So eröffnen Sie ein ETF-Depot

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Wir zeigen Ihnen, in welchen Schritten Sie ein Depot eröffnen können, welche Angaben Sie dazu machen müssen, welche Unterlagen dazu erforderlich sind und was es mit der persönlichen Risikoklasse auf sich hat.

So eröffnen Sie ein ETF-Depot Sie würden gerne etwas Geld in ETFs anlegen oder einen ETF Sparplan einrichten, schrecken aber vor dem Aufwand der Depoteröffnung zurück?
 
Ein Depotantrag ist schnell gestellt. Mit dem Vorwissen aus diesem Artikel kann das schon innerhalb von einer viertel Stunde klappen.
 
Die wichtigsten Schritte bis zum einsatzfähigen Depot: 
  1. Depotantrag mit persönlichen Informationen ausfüllen
  2. persönliche Risikobereitschaft einstufen
  3. Angaben zum Verrechnungskonto machen
  4. Formalitäten zu Datenschutz etc. erfüllen
  5. Identitätsprüfung abschließen
  6. Depot nutzen
Das Vorgehen ist unabhängig davon, ob Sie einen ETF Sparplan einrichten oder eine größere Summe in ETFs investieren möchten. Für die Einrichtung eines Junior Depots für den Nachwuchs sind weitere Informationen erforderlich, die Sie in unserem Juniordepot Vergleich nachlesen können.
 
Mit den Angaben aus diesen einzelnen Schritten eröffnet der Broker Ihr Depot. Die Online Broker benötigen dafür je nach verwendeter Technologie zwischen vier Stunden und wenigen Tagen. Die Sicherheit für den Zugang zu Ihrem Online-Depot spielt dabei eine wichtige Rolle.
 
Ist das Depot eingerichtet, können Sie Ihren ETF Sparplan anlegen. Bei einem Investment muss noch das Geld auf das Verrechnungskonto des Online Brokers überwiesen werden, damit Sie loslegen können. 
 

Persönliche Informationen

Bei allen Online Brokern können Sie den Depotantrag online stellen. Die Informationen werden über ein Online-Formular an den Broker übermittelt. Wenn Sie bereits ein Giro- oder auch Tagesgeldkonto bei einer Direktbank haben, lässt sich dort in der Regel eine Depoteröffnung in wenigen Schritten durchführen, da keine Identitätsprüfung mehr nötig ist. In diesem Fall ist für Sie vor allem der Abschnitt „Einstufung der persönlichen Risikobereitschaft” relevant.
 
Abgefragte persönliche Informationen:
  • vollständige/r Name/n (wie in Ihrem Personalausweis vermerkt)
  • aktuelle Adresse (Straße, PLZ, Ort)
  • Geburtsland, -ort und -datum
  • Angaben zu Berufsgruppe und Beruf
  • Staatsangehörigkeit
Dies gilt für Sie als einzelne Person. Möchten Sie ein gemeinsames Depot mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin eröffnen, sind weitere Schritte erforderlich. 
 

Steuerinformationen

Drei wesentliche Informationen zu Ihrer Steuersituation fragen die Online Broker ab. 
 
Bei einem Investment in ETFs und Fonds übernehmen Online Broker mit Sitz in Deutschland die Berechnung und Abrechnung von Steuern automatisch für Sie. Im Gegenzug müssen Sie beim Broker Ihre Steueridentifikationsnummer angeben. Diese Nummer ist Ihnen als Person zugeteilt und besteht aus elf Ziffern. Halten Sie diese also bereit. Eine Nachmeldung akzeptieren die Broker nicht.
 
Unter „Einbehalt von Kirchensteuer” bestimmen Sie, ob der Online Broker beim Bundeszentralamt für Steuern Ihre Zugehörigkeit zu einer Kirchengemeinschaft abfragen soll. Wenn nicht, erhebt Ihr Finanzamt für Sie die Kirchensteuer, sofern zutreffend.
 
Der dritte Punkt ist meist mit einem Klick erledigt: Falls Sie auf eigene Rechnung handeln, also Ihr eigenes Geld anlegen, bejahen sie die Frage unter „Angabe nach §3 Abs. 1 Nr. 3 Geldwäschegesetz”.
 
