügbaren Produkte auch vom Depotanbieter ab. Neben grundsätzlichen Unterschieden, die bereits von den regulären Depot-Angeboten bekannt sind, können im Rahmen des Altersvorsorgedepots weitere Abweichungen hinzukommen, beispielsweise falls Broker exklusive Kooperationen mit einzelnen Fonds-Anbietern eingehen.
Während du bei einem freien Altersvorsorgedepot in Eigenregie selbst entscheidest, in welche Wertpapiere du investierst, übernimmt bei automatisierten Angeboten sowie beim Standarddepot der Anbieter die Auswahl für dich. Dabei kann jeder Anbieter innerhalb des gesetzlichen Rahmens selbst festlegen, welche Produkte genutzt werden. Es kann also beispielsweise sein, dass du beim Standarddepot von Anbieter A in einen MSCI World- und einen Geldmarkt-ETF investierst, während bei Anbieter B das Standarddepot mit aktiv gemanagten Fonds bestückt ist (vorausgesetzt, der Kostendeckel von 1 % p.a. wird dabei eingehalten). Auch beim Standarddepot lohnt es sich also, die Anbieter hinsichtlich der genutzten Wertpapiere zu vergleichen.
In unserem Altersvorsorgedepot-Vergleich berücksichtigen wir in erster Linie Angebote, die auf ein ETF-basiertes Standarddepot setzen und sich im Rahmen des freien Altersvorsorgedepots an Selbstentscheider richten und (primär) ETFs anbieten.

Welche Kosten fallen an?

Die Kosten haben direkten Einfluss auf das Vermögen, welches du dir mit einem Altersvorsorgedepot aufbaust. Je höher die Kosten, desto weniger bleibt am Ende für dich übrig. Daher ist es essenziell, bei der Wahl eines Anbieters auf die Kosten zu achten, die dieser dir berechnen will. Konkret können an drei verschiedenen Stellen Kosten anfallen:
  1. Depot- und Verwaltungsgebühren: Kosten, die für die Verwahrung der Wertpapiere im Depot berechnet werden. Diese fallen auch an, wenn du nicht handelst und dein Portfolio einfach nur liegen lässt.
  2. Order- und Sparplangebühren: Gebühren, die du beim Handel und Besparen von Wertpapieren zahlen musst.
  3. ETF-/Fondskosten: Die laufenden Kosten der ETFs und Fonds, in die du investierst. Diese werden nicht separat veranschlagt. Stattdessen werden sie direkt vom Fondsvermögen abgezogen und schmälern so unmittelbar den Wert deines Portfolios.
Beim Standarddepot hat der Gesetzgeber einen Kostendeckel von maximal 1 % p.a. vorgegeben. Dieser Wert bezieht sich auf die Effektivkosten und umfasst somit sämtliche Kosten des Altersvorsorgedepots.
Der Neobroker Scalable Capital hatte Ende August bereits angekündigt, ein Standarddepot auf den Markt zu bringen, bei dem im ersten Jahr überhaupt keine Kosten anfallen und darüber hinaus lediglich die Produktkosten der verwendeten ETFs, welche maximal 0,15% betragen werden. Weitere Anbieter haben inzwischen nachgezogen und ebenfalls sehr günstige Standarddepots angekündigt, beispielsweise SMARTBROKER+ und der digitale Vermögensverwalter quirion, die ebenfalls auf depotseitige Gebühren verzichten, auf sehr günstige ETFs setzen und deren Kosten zu Beginn zurückerstatten. Selbst klassische Banken haben den Preiskampf aufgenommen. So hat die Deka ein Standarddepot angekündigt, bei dem lediglich auf ETF-Ebene Kosten in Höhe von 0,1 % anfallen und das in allen Sparkassen-Filialen und digital über die Sparkassen-App verfügbar sein soll.
Schon jetzt ist also absehbar, dass es zahlreiche sehr günstige Angebote für das Standarddepot geben wird, die weit unter der gesetzlichen Obergrenze von 1 % liegen.
Im Gegensatz zum Standarddepot ist für das freie Altersvorsorgedepot keine Maximalgebühr definiert. Allerdings ist auch hier von einem harten Preiskampf unter den Depot-Anbietern auszugehen. Umso mehr, da die voraussichtliche Zielgruppe der Do-it-yourself-ETF-Anleger ohnehin sehr kostenbewusst ist.
Beim freien Altersvorsorgedepot hat Scalable Capital gleichermaßen eine erste Duftmarke gesetzt und eine Lösung angekündigt, die sich stark an der Gebührenstruktur des normalen Brokerage-Angebots orientiert. So werden weder Depot- noch Sparplangebühren erhoben. Für Trades außerhalb von Sparplänen fällt eine fixe Gebühr von 0,99 € an, sofern man nicht vom Abo-Modell (PRIME+, 4,99 € / Monat) Gebrauch macht. Bei letzterem sind sämtliche Trades gebührenfrei. SMARTBROKER+ hat ebenfalls bereits ein sehr kompetitives Preismodell vorgestellt: Gebührenfreie Depotführung und Sparpläne sowie Einmalorders für 0 € (ab 500 Ordervolumen) bzw. 1 € (unter 500 € Ordervolumen). Folglich ist auch beim freien Altersvorsorgedepot absehbar, dass Anlegende die Wahl zwischen mehreren sehr günstigen Angeboten haben, zumal sie die Kosten auf Fondsebene bei eigenständiger ETF-Auswahl ohnehin selbst in der Hand haben.
Dennoch zeichnet sich ab, dass es beim freien Altersvorsorgedepot größere Kostenunterschiede als bei der Standardvariante geben wird. Beispielhaft sei an dieser Stelle die Sparkassen-Lösung genannt, bei der, in starkem Kontrast zum kompetitiv bepreisten Standarddepot, für das freie Depot klassische, aktive gemanagte Fonds genutzt werden und dessen effektive Kosten sich auf 1,0 % bis 1,5 % belaufen sollen.

