Wechselkursrisiken minimieren mit währungsgesicherten ETFs

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Wir erklären, warum die Absicherung des Währungsrisikos von Fremdwährungsanlagen eine gute Idee sein kann.

Wechselkursrisiken minimieren mit währungsgesicherten ETFs Währungsgesicherte ETFs sind ein einfacher Weg für Investoren zum Schutz vor Währungsrisiken.
 
Jedes Investment außerhalb der Eurozone unterliegt auch dem Risiko schwankender Wechselkurse. Wer also im Ausland investiert sollte sich bewusst sein, dass ein stärker werdender Euro gegenüber der Fremdwährung einen negativen Einfluss auf die Anlage haben wird.
 
Wirft beispielsweise der US-Aktienmarkt eine Rendite von 5 Prozent ab und fällt gleichzeitig der Wert des US-Dollars gegenüber dem Euro um 6 Prozent, dann wird der europäische Investor – sollte er sich nicht gegen Währungsrisiken abgesichert haben – einen Verlust von 1 Prozent hinnehmen müssen. Denn der US-Aktienwert ist in Euro nun weniger wert.
 
Steigt der Wert des Euro gegenüber einer Fremdwährung, dann verlieren alle Investments in dieser Währung automatisch an Wert. Fällt der Euro gegenüber der Fremdwährung hingegen, gewinnen die Anlagen in dieser Währung an Wert. Das Prinzip ist das Gleiche, dem auch der Währungstausch im Urlaub unterliegt.
 
Die gute Nachricht: Ein währungsgesicherter ETF ist genau für solche Fälle konstruiert. Er soll die Folgen der Währungsschwankungen minimieren. Ziehen wir unser obiges Beispiel wieder zu Rate: Ein komplett abgesicherter Anleger könnte sich voll und ganz über die 5 Prozent Rendite freuen und könnte getrost über die Launen des Devisenmarktes hinwegsehen – eine große Hilfe für jeden, der sich keine Meinung über die Entwicklung an den Währungsmärkten bilden möchte.
 

EUR/USD Wechselkurs seit 1999

EUR/USD seit 1999
Quelle: EZB EUR/USD Fixing 

Natürlich weiß niemand, wie sich die Märkte entwickeln werden. In jedem Falle aber bieten währungsgesicherte ETFs eine gute Versicherung gegen unerwartete Schwankungen auf den Devisenmärkten.

 

Weitere Gründe, die für währungsgesicherte ETFs sprechen

Spielen auch Sie mit dem Gedanken, Ihr Portfolio global aufzustellen, um es unabhängiger von den Entwicklungen in Deutschland und Europa zu machen?
 
Dies kann Ihnen durchaus gelingen, auch ohne dass Sie sich von den wankelmütigen Währungen abhängig machen müssen.
 
Das ist besonders wichtig für ältere Anleger, deren kürzerer Anlagehorizont sie anfälliger für Risiken macht. Wenn Sie keine Zeit haben, sich von Verlusten durch eine Delle an den Märkten zu erholen, dann ist ein währungsgesicherter ETF eine weitere Alternative zur Konzentration der Anlagen auf den Euroraum. Dank ihm wird es Ihnen möglich sein, trotz eines kürzeren Anlagezeitraums auf renditestarke Investments im Ausland zu setzen.
 
Neben der reinen Währungsabsicherung ermöglichen währungsgesicherte ETFs auch die Meinung an den Währungsmärkten zu spielen. Wenn Sie 2013 beispielsweise der Ansicht gewesen wären, die „Abenomics“ in Japan stimulierten die Wirtschaft, schadeten aber dem Yen, dann hätten Sie sich für einen währungsgesicherten Japan-ETF entscheiden können. Damit hätten Sie auch goldrichtig gelegen. Denn während der nicht währungsgesicherte MSCI Japan ETF nur 22 Prozent erwirtschaftete, brachte es sein währungsgesichertes Pendant auf 52 Prozent.
 

MSCI Japan ETFs in 2013 mit und ohne Währungssicherung

MSCI Japan ETFs in 2013 mit und ohne Währungssicherung

Es gibt einige Indizien dafür, dass Währungen aus sogenannten „sicheren Häfen” negativ mit den globalen Aktienmärkten korrelieren. Wenn Sie der Weltwirtschaft eine rosige Zukunft prophezeien und dementsprechend investieren wollen, können Sie sich gegen den Wertverfall dieser Währungen (wie beispielsweise des US-Dollars) absichern, damit Ihre US-Aktienrenditen nicht von einem schwachen US-Dollar abgestraft werden können.

 

Doch wie funktionieren währungsgesicherten ETFs?

Währungsgesicherte und nicht währungsgesicherte ETFs enthalten grundsätzlich erstmal die gleichen Aktien mit der gleichen Verteilung. Der wichtige Unterschied: Der abgesicherte ETF enthält zusätzlich noch die Währungsabsicherung (engl. Hedge). Die meisten ETFs mit Währungshedge nutzen Absicherungen in Form von Devisentermingeschäften. Dabei werden die Währungen an einem festen Datum zu einem festgelegten Kurs getauscht. Dies erfolgt im Regelfall auf monatlicher oder täglicher Basis.
 
