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Asset Allocation – Der Anlagemix im ETF-Portfolio

Vermögensverteilung über Assetklassen

Asset Allocation – Der Anlagemix im ETF-Portfolio Das Besondere der Asset Allocation liegt in den Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Anlagen. Die verschiedenen Assetklassen ergänzen sich meist sehr gut. Sie reagieren unterschiedlich auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Entwicklungen am Finanzmarkt.

Aktien entwickeln sich zum Beispiel in Zeiten von Wirtschaftswachstum positiv, während sich Staatsanleihen in Rezessionsphasen als Anlageklasse profilieren. Rohstoffe zeigen während Inflationsphasen in der Regel eine Aufwärtsbewegung. Gold gilt allgemein als sicherer Hafen in Krisenzeiten. So wird erwartet, dass Gold gerade in Zeiten von Wirtschaftskrisen oder Währungsentwertung an Wert gewinnt. Mit anderen Worten: Asset Allocation bedeutet für Ihre Anlagen Teamwork. Gerät eine Assetklasse ins Straucheln, dient eine andere als Schutzschild und entwickelt sich so gut, dass Ihr Portfolio in der Summe immer noch eine gute Performance erzielt.

 

Korrelation der verschiedenen Assetklassen  

Korrelation der verschiedenen Assetklassen
  iBoxx® EUR Sovereigns Eurozone      Thomson Reuters/CoreCommodity CRB      STOXX® Europe 600 Real Estate      MSCI World      Gold   
Quelle: justETF; Stand: 18.06.2018

Die meisten Anleger fokussieren sich auf Asset Allocation: Sie verteilen die Risiken auf verschiedene Assetklassen, sodass nicht gleich ihr gesamtes Geld ausgerechnet in die Anlage fließt, die sich möglicherweise am schwächsten entwickelt. Zudem zeigen zahlreiche wissenschaftliche Studien, dass der Anlageerfolg zu über 90 Prozent durch die Asset Allocation bestimmt wird und nicht etwa durch Markt-Timing oder ETF-Auswahl.
 
Asset Allocation funktioniert vor allem aufgrund der sogenannten „Mean Reversion”: Nach einem Aufwärtstrend für eine Anlageklasse folgt ein Abwärtstrend, sodass diese über einen langen Zeitraum immer wieder zu ihrem Mittelwert zurückkehrt. So entspricht das Gesamtrisiko eines Portfolios nicht gleichzeitig den Risiken einer jeden einzelnen Anlage im Portfolio. Ein Portfolio mit Anlagen, die sich in den einzelnen Marktphasen recht unterschiedlich entwickeln (negativ korreliert sind), hat demzufolge ein niedrigeres Gesamtrisiko. Damit weist ein gut diversifiziertes Portfolio ganz automatisch ein besseres Chancen-Risiko-Profil auf. Mit einer breit gestreuten Asset Allocation können Sie Ihr Portfolio also vor schweren Marktturbulenzen schützen und bei steigenden Kursen trotzdem an der boomenden Wirtschaft teilhaben.

Haben Sie Aktien während sinkender Kurse hinzugekauft, zahlt sich das meist langfristig aus. Denn die Kurse dieser günstigen Papiere steigen, wenn der Markt erkennt, dass sie unterbewertet sind.

Auch die Finanzmärkte einzelner Länder und Regionen steigen oder fallen in jeweils unterschiedlichen Zeitabständen. Deshalb ist es ratsam, die Investmentrisiken international aufzuteilen, statt nur auf den Heimatmarkt zu setzen. Schließlich könnte dieser in den kommenden Jahren auch schwächer abschneiden als die anderen Volkswirtschaften der Welt.

 

Die Verlierer von heute sind die Gewinner von morgen

Es kann sich auszahlen, an Anlagen festzuhalten, die eine schlechte Wertentwicklung gezeigt haben. Es ist grundsätzlich schwierig, vorherzusagen, wann eine negative Entwicklungsphase überwunden sein wird. Eine Assetklasse kann schnell aus seinem Schattendasein auftauchen und zum Superstar des Portfolios werden, wie unser Beispiel unten zeigt.

