Investieren in Gold mit ETCs

justETF.com

Seit Jahrtausenden gilt Gold weltweit als sichere Wertanlage. ETCs (Exchange Traded Commodities) auf Gold holen Investitionen in das Edelmetall in Form neuer Finanzprodukte ins moderne Zeitalter.

Investieren in Gold mit ETCs Gold hält die Menschheit seit jeher in seinem Bann. Das beweisen nicht zuletzt die zahlreichen prähistorischen Grabbeigaben, die nach Jahrtausenden immer wieder zu Tage treten. Die Beliebtheit des Edelmetalls hat seinen Grund: Es ist in Form von Nuggets leicht in der Natur zu finden und zu fördern. Außerdem kommt es selten vor und ist nicht anfällig für Korrosion.

Seit Jahrtausenden bauen wir Gold ab, um daraus Schmuck, Münzen oder Barren herzustellen. Dennoch: Würden wir sämtliches heute auf der Welt verfügbares Gold einschmelzen und daraus einen Würfel gießen, wäre dieser nur 21 Kubikmeter groß.

Diese Knappheit zusammen mit der Beliebtheit des Edelmetalls macht es zu einer Wertanlage, die bereits viele Währungen und sogar Zivilisationen überlebt hat.

 

Traditionelle Gold-Investitionen

Trotz seiner Wertbeständigkeit seit tausenden von Jahren ist das Investieren in Gold weder einfach noch kostengünstig. Traditionell wird das Edelmetall physisch erworben und aufbewahrt. Doch gerade der Besitz von physischem Gold bringt einige Nachteile mit sich.

Da es wertvoll und gleichzeitig leicht zu transportieren ist, erfreut es sich bei Dieben nach wie vor großer Beliebtheit. Das bedeutet, dass Goldbesitzer ihre Wertanlage sicher verwahren müssen – entweder in einem Safe zu Hause oder in einer Bank. Beides ist mit zusätzlichen hohen Kosten verbunden. Das trifft vor allem auf Kleinanleger zu.

Ein weiterer Nachteil: Wer Gold verkaufen möchte – ob in Form von Münzen, Barren oder Schmuck – muss die Echtheit des Edelmetalls zunächst prüfen lassen. Das hat wiederum ebenfalls seinen Preis. Professionelle Investoren wenden sich deshalb an anerkannte Lagerunternehmen, die die Echtheit der bei ihnen hinterlegten Goldvorkommen garantieren. Auch das verursacht Kosten.

Alternativ können Anleger auch in Goldminen und Goldförderunternehmen investieren, indem sie deren Aktien an der Börse kaufen. Dadurch sind sie indirekt über den Erfolg oder Misserfolg dieser Firmen am Goldmarkt beteiligt. In der Regel steigen oder fallen die Kurse mit der Entwicklung des Goldpreises.

Allerdings sind Investitionen in Branchenunternehmen eben aufgrund der starken Bindung zum Goldpreis auch stark volatil. Des Weiteren sind die Firmen selbst hohen Kosten bei der Produktion durch den enormen Energie- und Arbeitskraftbedarf ausgesetzt. Auch bei einem steigenden Goldpreis kann das den Unternehmensgewinn schmälern.

 

Neue Wege in Gold zu investieren

Relativ neu ist die Investition in Gold über ETCs – Exchange Traded Commodities, also börsengehandelter Rohstoffe.

Über ETCs können Anleger vom Goldpreis profitieren, während sie gleichzeitig wie bei einer Aktie jederzeit ein- und aussteigen können. Sie werden aufgrund ihrer leichten Handelbarkeit an einer Börse oftmals der Kategorie ETF zugeordnet, sind es allerdings bei genauerer Betrachtung nicht.

In Europa können keine ETFs auf physisches Gold aufgelegt werden. Denn laut gesetzlichen Bestimmungen dürfen diese börsengehandelten Indexfonds nicht ausschließlich in ein einzelnes Investitionsobjekt investieren. Aus dieser Rechtslage heraus sind ETCs auf Gold entstanden. Diese Form eines ETCs zählt, anders als ETFs, nicht zum Sondervermögen.