Unterschiede hinsichtlich Flexibilität und Service

Neben den zuvor genannten Kriterien gibt es noch weitere Aspekte, welche die Anbieter-Wahl beeinflussen können. Beispielsweise die Flexibilität während der Anspar- und Entnahmephase (z.B. Wie hoch ist die Mindestsparrate? Welche Auszahlungsmodelle werden unterstützt?) oder die Qualität des Kundenservice und der Zulagen-Abwicklung. Sobald hierzu erste objektiv bewertbare Erkenntnisse vorhanden sind, werden wir diese in unseren Vergleich aufnehmen.

So testen wir die Altersvorsorgedepots

Da die Produktlandschaft für das Altersvorsorgedepot im Moment noch sehr unklar ist und nur wenige konkrete Informationen vorliegen, vergeben wir aktuell noch keine Testurteile für die verschiedenen Angebote. Dennoch haben wir uns bereits Gedanken über eine mögliche Bewertung gemacht. Bitte beachte, dass wir uns dabei auf objektiv messbare Kriterien beschränken (müssen). Folgende Kriterien werden aller Voraussicht nach bei unserer Bewertung der Altervorsorgedepot-Angebote Berücksichtigung finden:
  • Depotgebühren
  • Gebühren für Transaktionen, wobei der Fokus vor allem auf Sparplänen / regelmäßigen Beiträgen liegen wird
  • ETF-Angebot freies Depot: Wie viele ETFs stehen zur Auswahl
  • ETF-Angebot Standarddepot: Welche Produkte werden genutzt und wie hoch sind deren Kosten?
  • Flexibilität und Service: z.B. Mindestsparrate, Optionen für Auszahlphase, Konditionen für Vertragswechsel / Riester-Übertrag?
Du vermisst ein wesentliches Kriterium für die Anbieterwahl in unserer Auszählung? Teile es uns über unser Kontaktformular mit!
justETF Tipp: Grundsätzlich beleuchten wir in unserem Vergleich vor allem Angebote ohne Beitragsgarantie, die Zugang zu ETFs bieten. Der Fokus liegt dabei in erster Linie auf Standarddepots und allgemeine Altersvorsorgedepots, die sich an Selbstentscheider richten.

Fazit

Eine umfangreicher und detaillierter Vergleich der verschiedenen Altersvorsorgedepot-Angebote ist zum jetzigen Zeitpunkt angesichts der noch weitgehend unklaren Produktlandschaft nicht seriös möglich. Falls dir eines der schon veröffentlichten Angebote zusagt (und du womöglich bereits ein normales Depot bei diesem Anbieter hast), kannst du natürlich trotzdem die entsprechende Warteliste oder Vorab-Registrierung nutzen und dir unter Umständen attraktive Aktionsangebote sichern. Eile besteht aber nicht, da das Altersvorsorgedepot offiziell erst am 01.01.2027 startet und die für die Zulagen nötigen Einzahlungen auch im Laufe des Jahres 2027 getätigt werden können.
In jedem Fall kannst du dir heute schon die grundsätzliche Frage stellen, ob du eher zu einem freien oder zu einem Standarddepot tendierst.
Über die konkreten Angebote für das Altersvorsorgedepot halten wir dich auf dieser Seite oder im Newsletter auf dem Laufenden, sodass du jederzeit einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge behältst.
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** Wichtiger Hinweis: Wir gehören seit 2021 zur Scalable Gruppe und sind eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Scalable GmbH. Dadurch sind wir wirtschaftlich verbunden, agieren jedoch redaktionell unabhängig. Interessenkonflikte werden vermieden, da Broker - einschließlich Scalable - nach einheitlichen, objektiven Kriterien bewertet werden. Diese kannst du in unserem transparenten Bewertungsschema abrufen. Denn am Ende sollst du allein entscheiden, wie und bei wem du investieren möchtest.
 
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