 

Performance verschiedener Anlageklassen nach Jahren

2018 2017 2016 2015 2014
8,12%
Rohstoffe
Breiter Markt
19,96%
Aktien
Emerging Markets
14,16%
Aktien
Emerging Markets
10,66%
Aktien
Welt
19,34%
Aktien
Welt
3,42%
Edelmetalle
Gold
7,61%
Aktien
Welt
12,54%
Edelmetalle
Gold
1,48%
Staatsanleihen
Europa
12,89%
Staatsanleihen
Europa
3,08%
Aktien
Welt
1,50%
Unternehmensanleihen
Europa
12,07%
Rohstoffe
Breiter Markt
0,32%
Edelmetalle
Gold
11,38%
Edelmetalle
Gold
-0,48%
Aktien
Emerging Markets
-0,03%
Staatsanleihen
Europa
11,28%
Aktien
Welt
-0,89%
Unternehmensanleihen
Europa
10,34%
Aktien
Emerging Markets
-0,50%
Staatsanleihen
Europa
-1,70%
Edelmetalle
Gold
4,25%
Unternehmensanleihen
Europa
-5,63%
Aktien
Emerging Markets
8,02%
Unternehmensanleihen
Europa
-0,71%
Unternehmensanleihen
Europa
-11,31%
Rohstoffe
Breiter Markt
3,24%
Staatsanleihen
Europa
-15,21%
Rohstoffe
Breiter Markt
-7,19%
Rohstoffe
Breiter Markt

  Aktien Welt (MSCI World)      Aktien Emerging Markets (MSCI Emerging Markets)      Staatsanleihen Europa (iBoxx© EUR Sovereigns Eurozone)      Unternehmenanleihen Europa (iBoxx© EUR Liquid Corporates Large Cap)      Rohstoffe Breiter Markt (Thomson Reuters/Jefferies CRB)      Edelmetalle Gold (Gold Kassapreis in US-Dollar)   

Quelle: justETF.com; Stand: 31.05.18


Das trifft vor allem auf Anlageklassen zu, die entgegen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine überdurchschnittliche Performance aufweisen. Als Anleger werden Sie sicher dankbar dafür sein, dass Sie Staatsanleihen in Ihrem Portfolio behalten haben, wenn die Wirtschaft in eine Rezession rutscht.

 

Die strategische Asset Allocation bestimmen

Asset Allocation hat aber noch eine andere wichtige Funktion: Sie sorgt dafür, dass Ihr Portfolio bestmöglich das Ziel Ihrer Geldanlage einhält. Jeder Anleger hat seine individuelle Risikobereitschaft und kann Risiken anders tragen. Das beeinflusst, wie Sie als Anleger Ihre optimale Asset Allocation bestimmen. Sie müssen Ihr Investment möglicherweise anpassen, um den Zielbetrag zu erreichen, den Sie sich erhoffen. Um das Risikoprofil festzulegen, sollten Sie daher folgende Kriterien bedenken:

 

Anlagehorizont

Wenn Sie Ihr Geld nur für wenige Jahre anlegen möchten, könnten Aktien dafür zu schwankungsanfällig sein. Für diesen kurzfristigen Zeitraum könnten sich heimische Staatsanleihen oder sogar Tagesgeld als bessere Alternative erweisen.
 
Wenn Sie einen langen Anlagehorizont haben, sollten Sie verstärkt auf Aktien setzen. Denn langfristig ist hier eine bessere Rendite gegenüber Anleihen zu erwarten.

 

Risikotoleranz

Die Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit bestimmen den Anteil risikoreicher Investments am Portfolio. Als eher aggressiver Anleger sind Sie möglicherweise bereit, mehr Risiko auf sich zu nehmen, um Ihre Chance auf eine hohe Rendite zu steigern. Dann sollten Sie Ihr Portfolio möglichst breit auf globale Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe streuen. Investment-Theorien besagen, dass eine hohe Diversifikation über Assetklassen eine gute Entwicklung erzielt und Ihr Portfolio bei Abwärtstrends vor dem Schlimmsten bewahrt.
 
Diversifikation macht den Unterschied

Diversifikation macht den Unterschied

Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie durch sinnvolle Streuung das Risiko in Ihrem Portfolio minimieren können.
Mehr über Diversifikation
Erachten Sie sich als tendenziell konservativen Anleger sind Sie natürlich darauf bedacht, Ihr Vermögen zu erhalten, und akzeptieren eine niedrigere Chance auf eine hohe Rendite. In diesem Fall werden Sie einen hohen Anteil qualitativ hochwertiger Anleihen brauchen, um Ihr Engagement im schwankungsreichen Aktienmarkt einzugrenzen.

 

Lebenszyklus

Im Allgemeinen sind Anleger in ihrer Jugend sehr risikofreudig und werden im Laufe ihres Lebenszyklus bis zum Rentenalter das Risiko immer mehr scheuen. Aus diesem Ansatz wurde früher die Faustregel:
 
Anteil risikoreicher Anlageklassen am Portfolio in Prozent = 100 - Alter
Die Festlegung der Asset Allocation ist ein sehr wichtiger Schritt, damit Sie mit Ihrer Geldanlage auch ruhig schlafen können. Wenn Sie sich die Umsetzung nicht selbst zutrauen, lohnt es sich für Sie sicher, Rat einzuholen. Hierfür bieten sich Finanzcoaches oder auch ein unabhängiger Finanzberater an.
 
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