Vielmehr sind ETCs wie Zertifikate zu betrachten. Es handelt sich dabei nämlich um Schuldverschreibungen der emittierenden Bank. Das heißt, dass im Pleitefall des Finanzinstituts der ETC-Inhaber leer ausgeht und seine Investition verliert. Um dem entgegenzuwirken, sind Gold-ETCs meist zu 100 Prozent mit physischem Gold besichert.

 

Vorteile von Gold-ETCs

Gold-ETCs gibt es seit 2003. Im Dezember 2012 hat die Menge der Goldbarren, die von ETCs gehalten wird einen neuen Rekordstand von 2632 Tonnen erreicht. Die Vorteile dieses Finanzprodukts liegen auf der Hand:
 
  • Liquidität: Gold-ETCs können wie Aktien gekauft und verkauft werden.
  • Günstige Haltungskosten: Die jährlichen Kosten für Gold-ETCs betragen zwischen 0,00 und 0,40 Prozent.
  • Günstige Handelbarkeit: Die Aufschläge auf Gold-ETCs fallen im Vergleich zu Münzen oder kleinen Barren deutlich günstiger aus. Das wirkt sich vor allem dann positiv aus, wenn man den Goldanteil des eigenen Portfolios durch Zu- und Verkäufe anpassen will.
 

Nachteile von Gold-ETCs

Wie überall gibt es auch hier Nachteile. Wer bereits eine hohe Menge an physischem Gold besitzt, kann es möglicherweise günstiger selbst oder über eine entsprechende Investmentplattform verwalten. Außerdem kann man Gold-ETCs weder sehen noch anfassen, und schon gar nicht in die Jackentasche stecken. Im Notfall könnte man sein Gold dann nicht für den Kauf von lebensnotwendigen Nahrungsmitteln einsetzen.

 

Physisch besicherte ETCs

Die meisten Edelmetall ETCs sind zu 100 Prozent durch das entsprechende physische Edelmetall abgesichert. In der Regel sind physische Gold-ETCs an den Gold-Kassapreis gebunden. Man spricht hier auch vom sogenannten Spotpreis.

Daneben gibt es aber auch börsengehandelte Rohstoffindizes, die die Preisentwicklung der entsprechenden Futures widerspiegeln. Um in solche synthetischen ETCs zu investieren, muss der Investor deshalb die Funktionsweise des Future-Marktes verstehen. Da die meisten Privatanleger nicht über dieses Wissen verfügen, ist ein physisch besicherter Gold-ETC für sie die bessere Alternative.

 

Gold als wichtiger Bestandteil eines Portfolios

Selbst Investoren, die skeptisch über die künftige Goldpreisentwicklung eingestellt sind, besitzen in der Regel einen Anteil des Edelmetalls in ihren Portfolios. Im Allgemeinen bewegt sich der Goldpreis unabhängig von anderen Anlageklassen wie Aktien oder sogar anderen Rohstoffen.
 

Die Entwicklung von Aktien, Gold und Rohstoffen in Vergleich

 
  Aktien      Gold      Rohstoffe

Quelle: justETF.com; Stand 03.12.16, Angaben in Euro
   
Laut gängiger Portfoliotheorie kann durch Investitionen in möglichst verschiedene Anlageklassen das Risiko reduziert werden. Zudem hat sich Gold bislang als gute Beimischung bewährt, da es sich oftmals deutlich besser entwickelt, wenn andere Anlageklassen eine schlechte Performance erzielten. Dies zeigte sich beispielsweise während der Finanzkrise.

Um in solchen Zeiten Gold als „sicheren Hafen“ zu nutzen, empfiehlt sich eine Portfolio-Aufteilung auf das Edelmetall von 5 bis 15 Prozent.


Gold-ETFs und ETCs: Welches sind die Besten?
Gold ETCs suchen