Der Wert des Devisentermingeschäfts entspricht dem Wert der ETF-Vermögenswerte. So erhält der ETF einen Ausgleich aus der Absicherung bei Währungsverlusten. Umgekehrt bedeutet dies auch, dass keine Währungsgewinne aufgrund der Absicherung mehr möglich sind.
 
Ganz gleich wie sich der Wechselkurs entwickelt, mit einem währungsgesicherten ETF erhalten Sie ungefähr die Rendite des lokalen Aktienmarktes. Warum nur ungefähr?
 
Keine Währungsabsicherung ist perfekt. Daher kann es zu Ungenauigkeiten in puncto Volumen und Timing beim Währungshedge. Zum einen ist es möglich, dass der ETF-Vermögenswert durch die Marktschwankungen vom abgesicherten Wert abweicht. Zum anderen ist der Startzeitpunkt der Währungsabsicherung eventuell nicht der Tag an dem Sie den ETF gekauft haben.  
 
Ein Beispiel: Das Devisentermingeschäft zur Absicherung wurde in Höhe von 10 Millionen US Dollar abgeschlossen. Ist der Aktienwert im Zeitverlauf nun auf 12 Millionen US Dollar angestiegen, sind Sie als Anleger nicht mehr vollkommen abgesichert. Zudem ist das Potential für eine Abweichung höher, wenn das Devisentermingeschäft auf monatlicher Basis glattgestellt wird, als wenn die Verlängerung täglich gerollt werden würde. Eine tägliche Absicherung zieht dagegen höhere Kosten nach sich.
 
Die Kosten der Währungsabsicherung beinhalten unter anderem die Preisspanne zwischen An- und Verkauf zweier Währungen (ganz ähnlich so, wie Sie es auch aus den Wechselstuben kennen), die Transaktionskosten sowie die Haltekosten. Die Kosten für das Halten einer Währung, auch „Cost of Carry“ genannt, werden durch den Zinsunterschied beider Währungen bestimmt. Diese sind positiv, sobald der Euro-Zinssatz höher notiert als der Zinssatz der fremden Währung. Im gegenteiligen Fall sind sie negativ.
 
Die Preisspannen der Währungen von Schwellenländern und die dortigen Zinssätze sind im Regelfall sehr viel höher als ihre Pendants in den Industrienationen. Dies ist auch der Grund, weshalb keinerlei währungsgesicherte ETFs für Schwellenländer existieren.
 
Die Zusatzkosten einer Währungsabsicherung führen häufig zu etwas höheren laufenden Kosten (Gesamtkostenquote, TER). Viele währungsgesicherte ETFs sind um 0,1% teurer als ihre ungesicherten Äquivalente. Ein währungsgesichertes ETF-Investment in Höhe von 10.000 Euro zieht also entsprechende Zusatzkosten von 10 Euro pro Jahr nach sich. In manchen Fällen sind die Kosten höher, gelegentlich werden auch gar keine zusätzlichen Kosten veranschlagt.

 

Was Sie bei ETFs mit Währungshedge noch beachten sollten

ETFs mit Währungsabsicherung sind relativ neu auf dem Markt und bieten daher typischer Weise keine allzu langen Historien. Im Zeitverlauf können Sie über den Tracking Unterschied des ETFs zum entsprechenden Index ermitteln, wie effektiv die Absicherung funktioniert hat und wie viel Sie die Absicherung effektiv gekostet hat. Je mehr Daten verfügbar sind, desto besser. Für einen Vergleich sollten jedoch mindestens drei Jahre Zeit Historie zur Verfügung stehen.
 
Aktuell ist das Gesamtvolumen von währungsgesicherten ETFs im Vergleich zum Gesamtmarkt noch relativ klein. Diese Tatsache kann ein Indiz für relativ hohe Transaktionskosten sein. Bleiben ETFs auf Dauer grundsätzlich zu klein, besteht die Gefahr, dass sie vom Emittenten geschlossen und damit liquidiert werden. In einem solchen Fall verlieren Sie als Anleger nicht Ihr Geld, müssen sich aber selbst darum kümmern Ihr Geld wieder zu investieren.
 
Auch ist das Angebot an währungsgesicherten ETFs noch recht übersichtlich. Daher sind Sie als Anleger aktuell nicht in der Lage, genau den Index, das Land bzw. den Anbieter so zu wählen, wie Sie es sich womöglich wünschen. Zudem fällt durch das kleine Angebot auch der Kostendruck für die Anbieter relativ niedrig aus.
 
Mit diesen Hinweisen im Hinterkopf sollte es Ihnen nun nicht allzu schwerfallen, Währungsrisiken mittels währungsgesicherter ETFs abzufedern. Gerade auf den europäischen, japanischen und US-amerikanischen Kapitalmärkten bieten sich Ihnen einige interessante Anlagevehikel.
 
Nutzen Sie doch unsere ETF-Suche, um den auf Ihre Bedürfnisse optimierten währungsgesicherten ETF zu finden. Suchen Sie hier einfach nach den Begriffen „EUR Hedged” im ETF-Namen oder nutzen Sie direkt unseren Filter für währungsgesicherte ETFs.
 
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Währungsgesicherte ETFs sind ein einfacher Weg für Investoren zum Schutz vor Währungsrisiken.
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