Die 9 Gewohnheiten, die dich zu einem besseren Anleger machen

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Gewöhne dir diese Dinge beim Investieren an und du wirst deine Investment-Ziele erreichen

Die 9 Gewohnheiten, die dich zu einem besseren Anleger machen
 
Die 9 Gewohnheiten im Überblick
Warren Buffet hat es treffend gesagt:
 
"Um einen zufrieden stellenden Gewinn einzustreichen, musst du kein Experte sein. Aber bist du es nicht, musst du deine Grenzen kennen und beim Investieren einen Kurs verfolgen, der mit Sicherheit einigermaßen gut funktioniert. Halte die Dinge einfach und träume nicht von unendlich hohen Gewinnen."
 
Das Geheimnis erfolgreichen Investierens ist: Es gibt kein Geheimnis. Am Ende ist es ganz einfach: Pflege die richtigen Gewohnheiten und setze sie mit der Zeit in die Praxis um – so ähnlich wie beim Training im Sport.
 
Nur was sind das für Gewohnheiten? Lies dafür einfach weiter, aber sei gewarnt: Manche Gewohnheiten sind trügerisch einfach, einige erfordern Geduld und Ausdauer. Es ist nicht leicht, alles richtig zu machen.
 
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1. Ignoriere Turbulenzen und denke langfristig

Sich von den Krisen, die unser Leben aktuell prägen, aus dem Konzept bringen zu lassen, ist super einfach. In der Börsenwelt jedoch erweisen sich solche Ereignisse als Fußnoten der Geschichte.
 
Schau dir einfach einmal ein beliebiges Diagramm zum langfristigen Wachstum des Aktienmarktes an und du wirst sehen, wie der Wert von Aktien trotz Rückschläge durch Kriege, Rezessionen und andere unschöne Ereignisse immer weiter gestiegen ist: Aktien erholten sich von Turbulenzen während Corona, der Großen Rezession Ende der 1920er Jahre, der Dotcom-Blase, der Stagflation der 1970er Jahre und sogar von zwei Weltkriegen.
 
Letzten Endes ist die Welt immer in Aufruhr. Aber der Motor des Fortschritts treibt uns stetig vorwärts. Aktien-ETFs machen sich die Gewinne dieser globalen Produktivität zunutze und lassen sie für dich arbeiten – solange du bei vorübergehenden Turbulenzen nicht die Richtung wechselst.
 
Wie sagte John Bogle, der Gründer von Vanguard und Pionier des Indexinvestments, so schön:
 
"Historische Daten stützen eine Schlussfolgerung ungewöhnlich kraftvoll: Um erfolgreich zu investieren, muss man langfristig anlegen."
 
Es ist kontraintuitiv, aber: Die größten Chancen sind dann zu finden, wenn die Aussichten am düstersten sind. Günstige Aktien sichern in der Zukunft die Gewinne, wenn das Vertrauen wiederhergestellt ist und die Kurse wieder steigen.
 
Zum Glück kannst du mit unserer nächsten Angewohnheit das Beste daraus machen, ohne in die Versuchung zu kommen, am Markt zu zweifeln und womöglich vorschnell aufzugeben.
 
 

2. Nutze den Cost Average-Effekt

Mit einem ETF-Sparplan kannst du Aktien-ETFs kaufen, wenn sie günstig sind. Das treibt deine Rendite in die Höhe, wenn die Kurse wieder steigen: Investierst du unbeirrt jeden Monat in dein Portfolio, profitierst du vom Cost-Average Effekt.
 
Das Schöne an dieser Strategie ist, dass du noch mehr Aktien-ETFs als sonst kaufst, wenn die Kurse niedrig sind. Und jeder einzelne dieser Aktien-ETFs kann im Laufe der Zeit einen beträchtlichen Gewinn abwerfen, wenn die Kurse wieder steigen.
 
Klar: Es mag sicherer erscheinen, einen Abschwung mit Bargeld auszusitzen, aber die Realität sieht so aus, dass selbst professionelle Anleger durch falsches Timing ein schlechtes Ergebnis erzielen. Deshalb warnt Warren Buffett vor dem Versuch, den Markt aktiv zu schlagen.
 
Am besten ist es, wenn du mit Hilfe des Cost-Average Effekts die Delle kaufst und die natürliche Volatilität des Marktes zu deine Gunsten nutzt.
 
