Volatilität als Risikomaß

Was ist Volatilität?

Die Volatilität eines Wertpapiers beschreibt dessen Neigung zu Kursschwankungen. Je höher die Volatilität, desto stärker schwankt der Wert oder Kurs eines Wertpapiers. Aktien sind dabei zumeist volatiler als andere Anlageklassen wie zum Beispiel Anleihen.

Bei der Bewertung des Risikos einer Anlage wird häufig die historische Volatilität als Kennzahl herangezogen. Dabei gilt eine hohe Volatilität als nicht wünschenswert, da sehr schwankungsanfällige Anlagen ein „unvorhersehbares” Ergebnis liefern und damit zu starken Kursverlusten führen können.

Um massive Verluste in turbulenten Börsenzeiten zu verhindern, sind Anleger oft bestrebt die Volatilität ihres Portfolios so gering wie möglich zu halten. Zu diesem Zweck streuen Anleger ihr Geld über verschiedene Wertpapiere und Anlageklassen. Dieses Vorgehen bezeichnet man auch als Diversifikation der Geldanlage. Gerade Wertpapiere die sich gegensätzlich entwickeln (negativ korrelieren) „mitteln” durch ihre gegenläufige Bewegung den Kurs des Portfolios und sorgen so für geringere Schwankungen.

Achtung: Schwankungsarme Anlagen erwirtschaften zumeist eine geringere Rendite als volatile Anlagen. Bei Wertpapieren gibt es eben keinen Gewinn ohne Risiko. Umkehren lässt sich diese Regel jedoch nicht. Hohe Volatilität ist kein Hinweis auf ein hochwertiges Finanzprodukt!

 

Wie funktioniert Volatilität?

Wissenschaftlich ausgedrückt ist die Volatilität die annualisierte Standardabweichung der Tages- oder auch der Wochenrenditen. Um die Volatilität zu berechnen wird in der Regel die Schwankungsbreite der täglichen Wertentwicklung des letzten Jahres gemittelt, und auf ein Jahr hochgerechnet. Die dadurch entstehende Kennzahl gibt dann die erwartete Abweichung vom Erwartungswert der Anlage in einem Jahr wieder.

Im Folgenden dargestellt, sehen Sie die tägliche Rendite eines DAX-ETF seit dem 1. Januar 2015. Dabei ist auch gut zu erkennen, dass die Renditen in den vergangenen Monaten im langfristigen Vergleich eher schwankungsarm waren.

 

Tägliche Rendite eines DAX-ETF seit Januar 2015

Tägliche Rendite eines DAX-ETF seit Janurar 2015 Quelle: justETF.com;

 

Für Mathefreaks: Die Berechnung der Volatilität im Detail

Für Mathefreaks: Die Berechnung der Volatilität im Detail Quelle: justETF.com;

 

Die natürlichen Grenzen der Volatilität

Die Betrachtung der historischen Volatilität liefert keine absolut zuverlässige Prognose für das zukünftige Risiko.

Zum einen betrachtet die Volatilität gleichermaßen Ausschläge nach oben und nach unten, während die meisten Anleger Ausschläge nach oben wohl kaum als Risiko bezeichnen würden.

Zum anderen bleibt die Volatilität nicht konstant, sondern verändert sich über Zeit. Das führt dazu, dass die Volatilität in Zeiten einer Finanzkrise unerwartet stark zunehmen kann.
 
Exkurs: Der schwarze Schwan
In seinem Buch „Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse” beschreibt Nassim Nicholas Taleb, wie die Häufigkeit extrem unwahrscheinlicher Ereignisse unterschätzt wird.

Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung von offenen Immobilienfonds und Geldmarktfonds im Verlauf der Finanzkrise von 2007. Beide Anlageklassen galten als extrem risikoarm, gemessen an ihrer Volatilität. In beiden Fällen stieg die Volatilität sprunghaft an, nachdem die Preise von heute auf morgen teilweise um 20 Prozent und mehr fielen. Schutz vor solchen unvorhersehbaren Ereignissen bietet Portfolio-Diversifikation.
Exkurs: Der schwarze Schwan
 

Volatilität auf justETF.com

Die historische 1-Jahres-Volatilität finden Sie auf den ETF Profilen in der ETF Suche. Weitere Zeiträume der Volatilität über 3 und 5 Jahre sowie die rollierende 1-Jahres-Volatilität in einem Verlaufschart finden Sie auf dem weiterführenden Reiter Volatilität. Auch können Sie in der ETF Suche die Volatilität als weitere Spalte hinzufügen.

Unser Chart der rollierenden Volatilität zeigt Ihnen anschaulich, wie das aktuelle Risikoniveau des ETF im historischen Vergleich ist. In dem Chart entspricht jeder Punkt der historischen 1-Jahres-Volatilität am jeweiligen Tag. Die Volatilität eines ETF können Sie sich auf justETF.com für die Hauptwährungen Euro, US-Dollar, Britisches Pfund sowie Schweizer Franken anzeigen lassen.

 

Rollierende 1-Jahres-Volatilität des iShares Core DAX UCITS ETF (DE)

Volatilität auf justETF.comQuelle: justETF.com;
 
 
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