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Investieren im Jahr 2026: Die 5 wichtigsten Faktoren für dein Depot

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Von der Fed-Zinspolitik bis zur KI-Realität: Wie du das Jahr meisterst, ohne deine langfristigen Ziele aus den Augen zu verlieren.

Investieren im Jahr 2026: Die 5 wichtigsten Faktoren für dein Depot
 
  • Level: Fortgeschrittene
  • Lesedauer: 6 Minuten
Das erwartet dich in diesem Artikel:
Wird 2026 zum Jahr des Realitätschecks? Die Märkte könnten nicht mehr auf bloße Versprechen, sondern auf echte Ergebnisse setzen. Nach der Euphorie der letzten Jahre stellt sich die Frage, wann sich die Hoffnungen in KI auch in den Zahlen der Unternehmen wiederspiegelt. Die aktuelle Lage wirkt zwar stabil, doch unter der Oberfläche lauern strukturelle Spannungen.
Hier sind die wichtigsten Faktoren, die du im Blick behalten solltest. Behalte dabei stets das große Ganze im Blick, denn für dich als langfristigen Anleger ist ein einzelnes Jahr nur eine kurze Momentaufnahme auf dem Weg zum Ziel. Lass dich nicht beirren und bleib deiner bewährten Strategie treu.

Die Herausforderung der „neuen Normalität“

In der aktuellen Debatte dreht sich vieles um einen neutralen Zinssatz. Das ist das Zinsniveau, bei dem die Wirtschaft weder künstlich angeschoben noch ausgebremst wird. Besonders in den USA zeigt sich dabei ein paradoxes Bild. Trotz eines starken Wachstums von über 4 % wirkt der Arbeitsmarkt wie leer gefegt. Dieses Phänomen, bei dem die Wirtschaft ohne neuen Beschäftigungsschub wächst, bezeichnen Analysten als „Jobless Growth“.
Automatisierung steigert die Produktivität und ermöglicht höhere Margen bei geringerem Ressourceneinsatz. Doch das birgt ein Risiko: Wenn der Arbeitsmarkt nicht wieder anzieht, könnte der private Konsum einbrechen.
In diesem Balanceakt steht die US-Notenbank Fed vor einer schwierigen Wahl: Senkt sie die Zinsen weiter, um dem politischen Druck nachzugeben? Damit würde sie jedoch eine Rückkehr der Inflation riskieren. Oder bleibt sie hart und hält den Leitzins weiterhin auf höherem Niveau? Das würde zwar die Preisstabilität sichern, könnte aber das private Kreditsystem gefährlich unter Druck setzen. Zudem belastet ein dauerhaft hohes Zinsniveau die Refinanzierung der gigantischen US-Staatsschulden.

Politische Gezeiten: US-Midterms und die Zeit nach Jerome Powell

Der mögliche „schwarze Schwan“ für 2026 verbirgt sich jedoch in der US-Politik. Die Zwischenwahlen (Midterms) werden das Jahr stark prägen. Historisch gesehen sorgen diese Wahlen regelmäßig für Volatilität an den Märkten. Doch dieses Mal steht deutlich mehr auf dem Spiel als gewöhnlich.
Zudem endet im Mai 2026 die Amtszeit von Jerome Powell als Vorsitzender der Fed. Donald Trump erhält damit die Gelegenheit, einen Nachfolger zu ernennen. An den Märkten herrscht jedoch die Sorge vor einer Neubesetzung, die den politischen Interessen des Weißen Hauses deutlich näher stehen könnte.
  • Das Pro-Argument: Eine politischere Fed könnte Zinssenkungen forcieren, um das Wirtschaftswachstum und die Aktienmärkte kurzfristig anzukurbeln.
  • Das Kontra-Argument: Dies würde die Unabhängigkeit der Zentralbank gefährden, was das Vertrauen internationaler Investoren schwächen würde und das Risiko birgt, langfristig die Kontrolle über die Inflation zu verlieren.
Durch höhere Zinsen besteht zudem aber auch die Gefahr einer Krise im Markt für Privatkredite, der in den letzten Jahren übermäßig stark gewachsen ist. Da diese Kredite oft außerhalb des regulierten Bankensektors vergeben werden, reagieren sie besonders empfindlich auf dauerhaft hohe Zinskosten.
Zusätzlich wird die Aufgabe der Fed durch die aktuelle Politik erschwert: Zölle und staatliche Ausgabenprogramme könnten eine „Angebotsinflation“ auslösen. Das Problem dabei ist, dass eine solche Form der Inflation allein durch die Zinspolitik der Notenbank nur sehr schwer zu bekämpfen ist.