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3. Automatisiere deine Investitionen

Erfolgreiches Investieren ist die Summe schrittweiser Gewinne, die sich aus guten Gewohnheiten ergeben. Und unsere besten Gewohnheiten brauchen nicht viel Wartung. Vielmehr sind es reibungslose Routinen, über die wir nicht einmal nachdenken müssen.
 
Aber wie erreichen wir solche Gewohnheiten beim Investieren? Das ist bemerkenswert einfach:
  • Wähle eine weltweit diversifizierte Buy-and-Hold-Strategie, die sich auf die besten Welt-ETFs konzentriert.
  • Richte einen monatlichen Sparbetrag als Lastschriftverfahren bei deinem Broker ein oder lasse die Sparrate automatisch abbuchen.
  • Erstelle einen ETF-Sparplan (oder mehrere), um dein Geld automatisch und zu möglichst geringen Kosten in die von dir gewählten ETFs fließen zu lassen.
  • Wähle beispielsweise thesaurierende ETFs und Dividenden werden automatisch für dich reinvestiert. Du musst also keinen Finger krumm machen.
  • Überprüfe dein ETF-Portfolio einmal im Jahr. Die restliche Zeit lässt du es in Ruhe aufgehen, so wie Brot im Backofen.
Stolperst du jemals über Geschichten, in denen es heißt, dass "die besten Anleger tot sind oder ihr Konto vergessen haben...", dann ist das genau das Ergebnis, das wir hier wollen.
 
Automatisiere deine Art zu Investieren so gut es geht, damit du nicht in schlechte Gewohnheiten verfällst.
 
Wie der große Benjamin Graham sagte:
 
"Das Hauptproblem des Anlegers – und sogar sein schlimmster Feind – ist wahrscheinlich er selbst."
 
justETF Tipp: Ein ETF-Sparplan ist der beste Weg, um automatisch zu investieren. Alle Angebote, Gebühren und Broker findest du in unserem ETF Sparplan Vergleich.
 

4. Höre auf, deine Performance zu überprüfen

Das Mikromanagement deines Portfolios ist der Feind einer hohen langfristigen Performance. Auch wenn es dem Herdendenken zuwiderläuft: Nicht ständig die Performance deines Portfolios zu überprüfen, ist eine weitere erstrebenswerte Angewohnheit.
 
Das Problem ist, dass der Aktienmarkt jeden Tag eine 50:50-Chance hat zu fallen. Dennoch ist es wahrscheinlicher, dass er im Laufe der Zeit Gewinne verzeichnet. So weisen globale Aktien statistisch gesehen in jedem dritten Jahr einen Verlust auf. Über ein oder zwei Jahrzehnte hinweg sind sie jedoch selten im Minus.
 
Je seltener du also dein Portfolio überprüfst, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, dass du von schlechten Nachrichten betroffen bist.
 
Du kannst den Markt ohnehin nicht kontrollieren, indem du ihn beobachtest. Entscheide dich also lieber gleich für den Seelenfrieden.
 
justETF Tipp: Wenn du fürchtest, etwas Wichtiges zu verpassen, nutze unseren Portfolio-Überwachungsservice. Wie das geht, erfährst du in diesem Tutorial.
 

5. Senke Kosten

Gebühren zerstören die Rendite. Eine jährliche Gebühr von 1% klingt erst einmal nach nicht viel – bis man sie an der durchschnittlichen Marktrendite misst: Globale Aktien haben seit 1900 eine jährliche reale Rendite von etwa 5% erzielt. Zahlst du jedoch 1% pro Jahr an Gebühren, verlierst du 20% deines Gewinns. Für günstige ETFs kannst du hingegen auch mal nur 0,1% bis 0,2% an Gebühren zahlen.
 
Somit verhinderst du mit ETFs, dass ein beträchtlicher Teil deines Vermögens an aktive Manager verloren geht, die ihre Gebühren ohnehin nicht rechtfertigen können.
 
Wie John Bogle hervorhebt:
 
"Das Wunder der Zinseszinsen wird von der Tyrannei der Zinseszinskosten überwältigt".
 
