Mit ETFs hast du nicht nur die Möglichkeit, in Aktien oder Anleihen zu investieren. Auch an der Wertentwicklung von Rohstoffen wie z.B. Weizen kannst du auf diese Weise teilhaben. Dabei gibt es aber ein paar Dinge zu beachten: Ein Rohstoff-ETF bildet immer einen ganzen Korb an verschiedenen Rohstoffen ab. Dazu gehören in der Regel Rohstoffe aus den folgenden Segmenten:
Rohstoffe eignen sich durch ihre historisch negative Korrelation zu Aktien hervorragend zur Diversifikation. Langfristige historische Daten (von 1900 bis 2020) zeigen jedoch deutlich, dass man hierfür einen Preis zahlt: Inflationsbereinigt lieferten Rohstoffe in diesem Zeitraum mit lediglich rund 0,3 bis 0,5 Prozent pro Jahr fast keine reale Rendite. In Kombination mit teils massiven Drawdowns und einer hohen Volatilität sind Rohstoffe ein Werkzeug für taktischen Krisenschutz und nicht für den primären, langfristigen Vermögensaufbau.
Tobias Reger, ETF Analyst
Wie verhält sich ein Weizen-ETF bzw. Weizen-ETC in verschiedenen Marktphasen?
Bullenmarkt
Bärenmarkt
Verhalten des ETC
Oft entkoppelt (Nachzügler)
Risikopuffer (Gegenläufig)
Dein Vorteil / Risiko
In starken Aktien-Aufwärtsphasen bleibst du oft hinter dem breiten Markt zurück. Die Kursgewinne partizipieren nicht zwingend am Aktienboom, sondern hängen stark von der realwirtschaftlichen Nachfrage ab.
Rohstoffe verhalten sich in Krisen oft gegenläufig zum Gesamtmarkt. Bei unerwarteten Inflationsschocks, die Aktien belasten, kann die Anlage die Verluste im Depot abfedern.
Sind Weizen-ETFs und Weizen-ETCs für mich geeignet?
Ideal für: Sehr erfahrene Anleger, die ihr Kernportfolio bewusst gegen Inflationsrisiken diversifizieren möchten und das Konzept von Terminkontrakten verstehen (als Beimischung von max. 5 Prozent).
Anlagehorizont: Flexibel, erfordert jedoch aktives Monitoring und Verständnis für Terminkontrakte. Historisch betrachtet eignet sich diese Anlageklasse nicht für eine langfristige Buy-and-Hold-Strategie.
Weizen ETF: Warum es in den meisten europäischen Ländern keine Weizen-ETFs gibt
Es gibt keine Weizen-ETFs, die in der Europäischen Union aufgelegt wurden. Das liegt an den rechtlichen Rahmenbedingungen, welche durch die UCITS-Richtlinien (dt. „OGAW-Richtlinien”) definiert sind. Diese besagen, dass ein Index (und damit auch entsprechende ETFs) stets ein Mindestmass an Diversifikation aufweisen muss und nicht nur aus einem einzigen Bestandteil bestehen darf. Somit ist es aus rechtlichen Gründen in der EU nicht möglich, einen Weizen-ETF aufzulegen.
Wenn du nur in einen einzelnen Rohstoff wie Weizen investieren willst, funktioniert das über Exchange Traded Commodities (ETC). In unserem Artikel „Was ist ein ETC?” erklären wir im Detail, was die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von ETFs und ETCs sind.
Besicherung von Weizen-ETCs
Weizen-ETCs bilden die Wertentwicklung von Weizen anhand von Terminkontrakten (engl. „Futures”) ab und sind mit Sicherheiten hinterlegt, welche in der Regel täglich überprüft werden. Diese Sicherheiten sind oftmals mit Kreditsicherheiten, beispielsweise von einem Versicherer, gedeckt. Als Sicherheiten können auch Bareinlagen oder Wertpapiere mit sehr guter Bonität dienen.
Um an der Preisentwicklung von Weizen zu partizipieren eignen sich Weizen-ETCs durchaus. Denk aber daran, dass du dabei nur in Terminkontrakte auf den Rohstoff investierst und keine „Direktinvestition” in Weizen möglich ist. In diesem Anlageleitfaden findest du alle ETCs, die dir ein Investment in Weizen ermöglichen.
Für das von dir gewählte Land sind keine Weizen-ETCs verfügbar. Das Herkunftsland kannst du am oberen Bildschirmrand wählen.
Für die Auswahl eines ETF auf Weizen sind neben der Methodik des Index und der Wertentwicklung weitere Faktoren für die Entscheidungsfindung wichtig. Zum besseren Vergleich finden Sie eine Liste aller Weizen-ETCs mit Angaben zu Grösse, Kosten, Ertragsverwendung, Fondsdomizil und Replikationsmethode sortiert nach Fondsgrösse.