Das Ende der Schaufelverkäufer: Wer liefert echte Gewinne?

Im Technologiesektor könnte das Jahr 2026 das Ende der „Schaufelverkäufer“ markieren. Nachdem 2025 erneut vor allem die Wegbereiter der KI-Infrastruktur – wie etwa Nvidia – glänzten, will der Markt nun sehen, wer tatsächliche KI-Profiteure sind. Die historische Parallele zur Eisenbahn von 1845 liegt nahe: Eine revolutionäre Technologie, die die Welt veränderte, in der jedoch zu Beginn viel Kapital versickerte.
Wir könnten daher erleben, wie sich die „Spreu vom Weizen trennt“: Möglich, dass nur Unternehmen, die KI-Anwendungen in greifbare Gewinne umsetzen, ihre hohen Bewertungen rechtfertigen können. Der heutige Aktienmarkt wird dabei von wenigen großen Technologieunternehmen getragen. Die großen „Hyperscaler“ (Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta, Oracle) machen fast ein Fünftel des S&P 500 aus. Sollten diese Giganten aufgrund der immensen Investitionen in Rechenzentren Ertragseinbußen verzeichnen, könnte dies den gesamten Markt nach unten ziehen.

Geopolitik und der „Währungstunnel”

Auf dem globalen Schachbrett befindet sich Europa derzeit in einer Phase der „erzwungenen Umstrukturierung“. Zwar liegen ehrgeizige Konzepte für eine wirtschaftliche Neuausrichtung vor, doch die praktische Umsetzung kommt nur schleppend voran. Eine mögliche „Friedensdividende“ in der Ukraine könnte die Energiekosten senken und den Konsum stützen. Zeitgleich würde dies jedoch die Dynamik bei Verteidigungsaktien dämpfen, die zuletzt Rekordwerte erreicht hatten.
Auf der anderen Seite der Welt reagiert China auf westliche Zölle mit einer pragmatischen Strategie: dem „Währungstunnel“. Indem Peking den Renminbi gezielt schwach hält, ermöglicht es den Export preiswerter Technologien wie Batterien, Elektrofahrzeuge und Halbleiter trotz bestehender Handelsbarrieren. Der Westen steht damit vor einem Dilemma: Soll er die heimische Industrie durch Schutzmaßnahmen stützen oder die chinesischen Kostenvorteile akzeptieren, um den grünen Wandel schneller voranzutreiben?

Kapitalschutz und die Marktführer von morgen

Vor dem Hintergrund dieser Veränderungen könnten 2026 zwei unterschiedliche Strategien des Kapitalschutzes aufeinandertreffen. Auf der einen Seite steht Bitcoin als hochvolatiler, technologischer Vermögenswert. Er profitiert stark von globaler Liquidität, reagiert aber auch äußerst sensibel auf Marktturbulenzen. Auf der anderen Seite bleibt Gold der klassische Sicherheitsanker: weniger dynamisch, aber bewährt darin, Währungsrisiken und politische Unsicherheiten stabil zu überstehen.
Dieser Übergang zwischen „alter“ und „neuer“ Welt zeigt sich auch beim Führungswechsel bei Berkshire Hathaway. Greg Abel übernimmt dort die Rolle von Warren Buffett. Seine Aufgabe ist es nicht, die Strategie seines Vorgängers neu zu erfinden, sondern die Barreserven von rund 350 Milliarden Dollar mit höchster Disziplin zu sichern und zu steuern.
Die jüngste Ausrichtung weg von Unternehmen wie Kraft Heinz und hin zu Unternehmen wie Alphabet signalisiert dabei einen Wandel hin zu einem Portfolio, das stärker von Technologieunternehmen bestimmt sein könnte. Dies ist ein deutliches Zeichen für einen Epochenwechsel. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die Börsengänge von Unternehmen wie SpaceX und OpenAI bevorstehen. Diese IPOs werden die Märkte 2026 voraussichtlich spürbar bewegen und die Gewichtungen in den globalen Indizes – und damit auch in vielen Portfolios – nachhaltig verändern.
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