Außerdem hängen eine niedrige Gesamtkostenquote (= Total Expense Ratio, TER) mit höheren zukünftigen Renditen zusammen, wie das unabhängige Finanzdatenunternehmen Morningstar herausgefunden hat. Das liegt daran, dass hohe Gebühren die Rendite im Laufe der Zeit erheblich beeinträchtigen.
 
Übrigens: Jeder Basispunkt ist ein Hundertstel eines Prozentpunkts. Halte deshalb neben der TER auch andere Kosten beim Investieren niedrig – ein Grund mehr, der für ETF-Sparpläne und günstige Neobroker spricht.
 
justETF Tipp: Es ist immer eine gute Idee, bei den Gebühren zu sparen. Nutze regelmäßig die ETF Suche von justETF, um sicherzustellen, dass dein ETF im Vergleich zu seinen Konkurrenten in punkto Kosten wettbewerbsfähig ist. Verwende dafür einfach die Filter bzw. Dropdown-Menüoptionen, um gleichwertige ETFs in die engere Auswahl zu nehmen und sortiere diese dann nach TER. Du musst ETFs nicht tauschen, wenn nur wenige Basispunkte zwischen ihnen liegen. Wenn dein ETF jedoch über die Hälfte teurer ist als sein konkurrenzfähigster Konkurrent, solltest du genauer hinsehen. Mach das einfach einmal im Jahr im Rahmen deiner jährlichen Überprüfung.
 

6. Vergiss die Inflation nicht

Dieser Punkt wird allzu leicht übersehen. Wir empfehlen, dass du, wenn möglich, deine Sparrate an die Inflation anpasst, um sicherzustellen, dass du deine gesetzten Ziele erreichen kannst.
 
Das folgende Beispiel zeigt dir, wie du deinen eigenen Inflationsausgleich vornehmen kannst:
  • Aktueller monatlicher Sparbetrag: 500€
  • Jährliche Inflation: 10%
  • 500€ x 1,1 = 550€
Deine inflationsbereinigten Beiträge sollten nun 550 € pro Monat für das nächste Jahr betragen. Passen deine Ersparnisse entsprechend einmal im Jahr an. Gewichte auch den Zielwert deines Portfolios um die Inflation auf. Dadurch hält dein Portfolio mit den steigenden Lebenshaltungskosten Schritt.
 
Uns ist bewusst, dass dies in Zeiten hoher Inflation schwierig umzusetzen ist. Aber dennoch solltest du es versuchen.
 
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7. Nutze Steuervergünstigungen und -erleichterungen

Darüber brauchst du nicht eine Sekunde nachzudenken: Nutze immer alle steuerfreien oder steuerbegünstigten Investments, die für dich in Frage kommen, optimal aus.
 
Steuererleichterungen lohnen sich in der Regel auch dann, wenn du dein Geld für viele Jahre auf Eis legen musst.
 
Denke daran, dass jeder Euro, den du gewinnst (oder nicht verlierst), ein Euro ist, der über Jahre hinweg zu deinen Gunsten aufgezinst wird.
 
justETF Tipp: In diesem Artikel erfährst du alles über ETFs und Steuern.
 

8. Mache ein Rebalancing zur Risikokontrolle

Die Neugewichtung deines Portfolios ist eine genial einfache Technik, mit der du dein Investment in risikoreichen Anlagen kontrollieren kannst.
  • Stell dir vor, dein Portfolio ist im Verhältnis 70:30 zwischen globalen Aktien und Staatsanleihen aufgeteilt.
  • Die Aktien steigen in einem Jahr um 10%, während die Anleihen unverändert bleiben.
  • Jetzt beträgt deine Vermögensaufteilung 77% Aktien und nur noch 23% Anleihen.
Erlebt der Aktienmarkt eine anhaltende Hausse, könnte dein Anleihen-Anteil weiter schrumpfen. Nach ein paar Jahren kommt es zu einer Rezession, aber dein Anleihen-Anteil ist zu gering, um einen angemessenen Schutz vor einem Crash zu bieten.
 
Hier kommt das Rebalancing ins Spiel. Rebalancing ermöglicht es dir, systematisch die Abweichung der Vermögensaufteilung zu bekämpfen, die unkontrollierte Portfolios im Laufe der Zeit risikoreicher macht.
 