Falls sich Ihr Wohnsitz und Ihr Steuersitz im Inland befinden, können Sie entspannt die nächsten beiden Punkte übergehen.
 
justETF Tipp: Kapitalerträge sind bis zu einer Höhe von 801 Euro im Jahr steuerfrei. Erfahren Sie dazu mehr in unserem Artikel zum Sparerpauschbetrag. Falls Sie noch keinen Freistellungsauftrag erteilt haben, können Sie ihn bei dieser Gelegenheit bei manchen Brokern gleich mit dem Depotantrag stellen. Bei anderen Brokern müssen Sie erst das Depot eröffnen und den Freistellungsauftrag per Formular abgeben.

Wohnsitz und/oder Steuersitz im Ausland 

Wenn sich Ihr Wohnsitz und/oder Steuersitz im Ausland befindet, ist nur bei wenigen Online Brokern eine Depoteröffnung möglich. Hier müssten Sie im Vorfeld Kontakt mit dem Broker aufnehmen.
  

USA/FATCA

Noch weitergehende Angaben sind erforderlich, wenn Sie längere Zeit in den USA gelebt haben, Sie die US-Staatsbürgerschaft besitzen oder Sie oder Ihr Ehepartner oder Ehepartnerin steuerlich in den USA veranlagt sind. Die meisten Online Broker verwenden in den Online-Formularen den Begriff „FATCA”. Der Foreign Account Tax Compliance Act (kurz FATCA) ist ein im Jahr 2010 in Kraft getretenes US-Gesetz, das in den USA steuerpflichtige Naturalpersonen und Unternehmen mit Sitz außerhalb der USA zur Mitteilung steuererheblicher Daten, insbesondere von Auslandskonten, gegenüber den US-Steuerbehörden verpflichtet.
 

Einstufung der persönlichen Risikobereitschaft

Nun gibt es noch einen Punkt zu beachten, der gerne Kopfzerbrechen bereitet: die Einstufung der persönlichen Risikoklasse. Diese reicht von A („konservativ”) bis E („hochspekulativ”). Die meisten Banken verwenden ähnliche Einstufungen:
Risikoklasse Erläuterung ETFs Andere Instrumente
A kein Risiko   Sichteinlagen, Termingelder, Spareinlagen, Spar(kassen)briefe und -obligationen
B nur Zinsrisiko   Kapitallebensversicherungen, „risikolose“ Staatsanleihen
C Zins- oder Kursrisiko Anleihen ETFs hoher Bonität Optionsanleihen, Geldmarktfonds, Rentenfonds (in Euro)
D Zins- und Kursrisiko fast alle ETFs Anleihen, Aktienfonds, sonstige Investmentzertifikate, Fremdwährungs­anleihen
E Totalverlust möglich einige wenige ETFs (Schwellenländer, Rohstoffe, ETNs, ETCs) Aktien, alternative Investments, alternative Investmentfonds, Credit Funds, Futures,
Genussscheine, Hedgefonds, Hochzinsanleihen, Katastrophenanleihen, Medienfonds,
Mikrofinanzfonds, Optionsscheine, Schiffsfonds, nachrangige Sparbriefe, strukturierte
Finanzprodukte, Venture Capital

Je nach gewählter Risikoklasse können Sie nur bestimmte Wertpapiere handeln. Alle Wertpapiere, die Ihre Risikoklasse überschreiten, können Sie nicht erwerben. Sie sollen so vor riskanten Anlagen mit potenziell hohem Verlustrisiko geschützt werden.
 
Wenn Sie in Eigenregie mit ETFs investieren möchten, entscheiden Sie selbst, welche Risikoklasse Sie für sich wählen. Nur weil Sie eine hohe Risikoklasse aussuchen, bedeutet das nicht umgehend ein erhöhtes Risiko für Sie. Sie haben damit lediglich die Möglichkeit, ein erhöhtes Risiko einzugehen.
 
Jedes Wertpapier ist in Bezug auf das Risiko individuell klassifiziert. Die meisten ETFs sind in den Risikoklassen C bis E einkategorisiert. Sollten Sie dieser Kategorie nicht entsprechen, bedeutet dies nur, dass Ihnen noch Wissen oder Erfahrung fehlt. Beides können Sie über die Zeit erwerben, zum Beispiel mithilfe der justETF Academy
 

Angaben zum Verrechnungskonto

Zusätzlich zum Depot wird bei den meisten Online Brokern automatisch ein Verrechnungskonto eingerichtet. Einige ziehen die Sparraten auch von diesem Konto ein. In diesem Fall, und wenn Sie in ETFs in größeren Beträgen außerhalb eines Sparplans investieren möchten, muss das Verrechnungskonto erst aufgefüllt werden. 

