ETFs günstiger kaufen – Schritt für Schritt

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Die Auswahl an Börsenplätzen und Online Brokern ist für ETF-Interessenten mittlerweile groß. Aber welche Entscheidung ist die beste?

ETFs günstiger kaufen – Schritt für Schritt Der richtige Online Broker, Handelsplatz und auch die Handelszeit sind beim ETF-Kauf von entscheidender Bedeutung für die Rendite.

Der Online Broker ist in den meisten Fällen auch die Depotbank, bei der man sein Depot führt. Bei den Brokern unterscheidet man zwischen der klassischen Bank (z.B. Commerzbank) und Online Brokern bzw. Direktbanken (z.B. Comdirect Bank).

Beim Handelsplatz unterscheidet man die Parkettbörsen (z.B. Börse Stuttgart), den elektronischen Handel (z.B. Xetra) und den außerbörslichen Direkthandel (z.B. „Livetrading“).

Um Ihnen den Handel mit ETFs zu erleichtern, durchleuchten wir im Folgenden die Kosten einer ETF-Order und wie Sie Ihre Orderkosten senken können.

 

Welche Kosten fallen bei einer ETF-Order an?

Im Wesentlichen wird zwischen drei Kostenbestandteilen beim Kauf eines ETFs unterschieden: den Ordergebühren der Online Broker, dem Spread (also der Differenz zwischen An- und Verkaufskurs) und den börsenplatzabhängigen Gebühren.

 

Ordergebühren

Ihr Online Broker erhebt für jede Order, die Sie tätigen, Gebühren. Die Gebühren bestehen in der Regel aus einer Grundgebühr und einer variablen Gebühr. Eine Übersicht der Standardgebühren finden Sie im Online Broker Vergleich.

Je mehr Umsatz Sie als Kunde einem Online Broker bringen, desto günstiger werden meist die Konditionen. So gibt es Vergünstigungen für eine hohe Handelsaktivität oder auch für ein hohes Guthaben auf dem Konto.

Neben den Standardkonditionen bieten einige große Online Broker Rabattaktionen für die Produkte einzelner ETF Anbieter. Für Orders ab 1.000 Euro zahlt man dann nur noch eine minimale Fix-Gebühr von meist unter 5 Euro pro Order.

 

Spread

Der Spread, auch Handelsspanne genannt, ist die Differenz zwischen dem An- und dem Verkaufskurs eines Wertpapiers an der Börse. Da man ein Wertpapier kauft und anschließend auch irgendwann verkauft, bezahlt man den Spread. Auf einer Abrechnung von seiner Bank findet man diese Kosten jedoch nicht. Je kleiner der Spread, desto geringer sind die Kosten.

Grundsätzlich ist die Liquidität der dem ETF zugrundeliegenden Wertpapiere maßgebend für die Höhe des Spreads. So sind zum Beispiel die 30 Aktien im Dax hoch liquide. Dies ermöglicht dem Händler einen Dax ETF zu einem geringen Spread zu quotieren. Im Gegensatz dazu ist die Preisstellung für einen MSCI World ETF wesentlich komplizierter. Hier muss der Händler die Liquidität und auch die unterschiedlichen Handelszeiten der rund 1.600 Aktien im MSCI World, die in verschiedenen Regionen der Welt gehandelt werden, berücksichtigen. Diese Komplexität drückt sich in einem höheren Spread aus.

Der Spread eines ETFs ist darüber hinaus nicht starr festgelegt, sondern passt sich an Marktgegebenheiten an. In turbulenten Börsenphasen wird der Spread tendenziell grösser.

Einen Schutz vor extrem hohen Spreads bieten die Handelssegmente an den Börsen, die maximale Spreads vorschreiben - so zum Beispiel das ETF „Bestx“ (Börse Stuttgart) und das „XTF“ (Xetra) Segment.

 

Börsenentgelte

Die börsenplatzabhängigen Gebühren werden von den jeweiligen Börsenplätzen (z.B. Xetra, Börse Stuttgart) erhoben. Die entsprechenden Informationen finden Sie auf den Börsenplatzseiten.

Diese börsenplatzabhängigen Gebühren sind normalerweise marginal. Beim Direkthandel entfallen diese Kosten in der Regel komplett.

Die Verrechnung von Börsenentgelten gestaltet jeder Broker individuell. Wie hoch die jeweiligen zusätzlichen Gebühren für Sie sind, erfahren Sie bei Ihrem Online Broker oder in unserem Online Broker Vergleich.

