Mit ETFs auf Qualitätsaktien setzen

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Gering verschuldete Qualitätsunternehmen haben Wirtschaftskrisen bislang stets gut überstanden. Mit speziellen ETFs können Anleger breit gestreut auf die Anteilscheine solcher Gesellschaften setzen.

Mit ETFs auf Qualitätsaktien setzen Analysten haben festgestellt, dass sich Aktien, die unter Berücksichtung fundamentaler Kennzahlen ausgewählt werden, langfristig oftmals besser entwickeln als der Gesamtmarkt. Auf solche „Outperformer“ können Anleger mit Smart-Beta-ETFs setzen. Zu den Smart-Beta-ETFs zählen zum Beispiel ETFs auf Indizes, die Anteilscheine von Qualitätsunternehmen enthalten. Im Rahmen der Titelauswahl für diese Kursbarometer bewerten Finanzexperten Fundamentaldaten wie die operative Marge, die Gewinnaussichten und der Verschuldungsgrad von Unternehmen. Sie achten auch darauf, dass die Dividendenrendite der Aktien über einen langen Zeitraum stabil geblieben ist. Je besser ein Unternehmen bei der Analyse abschneidet, desto höher wird dessen Aktie in dem jeweiligen Index gewichtet.

 

Wichtige Kennziffern in Geschäftsberichten

In Geschäftsberichten werden unter anderem die Gesamtkapitalrendite, die Eigenkapitalrendite, die Bruttogewinn- und die Nettogewinn-Marge veröffentlicht. Auf Basis dieser Kennziffern kann die Profitabilität von Unternehmen gemessen werden. Von großer Bedeutung ist darüber hinaus der Cash-Flow. Qualitätsunternehmen erwirtschaften in der Regel einen hohen Cash-Flow und können deshalb kräftig investieren und problemlos Schulden tilgen.

 

Studienergebnisse sprechen für den Kauf von Qualitätsaktien

Die Anlagestrategien von Qualitätsaktien-ETFs unterscheiden sich deutlich. Unabhängig davon wurde im Rahmen akademischer Studien nachgewiesen, dass Anleger mit Qualitätsaktien eine Rendite erzielen können, die über der Performance des Gesamtmarktes liegt. Eine dieser Studien wurde von Professor Robert Novy-Marx durchgeführt, der im US-Bundesstaat New York an der Universität von Rochester im Bereich Wirtschaftswissenschaften unterrichtet. Er hat herausgefunden, dass Anleger von 1963 bis 2011 den Gesamtmarkt im Durchschnitt um vier Prozentpunkte pro Jahr geschlagen haben, wenn sie in Aktien von Qualitätsunternehmen investiert haben, die eine überdurchschnittliche Bruttogewinn-Marge erzielen.

 

Auch die Wirtschaftslage muss berücksichtigt werden

Welches Kriterium bei der Auswahl von Qualitätsaktien besonders wichtig ist, hängt von der jeweiligen Wirtschaftslage ab. Beispielsweise war die Eigenkapitalrendite während der Rezessionen in den Jahren 2000 bis 2002 und 2008 ein gut geeignetes Auswahlkriterium. In den späten 90iger-Jahren war es hingegen sinnvoll, auf eine geringe Verschuldung der Unternehmen zu achten.

 

Ergebnisse von Rückrechnungen ermöglichen keine Performance-Prognose

Es gibt zwar Anlagestrategien, mit denen laut Rückrechnungen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten eine signifikante Outperformance in Relation zum Gesamtmarkt erzielt werden konnte. Aber dennoch ist es nicht auszuschließen, dass Sie mit der Umsetzung einer dieser Strategien künftig eine unter der Gesamtmarkt-Performance liegende Rendite erzielen werden. Daher sollten Sie sich nicht nur aufgrund guter Ergebnisse von Rückrechnungen zum Kauf von Anteilen eines Smart-Beta-ETFs verleiten lassen.

 

Mit Smart-Beta-ETFs können Sie die Diversifikation Ihres Portfolios verbessern

Erfreulicherweise können Sie durch die Beimischung von Smart-Beta-ETFs die Diversifikation Ihres Portfolios verbessern. Interessant ist zudem, dass sich Qualitätsaktien-ETFs während konjunkturell schlechter Zeiten in der Regel besser entwickeln als ETFs auf Leitindizes wie den Euro Stoxx 50 oder den S&P 500.

 

So finden Sie Qualitätsaktien-ETFs

Um Qualitätsaktien-ETFs in der justETF-Datenbank zu finden, wählen Sie die ETF-Suche aus, geben den englischen Begriff „Quality“ in das Suchfeld ein und klicken anschließend auf das Lupensymbol.