Asset Allokation: Anlagestruktur ist wichtig!

Wissenschaftliche Studien belegen, dass 90% des Anlageerfolges durch die Asset Allokation bestimmt werden.

Die Erkenntnis der Wissenschaft ist klar. Der alles entscheidende Faktor für den Anlageerfolg ist die gewählte Streuung des Vermögens über Anlageklassen, also die sogenannte strategische Asset Allokation.

Diverse Studien kamen zu dem Schluss, dass die Asset Allokation maßgeblich die Rendite und das Risiko eines Portfolios beeinflusst. Folglich haben die Auswahl von Einzeltiteln und das Timing nur einen sehr geringen Einfluss auf den Anlageerfolg.

 

Anteil der Asset Allokation an der Portfolioperformance

strategische Asset Allokation

Quelle: Studie der Steinbeis Hochschule Berlin in Zusammenarbeit mit ETFlab, Exchange Traded Funds: Potentiale und Produktdesign für institutionelle Investoren, März 2008


 

Asset Allokations-Ansatz

Die Suche nach dem richtigen Anlagemix.

Unter Asset Allokation versteht man den Anlagemix, also die Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen wie beispielsweise Aktien, Renten, Edelmetalle und Geldmarkt.

Dies führt zu einer breiten Streuung des Vermögens und verhindert das Klumpenrisiko.

Dieser Ansatz wird von vielen vermögenden und renommierten Stiftungen amerikanischer Universitäten wie Harvard und Yale verfolgt, um das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Vermögensanlage zu optimieren.

Dabei steht im Mittelpunkt, wie für ein gegebenes Risiko der Anlageerfolg (Rendite) maximiert werden kann. Oder bei gegebenem Anlageziel das Risiko minimiert werden kann.

Das Besondere einer Asset Allokation liegt in den Korrelationen zwischen den einzelnen Anlagen. So ist das Gesamtrisiko eines Portfolios nicht gleich der gewichteten Risiken einer jeden Anlage im Portfolio, sondern wird um den Korrelationsfaktor gemindert. Damit weist ein gut diversifiziertes Portfolio per-se ein besseres Chance-Risiko-Profil auf.

Ein Beispiel: Mischt man in einem Portfolio zwei hoch riskante Anlageklassen, Aktien und Gold, so ist das Ergebnis eine deutlich risikoreduzierte Anlage, weil Aktien und Gold oft negativ korrelieren.

Harry Markowitz hat diese einfache Regel in ein mathematisches Regelwerk basierend auf erwarteten Renditen und Volatilitäten übersetzt. Dafür hat er den Nobelpreis erhalten.

Viele Softwareprogramme zur Optimierung von Portfolios basieren darauf. Doch diese Übersetzung ist oft mehr schlecht als recht. Auch entsprechen Kursschwankungen (Volatilität) als Risikomaß oft nicht dem Risikobegriff von Privatanlegern.

Am einfachsten profitiert man von Markowitz' Werk, wenn man den Grundgedanken „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ für sich beherzigt und konsequent beachtet, den Erfolg des gesamten Portfolio misst und die nur einzelnen Positionen bewertet. Denn nur das Zusammenspiel zählt.

 

Diversifikation macht den Unterschied

Reduzierung des Risikos durch sinnvolle Streuung des Vermögens über und innerhalb von Anlageklassen.

Diversifikation bedeutet, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Eine breite Streuung des Vermögens ist die sinnvollste Art, das Anlagerisiko zu reduzieren.

Im ersten Schritt zur Bestimmung des richtigen Anlagmixes sollte der Anteil jeder Anlageklasse am Portfolio geplant werden. Dabei ist die zentrale Frage, wie hoch der Anteil risikoreicher Anlageklasse sein soll.

Neben der Streuung über Anlageklassen sollte auch das Vermögen innerhalb der Anlageklasse breit diversifiziert sein. Eine Streuung über Regionen, Länder, Branchen und Emittenten ist dabei entscheidend. Für den Rentenbereich bedeutet dies beispielsweise, nicht nur Staatsanleihen zu halten, sondern auch in Unternehmensanleihen zu investieren. Und dies am besten geographisch gestreut mit Anleihen in allen Laufzeitbändern.

 

Bestimmung der individuellen strategischen Asset Allokation

Jeder Anleger hat seine individuelle Risikobereitschaft und -tragfähigkeit, die seine optimale Asset Allokation bestimmen. Bei der Bestimmung des Risikoprofils spielen viele Faktoren eine Rolle. Die wichtigsten werden im Folgenden kurz angesprochen.

Anlagehorizont
Anleger mit einem langen Anlagehorizont haben tendenziell einen größeren Anteil risikoreicher und volatiler Anlagen am Portfolio. Langfristige Anleger können wirtschaftliche Schwächephasen und konjunkturelle Tiefstände „aussitzen“. Spart er jedoch für das Studium seiner Kinder, kann er dies vielleicht nicht und investiert daher risikoärmer.

Risikotoleranz
Die Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit bestimmen den Anteil risikoreicher Investments am Portfolio. Ein aggressiver Anleger ist bereit, mehr Risiko auf sich zu nehmen, um seine Chance auf eine hohe Rendite zu steigern. Ein konservativer Anleger hingegen ist darauf bedacht, sein Vermögen zu erhalten, und akzeptiert eine niedrigere Chance auf eine hohe Rendite.

Lebenszyklus
Im Allgemeinen ist ein Anleger in seiner Jugend sehr risikofreudig und wird im Laufe seines Lebenszyklus bis zum Rentenalter dem Risiko immer abgeneigter. Aus diesem Ansatz lässt sich folgende Faustregel für den Anteil risikoreicher Anlageklassen am Portfolio ableiten:

Anteil risikoreicher Anlageklassen = 100 - Alter.

Die Komplexität wird in der Praxis auf allgemeingültige Risikokategorien runtergebrochen: mündelsicher, konservativ, ausgewogen und wachstumsorientiert. Diese Angaben beziehen sich auf die Gewichtung von risikoarmen und risikoreichen Anlagen in einer Asset Allokation.

Für die Ermittlung Ihrer individuellen Risikobereitschaft und -tragfähigkeit empfehlen wir Ihnen ein Beratungsgespräch mit einem qualifizierten und erfahrenen Anlageberater.