Du verkaufst einfach gelegentlich die Vermögenswerte, die sich am besten entwickelt haben, und kaufst die Vermögenswerte, die sich am schlechtesten entwickelt haben, nach, bis du deine ursprüngliche Aufteilung wiederhergestellt hast.
 
Glücklicherweise bedeutet das auch, dass du ETFs günstig kaufst und teuer verkaufst. Während das Hauptziel des Rebalancing also das Risikomanagement ist, kannst du einen Rebalancing-Bonus genießen, indem du einen überbewerteten Vermögenswert abbaust, bevor der Markt ihn einholt.
 
justETF Tipp: Unsere Portfolio-Tools helfen dir bei der einfachen Neugewichtung.
 

9. Bleibe diversifiziert

Diversifikation gilt als das einzige “Free lunch” beim Investieren – denn du wärst verrückt, wenn du darauf verzichten würdest.
 
Schneidet eine Anlageklasse allerdings einmal schlecht ab, kann man leicht vergessen, warum man überhaupt in sie investiert hat. Anleihen zum Beispiel haben zuletzt eine schwere Zeit hinter sich. Es wäre nicht verwunderlich, an ihrem Nutzen zu zweifeln.
 
Dennoch sind hochwertige Staatsanleihen nach wie vor die beste Diversifikation für alle, deren Portfolio von Aktien dominiert wird.
 
Kommt eine Rezession, werden diese Anleihen wahrscheinlich besser abschneiden als Aktien. Erstens fungieren sie in den meisten Fällen als Bollwerk gegen Verluste am Aktienmarkt, zweitens kannst du mit ihnen Aktien-ETFs aufkaufen, indem du aus deinen Anleihenreserven in diese umschichtest.
 
Diese Praxis funktionierte während der Dotcom-Pleite, der Großen Rezession und der Euro-Schuldenkrise. Natürlich gibt es dafür keine Garantie, weshalb es eine gute Idee sein kann, auch in einen Gold-ETC zu investieren: Wenn nichts anderes funktioniert, kann Gold funktionieren, weil es mit Aktien und Anleihen so gut wie gar nicht korreliert.
 
Leider besteht der Preis der Diversifikation darin, dass dir immer etwas in deinem Portfolio Schmerzen bereiten wird. Aber eine Streuung über die wichtigsten Anlageklassen ist immer noch der beste Weg, um dich in einer unsicheren Welt abzusichern.
 
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Unser Fazit

Es wird im Allgemeinen angenommen, dass Gewohnheiten auf einer neurologischen Schleife beruhen: Sie besteht aus einem Anreiz, einer Routine und der Belohnung.
 
Um gute Gewohnheiten zu entwickeln, muss man sicherstellen, dass jeder Anreiz die richtige Routine auslöst, damit die Belohnung folgt.
 
Wenn du dein Portfolio nach den Grundsätzen einer diversifizierten Asset Allocation und einer Buy-and-Hold-Strategie zusammenstellst, hast du bereits sehr viel richtig gemacht.
 
Automatisierst du deine Investitionen mit einem günstigen ETF-Sparplan, erledigt sich der Kostenausgleich von selbst.
 
Plane eine jährliche Überprüfung ein:
  • Gewichte deine Beiträge inflationsgerecht
  • Prüfe, ob deine ETFs kostenmäßig wettbewerbsfähig sind
  • Führe zur Risikokontrolle eine Neugewichtung durch
  • Überlasse justETF die Überwachung deines Portfolios und wir benachrichtigen dich bei ungewöhnlichen Marktbewegungen. So kannst du dich auf alles andere in deinem Leben konzentrieren.
Halte dich an deinen Plan, auch wenn es ein schlechtes Jahr ist. Gerate nicht in Panik, versuche nicht den Markt zu schlagen, jage nicht der Performance hinterher und begehe keinen der anderen klassischen Investmentfehler.
 
Wie es der wunderbare Anleger-Coach William Bernstein einmal sagte:
 
"Die Wall Street ist übersät mit den Knochen derer, die genau wussten, was sie tun mussten, sich aber nicht dazu durchringen konnten, es zu tun."
 
Erfolgreiches Investieren ist nicht wie Las Vegas. Erfolgreiches Investieren soll langweilig sein. Aber wie bei einer Diät oder beim Sport erzielt derjenige die besten Ergebnisse, der dranbleibt und die kleinen Dinge richtig macht.
 
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