Ordergebühren und börsenplatzabhängige Transaktionskosten können bei Teilausführungen mehrfach anfallen (insbesondere bei einer elektronischen Profi-Börse wie Xetra). Mit diesen Mehrfachgebühren werden Sie in einem solchen Fall je nach Online Broker, unterschiedlich stark belastet. Oft sind Teilausführungen am gleichen Tag keinen doppelten Gebühren ausgesetzt.

 

Wie kann ich meine Orderkosten senken?

Um Kostensenkungspotenziale nutzen zu können, müssen Sie sich im Vorfeld über die Kosten informieren.

 

Wahl eines Online Brokers

Auch klassische Banken bieten mittlerweile Onlinebanking an. Doch gerade bei ETFs spricht vieles für Online Broker, da diese deutlich günstigere Standardgebühren sowie regelmäßige Rabattaktionen für ETFs bieten.

Tendenziell können Sie davon ausgehen, dass ein Online Broker attraktivere Gebühren als eine klassische Bank anbietet. Für einen möglichst individuellen Vergleich sollten sie stets Ihr durchschnittliches Ordervolumen zum Gebührenvergleich heranziehen.

Beachten Sie, dass die Ordergebühren nur ein Kriterium sind, um Online Broker zu vergleichen. Qualitätskriterien wie die Benutzerfreundlichkeit und die Verfügbarkeit anderer Finanzprodukte (z.B. Girokonto) müssen von Ihnen individuell in die Entscheidung mit einfließen.
 
ETF-Sparplankonditionen im Vergleich

Alle Ordergebühren und Rabattaktionen für ETFs im Vergleich

 Online Broker Vergleich starten

Wahl des Börsenplatzes

In der Ordermaske Ihres Online Brokers erhalten Sie in vielen Fällen die auf Ihre Order bezogenen, An- und Verkaufskurse, sowie die Spreads verschiedener Handelsplätze. Vergleichen Sie die Werte zwischen den verschiedenen Handelsplätzen und ermitteln Sie so den für sich günstigsten Ausführungsplatz.

Bitte beachten Sie hierbei die Aktualität der angegebenen Werte anhand des Zeitstempels. Nicht alle Angaben sind sekundengenau. Beim außerbörslichen Handel (Direkthandel) kann es vorkommen, dass der Spread höher ausfällt als beim Parketthandel, insbesondere außerhalb der Börsenzeiten. Achten Sie auch auf spezielle Konditionen für ETFs der jeweiligen Börsenplätze.

 

Wirtschaftlichkeit der Orders überprüfen

Erhöhen Sie Ihre Kostentransparenz und -planbarkeit, indem Sie die erwarteten Gesamtgebühren Ihres Online Brokers für die geplanten Transaktionen ermitteln. Wenn Sie dann errechnen, welchen Prozentsatz vom Ordervolumen die Gebühren erreichen, können Sie leicht überprüfen, wie wirtschaftlich eine bestimmte Ordergröße ist.

Eine solche Gesamtgebührenrechnung können Sie im Portfolio Planungsmodus bei justETF einfach simulieren. Die bereitgestellte Maske ermöglicht die individuelle Eingabe der Online Broker Gebühren.
 

ETF Orderkosten Simulation in der Portfolio Planung

ETF Orderkosten Simulation in der Portfolio Planung
Quelle: justETF; Beispiel Orderliste im zweiten Schritt der Portfolio Planung
 

Die justETF Software berechnet darauf basierend die erwarteten Gebühren der geplanten Transaktionen und deren prozentualen Anteil am Ordervolumen. In unserem Beispiel liegt dieser Wert bei 0,35 Prozent des Ordervolumens. Dies ist ein akzeptabler Wert. Ordergebühren von mehreren Prozent sollte man hingegen kritisch hinterfragen. Denn die Kosten müssen nach dem Kauf erstmal wieder verdient werden.

 

Fazit
Drosseln Sie das Risiko renditefressender Kosten, handeln Sie ETFs ökonomisch sinnvoll. Wenn Sie Kosten vergleichen und danach handeln, verbessern Sie Ihre Rendite direkt und ohne Risiko!

 
Weblinks
Handelssegmente Bestx (Börse Stuttgart), XTF (Xetra)
Standardgebühren, Börsenentgelte und Aktionsangebote im Online Broker Vergleich
Vergleichskostenrechner: Publikumsfonds vs. Exchange Traded Funds
Begriffserklärung/Wissen: Was sind ETFs?