Zusätzlich verlangen die meisten Broker ein externes, sogenanntes „SEPA-fähiges Referenzkonto”, also beispielsweise Ihr Girokonto. Geben Sie ein aktuelles Konto an, das als Verrechnungskonto dienen soll. Idealerweise ist dies Ihr Gehaltskonto, denn aus Sicherheitsgründen ist es bei einigen Brokern ausschließlich möglich, Geld auf das Verrechnungskonto auszuzahlen, nicht jedoch auf andere Konten. So haben Sie schnell wieder Zugriff auf Ihr Geld.

In diesem Abschnitt bieten einige wenige Broker (flatex und ING) auch die Option einer automatischen Wiederanlage bei Fonds und ETFs an, allerdings erst ab gewissen Mindestbeträgen. Das betrifft nur ausschüttende ETFs/Fonds, da bei thesaurierenden ETFs ja gar keine Ausschüttungen anfallen. Setzen Sie hier im Zweifel keinen Haken, denn diese Option können Sie auch später ändern. 

Zum Schluss bestätigen Sie noch, dass Sie mit Ihrem Privatvermögen handeln möchten. Wenn Sie ein Konto für eine Körperschaft anlegen möchten (z. B. als GmbH, Stiftung), sollten Sie zuvor beim Broker anfragen, ob dies möglich ist. Die meisten Broker beschränken ihr Angebot auf Privatpersonen.
 

Formalitäten zu Datenschutz und Kontoauszügen

Wählen Sie zunächst, ob Sie Ihre Kontoauszüge selbst online abrufen möchten (kostenlos) oder ob diese per Post zugestellt werden sollen (kostenpflichtig). Die Broker stellen online umfangreiche Dokumentationen zu einzelnen Orders, zum Depotbestand und zur Steuer in Ihrem Postfach als PDF zur Verfügung. 
 
Am „Hinweis zum Datenschutz” führt wie so oft kein Weg vorbei. Lesen Sie den kurzen Text darunter und akzeptieren Sie ihn.
 

Identitätsprüfung

Sind die Angaben erfasst, ist der Broker verpflichtet, Ihre Angaben zu überprüfen. Hintergrund ist die Geldwäsche-Gesetzgebung, die in den vergangenen Jahren stark ausgebaut wurde. Für diesen Schritt setzen die meisten Broker eine Video-Identifikation ein, die im Anschluss an das Online-Formular startet. 
 
Voraussetzung für die Video-Identifikation ist eine Webcam. Dies kann über eine extra zu ladende Handy-App erfolgen oder per Browser am PC. Bei der Video-Identifikation benötigen Sie ein gültiges Ausweisdokument, dessen Gültigkeit meist von einem externen Dienstleister überprüft wird. Gefilmt wird Ihr Ausweis. Zudem nehmen die Dienstleister ein Foto von Ihnen auf. Achten Sie beim Identifikationsprozess daher auf eine ausreichende Beleuchtung. 
 
Schlägt die Video-Identifikation fehl, bleibt noch immer der Weg zur Identifikation in einer Postfiliale. Dort wird die Authentizität Ihres Ausweisdokuments von Mitarbeitenden der Postfiliale vor Ort geprüft und an die Bank weitergeleitet. Ihnen entstehen dabei keine weiteren Kosten. 
 

Depot nutzen

Nachdem die Bank Ihre Dokumente geprüft hat, erhalten Sie per Post in zwei getrennten Briefen die Kontonummer, den Benutzernamen sowie das Passwort (PIN) für den Login. Ebenfalls separat erhalten Sie die TANs. Während Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort (PIN) einloggen, nutzen Sie im Login-Bereich die TANs, um zum Beispiel eine Order freizugeben. Viele Online Broker nutzen auch eine App für das Mobiltelefon, die über die Angaben im TAN-Brief eingerichtet werden kann. 
 
Überweisen Sie den Betrag, den Sie investieren möchten, an das neue Konto. Sobald der Betrag auf Ihrem Verrechnungskonto beim Broker angekommen ist, können Sie mit dem ETF-Handel starten. Mit ETF Sparplänen können Sie bei vielen Brokern gleich loslegen, weil die Raten auch von einem externen Konto wie Ihrem Girokonto eingezogen werden können. 
   
Damit haben Sie Ihr ETF-Depot eingerichtet und können nun mit der Vermögensbildung starten.
 

Das müssen Sie zur Depoteröffnung bereithalten

  • gültiges Ausweisdokument 
  • Steueridentifikationsnummer
  • Daten des Referenzkontos
  • Videoverbindung (Browser oder per App)
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